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Überblick zentraler Fehlerquellen in der beruflichen Eignungsdiagnostik und der Adressierung dieser durch Game-based Assessments
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GütekriteriumZentrale FehlerquellenLösungen durch Game-based AssessmentRating
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Objektivität

Definition: Ausmaß, in dem das Ergebnis eines Tests unabhängig vom Testleiter, der Testsituation und der Interpretation der Testergebnisse ist.
Kognitiver Verzerrungen (Biases)
Beispiel: Das Testergebnis wird durch die Attraktivität des Bewerbers oder die Stimmung des Interviewers beeinflusst.
→ Verhinderung von Biases durch automatisierte, technologiebasierte Auswertung.★★★★★
4
Fehlende Auswertungsobjektivität
Beispiel: Eine identische Aussage eines Bewerbers wird von zwei Interviewern unterschiedlich interpretiert.
Objektive Auswertung und einheitliche Interpretation mit Hilfe intelligenter Algorithmen.★★★★★
5
Gefahr der Impersonation
Beispiel: Der Bewerber bittet einen Freund den Test für ihn durchzuführen.
→ Kontinuierliche Weiterentwicklung von Techniken zur Verhinderung von Impersonation (z. B. PageFocus) .★★★☆☆
6
Reliabilität

Definition: Ausmaß, in dem ein Test ein Merkmal genau (d. h. ohne Messfehler) misst.
Messfehler durch zeitliche und situative Einflussfaktoren
Beispiel: Die körperliche Verfassung des Bewerbers (z. B. Kopfschmerzen) oder das Testumfeld (z. B. Lärm) beeinflussen das Testergebnis.
→ Ausgleich von Messfehlern durch Mittelung verschiedener Messungen.★★★★★
7
→ Erfassung zeitlich stabiler Verhaltenstendenzen (Traits) statt temporärer Verhaltensnuancen (States).★★★★★
8
Validität
(insbesondere Vorhersagevalidität)

Definition: Ausmaß, in dem das Testergebnis eine relevante Größe (z. B. Berufserfolg) vorhersagt.
Soziale Erwünschtheit
Beispiel: Bewerber beschreiben sich positiver, um besser abzuschneiden.
Geringere Durchschaubarkeit der Messung reduziert Verfälschungsrisiko.★★★★★
9
Probleme bei Selbsteinschätzung
Beispiel: Bewerber können ihre eigene Gewissenhaftigkeit nicht akkurat einschätzen (Introspektionsproblematik).
→ Ergänzung der Selbstauskunft um Verhaltensdaten (z.B. Präferenz für Geschwindigkeit vs. Genauigkeit).★★★★☆
10
Geringe Vorhersagekraft der Testergebnisse für Berufserfolg
Beispiel: Übungen in Assessment Centern (z. B. Postkorbübung) sagen die Eignung des Bewerbers nur unzureichend vorher. (Brannick & Baker, 1989; Schmidt et al., 2016)
→ Kontinuierliche Optimierung der Vorhersageleistung mit Hilfe selbstlernender Algorithmen und Nutzung neuester Kenntnisse im Bereich des maschinellen Lernens.★★★★☆
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Fairness

Definition: Ausmaß, in dem verschiedene Personengruppen gleiche Chancen auf ein gutes Testergebnis haben.
Benachteiligung von Gruppen aufgrund von z.B. Geschlecht, Alter, oder Rasse (Adverse Impact)
Beispiel: Bewerber westlicher Kulturen schneiden in einem Intelligenztest besser ab, da kulturelles Wissen notwendig ist.
→ Verhinderung von Adverse Impact durch sprachfreie und kulturfreie Messverfahren.★★★★★
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Bevorzugung von Gruppen aufgrund von Erfahrungen, die für den Berufserfolg irrelevant sind
Beispiel: Bewerber mit Gaming-Erfahrung schneiden in Minispielen besser ab.
→ Bislang keine Nachweise für einen Zusammenhang zwischen Gaming-Erfahrung und Leistung in Game-based Assessments. Jedoch: weitere Forschung notwendig.★★★☆☆
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Ökonomie

Definition: Ausmaß, in dem der Nutzen des Testverfahrens den finanziellen und zeitlichen Aufwand überwiegt.
Zeitliche und finanzielle Beanspruchung des Bewerbers
Beispiel: Bewerber müssen weite, teure Anreisen für Bewerbertag antreten.
Geringe Beanspruchung des Bewerbers durch Testung via Smartphone („zero-footprint-Messung“).★★★★★
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Geringer Return on Investment
Beispiel: Ein Unternehmen investiert erhebliche finanzielle und zeitliche Ressourcen in ein Assessment Center.
→ Maximierung des Return on Investment durch zeit- und kostengünstige Durchführung.★★★★★
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Akzeptanz

Definition: Ausmaß, in dem ein Testverfahren von Bewerbern positiv bewertet wird.
Negative Bewerberreaktionen
Beispiel: Ein geeigneter Bewerber sagt eine Stelle ab/bewirbt sich nicht, da er das Auswahlverfahren als unfair empfindet.
Höhere Akzeptanz bei Bewerbern im Vergleich zu häufig abstrakten Intelligenz-und Persönlichkeitstest (z.B. Ryan & Ployhart, 2000).★★★★★
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Negative Auswirkungen auf Arbeitgeberruf (Employer Brand)
Beispiel: Ein Teilnehmer des Auswahlverfahrens äußert sich negativ auf auf Social Media.
→ Positionierung als attraktiver Arbeitgeber bei jungen Zielgruppen, weitere Forschung zur Akzeptanz bei älterer/erfahrener Zielgruppe notwendig★★★☆☆
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