1 | Start Date | Headline | Text | Media | Media Credit | Media Caption | Media Thumbnail | Type | Tag |
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2 | 5/10/1992 | Gerd Sachs (SC Freiburg) | Der Torhüter bekam nach einer Verletzung von einem Arzt, der nichts mit dem SC Freiburg zu tun gehabt haben soll, Anabolika gespritzt, um Muskelmasse im Oberschenkel aufzubauen. Das fand jedoch nicht der DFB heraus, sondern <a href="http://www.badische-zeitung.de/sportpolitik/die-aufarbeitung-laeuft-erst-an">der Verein von Sachs, der SC Freiburg.</a> Sachs wechselte zu Jahn Regensburg, in Freiburg durfte er nicht mehr spielen. Auf der offiziellen DFB-Liste taucht der Fall nicht auf. | http://www.badische-zeitung.de/sportpolitik/die-aufarbeitung-laeuft-erst-an | |||||
3 | 6/26/1992 | Thomas Möller (Eintracht Braunschweig) | Thomas Möller hatte vor dem Spiel gegen den SC Freiburg eine Gehirnerschütterung erlitten und nahm die Aufputschmittel Katovit und Etilefrin zur Kreislaufstabilisierung. Der Braunschweiger Arzt Jürgen Stumm meldete die Medikamente <a href="http://www.focus.de/sport/fussball/fussball-prolintan-und150-moeller-war-gedopt_aid_146134.html">eigenen Angaben zufolge</a> vor dem Spiel beim DFB an. Die Substanz wurde aber vom zuständigen DFB-Arzt nicht als Doping erkannt. Vom DFB wurde kein Verfahren eingeleitet. Eingesetzt als Kontrollarzt war der damalige DFB-Mannschaftsarzt Eike van Alste. | ||||||
4 | 1/24/1995 | Roland Wohlfahrt (VfL Bochum) | Wohlfahrt galt als übergewichtig. Er wollte seinen Hunger mit dem Appetitzügler Recathol bekämpfen. Der aber enthielt Norephedrin, eine verbotene Substanz. Er wurde bei einem Hallenturnier positiv getestet und vom DFB für zwei Monate gesperrt. Zudem sprach ihm der Verein eine Sperre von 60.000 D-Mark aus. <a href="http://50jahre.bundesliga.de/de/kurioses/0000239753.php">Er selbst sagte,</a> dass es für ihn kein Dopingfall sei: "Ich habe es ja nicht genommen, um schneller oder länger laufen zu können." | http://www.tagesspiegel.de/sport/fussball/roland-wohlfarth-ich-wusste-nicht-wo-vorne-und-hinten-ist/1713286.html | |||||
5 | 4/1/1998 | Petr Kouba (1. FC Kaiserslautern) | Es war die Saison, als der Aufsteiger Kaiserslautern sensationell Meister wurde. Kouba stand bei keinem Spiel im Tor, er war hinter Andreas Reinke nur Ersatz. Als er sich im Frühjahr am Knie verletzte, wollte er schnell wieder ins Training zurückkehren. Der Sportarzt Dr. Matheis spritzte ihm das Anabolikum Clostebol, eine verbotene Substanz. Den Vereinsärzten erzählt er davon nichts. Er zeigt sich selbst beim DFB an. Dass er gedopt trainierte, wertete der DFB als "Unsportlichkeit" und verurteilte Kouba zu einem Monat Sperre. <a href="http://www.11freunde.de/artikel/vor-15-jahren-petr-kouba-macht-deutschland-zum-europameister">Der DFB-Ankläger Ralf Flügge sagte:</a> "Kouba wurde mit insgesamt 65 chemischen Substanzen behandelt. Von einem erfahrenen Profispieler, der so medikamentös eingedeckt wird, muss man erwarten, dass er sich selbst die Dopingfrage stellt." Als Dopingsünder abgestemeplt ging er zurück nach Prag, ohne ein Spiel für Kaiserslautern gemacht zu haben. | ||||||
6 | 9/26/1998 | Thomas Ernst (VfL Bochum) | VfL-Torhüter Thomas Ernst musste nach einem Zusammenprall in der Halbzeit behandelt werden. Man sieht das im Video. Um den Kreislauf zu stabiliseren, verabreicherte der Mannschaftsarzt Joachim Schulz die in einem Glas Wasser gelösten Tropfen. Das darin enthaltenen Oxilofrin war eine verbotene Substanz. Den Spieler informierte der Arzt nicht. Ernst glaubte, "nur ein Glas Wasser getrunken zu haben." Er wurde positiv getestet und der VfL Bochum wurde zu 80.000 D-Mark Geldstrafe verurteilt. Ernst wurde freigesprochen. Kritisiert wurde während der Sportgerichts-Verhandlung auch die schlampigen Kontrollmaßnahmen des DFB: Der Kontrollbogen trug ein falsches Datum, das Medikament war darauf nicht vermerkt und manche Spieler verließen die Kontrolle. Das Spiel wurde außerdem deshalb berühmt, weil Kaiserslauterns Trainer Otto Rehagel regelwidrig vier Nicht-EU-Ausländer einsetzte. Mehr Hintergrund zu diesem Fall gibt es <a href="http://www.rawieschemann.de/Zeitungsbericht__WAZ_und_der_Kicker_zum_Fall_Thomas_Ernst___kein_Doping_im_Fu__ball-19-27-1.html">hier.</a> | https://www.youtube.com/watch?v=nTRiaf-fvaM | |||||
7 | 5/29/1999 | Thomas Ziemer (1. FC Nürnberg) | Als der Forscher im Labor die Probe von Thomas Ziemer untersuchte, befürchtete er zunächst Hodenkrebs. So hoch waren die gemessenen Anabolika-Werte. In seinen Körper gekommen war die Substanz wohl durch ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel. Ein Klassiker unter den Ausreden für Doping. Zuvor hatte Ziemers Verein, der 1. FC Nürnberg den Ernährungsberater Herbert Brand eingestellt, der die Spieler mit Riegeln und <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/doping-miraculix-und-maeusedorn_aid_180717.html">"grünen ekligen Pillen"</a> versorgte. Sie nannten ihn "Miraculix". Ziemer wies nach der positven Probe jede Schuld von sich und machte dem Ernährungsberater Vorwürfe. Der DFB verurteilte ihm trotzdem zu neun Monaten Sperre, die später auf sechs Monate reduziert wurden. | ||||||
8 | 1/16/2000 | Quido Lanzaat (Borussia Mönchengladbach) | Der Niederländer wechselte im Januar 2000 aus Amsterdam nach Mönchengladbach. Nach dem Turniersieg beim Hallenmasters in München wurde er positiv auf THC getestet. Es ist der Wirkstoff, der im Mariuhana enthalten ist. Er gab zu, an Silvester gekifft zu haben. Bis zu vier Wochen nach der Einnahme lässt sich THC nachweisen. In erster Instanz wurde er zu acht Wochen Sperre verurteilt und Gladbach durfte den Hallenmasters-Titel behalten. Dagegen ging der unterlegene Finalist SpVgg Greuther Fürth in Revision - und bekam Recht. Lanzaat wurde in zweiter Instanz für drei Monate gesperrt und Gladbach bekam den Titel aberkannt. Es war das erste Mal, das eine Spielwertung wegen eines Dopingvergehens annuliert wurde. Die Bestimmungen des Niederländischen Fußballverbandes hätten keine Strafe für den Konsum von Mariuhana vorgesehen. | http://www.spiegel.de/sport/fussball/gladbach-kiffer-auf-dem-boekelberg-a-65069.html | |||||
9 | 8/25/2000 | Manuel Cornelius (Tennis Borussia Berlin) | Nach dem DFB-Pokalspiel gegen Bielefeld wird Manuel Cornelius Nandrolon nachgewiesen. Der bei ihm gemessene Wert lag 30-mal über dem erlaubten Grenzwert. Cornelius wird suspendiert. Sein Berater und sein Anwalt aber forcierten private Ermittlungen. <a href="http://www.berliner-zeitung.de/archiv/nandrolonspuren-nicht-durch-doping-verursacht-verfahren-gegen-cornelius-eingestellt,10810590,9846686.html">Es kam heraus</a>, dass TeBe Berlin täglich so genannte "Speed"-Tabletten mit darin enthaltenem Kreatin an Spieler verteilte. Eine weitere Untersuchung im Labor in Kreischa ergab: Die im Leistungssport oft genutzten Kautabletten waren verunreinigt. Der Verein und Cornelius blieben straffrei. Heute ist Cornelius Trainer des SFC Stern in Berlin. | ||||||
10 | 11/29/2000 | Ibrahim Tanko (Borussia Dortmund) | Im DFB-Pokal kam es zum Derby Dortmund gegen Schalke. Tanko wurde nach dem Spiel positiv auf THC getestet. Er gab zu, bei einer Hochzeit drei Tage vor dem Spiel in den Niederlanden "zwei - drei Mal" an einem Joint gezogen zu haben. Vom DFB wurde er dafür mit vier Monaten Sperre bestraft und musste 15.000 D-Mark zahlen. Borussia Dortmund kündigte ihm fristlos, doch Tanko fand schnell einen neuen Verein: den SC Freiburg. Dort saß er die Sperre ab. Der damalige Trainer Volker Finke <a href="http://www.faz.net/aktuell/sport/doping-vier-monate-sperre-fuer-ibrahim-tanko-117222.html">sagte zu diesem Wechsel:</a> "Leute, die gelegentlich einen Joint rauchen, lebten gesünder als regelmäßige Trinker, die alkoholabhängig würden." 2012 <a href="http://www.merkur-online.de/sport/fussball/dopingsuender-ibrahim-tanko-werbe-aktion-vergessen-2563486.html">vergaß ein BVB-Sponsor den Dortmunder Dopingfall</a> und warb in Anspielung auf den Radsport mit dem Slogan "Das einzige Gelbe Trikot, das frei von Dopingvorwürfen ist." | ||||||
11 | 9/27/2003 | Christian Schmid (SC Pfullendorf) | Das Fußballprofis auch bei alltäglichen Haushaltsmittel exakt kontrollieren müssen, beweist der Fall von Christian Schmid: Er nahm auf Anraten "Aspirin Complex", das den verbotenen Wirkstoff Pseudoephedrin enthält. Nach dem Regionalliga-Spiel gegen Wiesbaden wurde er positiv getestet und für sechs Monate gesperrt. Der Verein wurde zu einer Geldstrafe von 7500 Euro verurteilt. Es war ein "grober Verstoß gegen die Pflicht, keine gedopten Spieler spielen zu lassen." | ||||||
12 | 10/19/2003 | Raymond Kalla (VfL Bochum) | Die Bochumer hatten es verpasst, ein entzündungshemmendes Präperat bei Raymond Kalla anzugeben. Spätestens 72 Stunden vor dem Anpfiff müssen die Vereine solche Mittel anmelden. Kalla ließ sich von seinem Privatarzt wegen Rückenschmerzen ein Mittel spritzen und versäumte die Anmeldung. Er wurde zu drei Spielen Sperre verurteilt. Sein Trainer Peter Neururer <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/vfl-bochum-kalla-droht-doping-sperre-1.724456">sagte damals:</a> "Wahrscheinlich ist das alles nur aus Unwissenheit passiert, und das kann man bei einem Spieler, der aus Kamerun kommt, durchaus nachvollziehen. Da hätte eher der Arzt Bescheid wissen müssen." | http://de.wikipedia.org/wiki/Raymond_Kalla | |||||
13 | 11/9/2003 | Daniel Gomez (Alemannia Aachen) | Eigentlich sind Mannschaftsärzte für die Spieler verantwortlich. Oft frequentieren Spieler aber auch private Ärzte, so auch der Aachener Daniel Gomez. Er ließ sich wegen Beschwerden an der Leiste bei seinem Ex-Klub Royal Excelsior Virton behandeln. Dort bekam er das Cortisonpräperat Methylprednisolon in den Muskelansatz gespritzt, wie der belgische Arzt aus Virton vor dem Sportgericht erklärte. Ein <a href="http://www.aachener-zeitung.de/sport/fussball/ein-gutachten-soll-daniel-gomez-weiter-entlasten-1.85366">juristisches Tauziehen</a> begann: War das leistungssteigernd? Sein Dopingfall war in der DFB-Bewertung nur ein Verstoß gegen die Anti-Doping-Richtlinien, kein Dopingvergehen. Das wäre es bei direkter Injekition in Muskel gewesen. So hat der Verein es lediglich versäumt, die Medikation anzumelden. Trotzdem bekam Gomez eine hohe Sperre von zwölf Spielen. Diese Rechtssprechung kostete auch den Gegner Bielefeld Geld: Sie mussten als Nebenkläger vor dem Sportgericht auftreten und trugen am Ende die Kosten des Verfahrens. Der Geschäftsführer von Arminia Bielefeld, Thomas von Heesen <a href="http://www.alemannia-aachen.de/archiv/presse/details-profis/Juristischer-Abpfiff-von-Arminia-Bielefeld-4169T/">war vewundert</a>: "Doping ist Doping. Es kann nicht sein, dass ein und dasselbe Mittel in verschiedenen Darreichungsformen erlaubt ist, in anderen nicht." | ||||||
14 | 12/2/2003 | Alexander Walke (Werder Bremen) | Wieder Cannabis-Konsum: Der Nachwuchs-Torhüter spielte für Bremen und war mit der U20-Nationalmannschaft bei der WM in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Nach dem Spiel gegen die USA wurde er postitiv auf THC getestet. Das FIFA-Urteil: Eine weltweite Sperre von sieben Monaten und 10.000 Schweizer Franken als Geldstrafe. U20-Nationalmannschaftstrainer Uli Stielike forderte zusätzlich ein lebenslanges Nationalmannschaftsverbot, Werder Bremen hingegen bot dem Nachwuchstorhüter Beratung und Hilfe an. <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/u20-wm-werder-keeper-als-kiffer-ueberfuehrt-a-277554.html">Walke selbst sagte, </a> dass es ihm "unendlich Leid tut." Derzeit spielt Walke für Red Bull Salzburg. | ||||||
15 | 4/11/2004 | Kay-Uwe Jendrossek (FC Erzgebirge Aue) | Der heutige Co-Trainer vom Drittligisten Chemnitzer FC verstieß 2004 gegen die Anti-Doping-Richtlinien des DFB. Jendrossek meldete vor dem Spiel gegen Mainz die Behandlung mit einem cortisonhaltigen Medikament nicht an. Dafür wurde er vom DFB für sechs Spiele gesperrt. | ||||||
16 | 5/15/2004 | Marko Rehmer (Hertha BSC Berlin) | Einer der bislang prominentesten Dopingfälle in Deutschland ist Marko Rehmer. Der ehemalige Nationalspieler verletzte sich am Kiefer. Zur Heilung ließ er sich von seinem privaten Hals-Nasen-Ohrenarzt das Glukokortikosteroid Betamethason geben, das für die lokale Anwendung erlaubt ist, aber beim DFB angemeldet werden muss. Das passierte nicht. Auch dem Verein sagte er nichts. Ein Verstoß gegen die Anti-Doping-Richtlinien. Nach dem letzten Saisonspiel gegen den TSV 1860 München wurde er positiv getestet und für neun Spiele gesperrt. Erst durch die DFB-Mitteilung erfuhr Hertha vom Dopingfall Rehmer. Deshalb kritisierte ihn Manager Dieter Hoeneß scharf. Rehmer musste in der neuen Saison die ersten neun Spiele zugucken und verzichtete währenddessen als selbst auferlegte Strafe auf über 300.000 Euro Gehalt. Dafür durfte er ein weiteres Jahr in Berlin bleiben, kam aber nur noch zu wenigen Einsätzen. Heute ist Rehmer Spielerberater. | http://www.spiegel.de/sport/fussball/dfb-sportgericht-marko-rehmer-wegen-dopings-gesperrt-a-307945.html | |||||
17 | 4/6/2005 | Senad Tignaj (Rot-Weiß Erfurt) | Senad Tignaj wurde nach dem Spiel gegen Unterhaching (2:0) die Substanz Fenoterol nachgewiesen. Tignajs Begründung: Er wollte seinem Sohn zeigen, wie das Asthmaspray funktioniert. Vor Gericht bestätigte seine Frau diese Version. Dennoch lag ein Dopingverstoß vor, für den Tignaj mit der Minimalstrafe von zehn Wochen belegt wurde. Schlimmer für Erfurt war die Umwandlung des 2:0-Sieges in eine Niederlage. Weil Unterhaching ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf war, gingen wichtige Punkte verloren. Einen Monat später stieg Erfurt ab, Unterhaching blieb drin. | ||||||
18 | 11/4/2005 | Nemanja Vucicevic (TSV 1860 München) | Dem Verteidiger der Löwen wird das Mittel Finasterid nachgewiesen. Vucicevic gab an, das die Substanz durch ein von ihm benutztes Haarwuchsmittel in den Körper gelangte. Dem Verein verschwieg er die Einnahme. Er plädierte auf Freispruch, die Strafe fiel aber hart aus: Sechs Monate durfte er nicht spielen. "Ich kann nicht sechs Monate ohne Fußball leben. Ich habe doch nur an meine Haare gedacht", <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/dopingfall-bei-1860-vucicevic-halbes-jahr-gesperrt-a-388134.html">erklärte Vucicevic.</a> Zudem wurde der 2:0-Sieg der Löwen, bei dem Vucicevic überführt wurde, vom <a href="http://www.dfb.de/news/detail/dfb-sportgericht-burghausen-gegen-1860-muenchen-wird-wiederholt-6105/">DFB-Sportgericht annuliert und wiederholt.</a>Burghausen gewann 1:0. | http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/doping-sechs-monate-sperre-fuer-loewe-vucicevic-1278039.html | |||||
19 | 9/17/2005 | Falk Schindler (Kickers Emden) | Beim Spiel gegen Fortuna Düsseldorf traf Schindler zum 1:0, das Spiel endete mit 2:1 für Emden. Nach dem Spiel wurde Schindler positiv auf Finasterid getestet. Das Mittel wurde von Profisportlern früher auch gerne genommen, um eingenommene Anabolika zu verschleiern. Schindler gab an, schon länger ein Mittel gegen den Haarsausfall zu nehmen. Darin war wohl Finasterid enthalten. Vom DFB wird er mit einem halben Jahr Sperre belegt, das Spiel mit 0:2 für Fortuna Düsseldorf gewertet. Emden kündigt den Vertrag mit Schindler fristlos. Ein gesperrter Spieler sei "wie ein Lastwagenfahrer ohne Führerschein", <a href="http://www.nwzonline.de/fussball/wirtschaftliche-entscheidung_a_6,1,3663780202.html">sagte Engelbert Schmid</a>, Emdens Präsident. Als klar wird, dass Schindler das Mittel nicht zur Leistungssteigerung nahm, wird er wieder eingestellt. Heute spielt Schindler beim VFC Plauen. | http://www.vfc-plauen.de/files/file/2014-2015/IMG_0231_web.JPG | VFC Plauen. | ||||
20 | 2/24/2007 | Marc Lerandy (SC Pfullendorf) | Lerandy nennt es selbst das "Doping-Missverständnis". Denn das Asthmamittel, das die verbotene Subtanz Reproterol enthielt, inhalierte er schon seit seinem zehnten Lebensjahr täglich. Bei der Dopingkontrolle nach dem Spiel gegen die Sportfreunde Siegen hatte er es nicht angegeben. Das ist zusätzlich zum Dopingvergehen auch ein Verstoß gegen die Anti-Doping-Richtlinien. <a href="http://www.dfb.de/news/detail/dfb-sportgericht-sperrt-pfullendorfs-lerandy-fuer-sechs-spiele-10557/">Der DFB</a> sperrte ihn daraufhin für sechs Spiele. Seitdem bezeugt ein ärztliches Attest die Einnahme. Mittlerweile hat Lerandy seine Karriere beendet. | http://www.fupa.net/berichte/marc-lerandy-und-der-wunsch-nach-normalitaet-127592.html | |||||
21 | 9/1/2007 | Willi Steinke (VfL Wolfsburg B-Junioren) | Auch Willi Steinke hatte vergessen, ein Asthmamittel anzugeben. Der Abwehrspieler, der für den VfL Wolfsburg in der B-Jugend auflief, wurde nach einem Spiel der Junioren-Bundesliga getestet. Ergebnis: Prednisolon und Prednison wurden gefunden, beide Substanzen stehen auf der WADA-Verbotsliste. Sie waren in Asthma-Tabletten enthalten, die Steinke von einem Arzt verschrieben bekommen hatte. Dafür wurde er für sechs Spiele gesperrt. | http://www.dfb.de/news/detail/dfb-sportgericht-sperrt-wolfsburger-willi-steinke-fuer-sechs-spiele-12507/ | |||||
22 | 12/14/2007 | Daniel Gunkel (FSV Mainz 05) | Am Spieltag ließ sich Daniel Gunkel eine Spritze vom Mainzer Mannschaftsarzt geben. Diese enthielt eine Substanz, die anzeigepflichtig ist. Zwar meldete der Arzt diese Behandlung bei der Dopingkontrolle an. Zuvor vergaß er aber, auch die NADA, die Nationale Anti Doping Agentur, mit einem Formblatt darauf hinzuweisen. Dieser Formfehler der Mainzer wurde vom DFB mit 8000 Euro bestraft, Gunkel wurde verwarnt. Heute trainiert er die zweite Mannschaft des BSV Rehden. | ||||||
23 | 10/4/2008 | David Solga (Wacker Burghausen) | David Solga wurde nach dem Spiel gegen Jahn Regensburg positiv auf Methylpseudoephedrin getestet. Es war im Grippemittel Tempil N enthalten, das Solga wegen einer Atemwegs-Infektion vom Vereinsarzt bekam. Dabei wurde übersehen, dass das Mittel eine Dopingrelevanz hat. Solga wurde nur verwarnt, Wacker Burghausen muss sich nach Ansicht des DFB das fahrlässige Verhalten zurechnen lassen und bekam eine Strafe von 5000 Euro. Das DFB-Sportgericht erklärte zwar, dass er das Mitteln nachweislich nicht zu Leistungssteigerung einnahm. <a href="https://sportrecht.wordpress.com/2008/11/14/dfb-sportgericht-verwarnt-david-solga-wegen-dopingvergehens/">Klare Worte</a> gingen aber an Solga: Spieler dürfen sich nicht blind auf den Vereinsarzt verlassen, sondern stehen selbst in der Pflicht, die Beipackzettel genau zu studieren. Wacker Burghausen betonte, dass weder Spieler noch Arzt eine Schuld treffe. Solga spielt heute bei den Amateuren von Borussia Dortmund. | http://de.wikipedia.org/wiki/David_Solga | |||||
24 | 2/7/2009 | Andreas Ibertsberger und Christoph Janker (TSG Hoffenheim) | Deutlich wie nie davor wurde der laxe Umgang mit Dopingkontrollen im Fußball beim Fall der TSG Hoffenheim. Die Anti-Doping-Beauftragte der Nada war über die mangelnden Kentnisse der Anti-Doping-Richtlinien <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/doping-affaere-hoffenheim-muss-75-000-euro-strafe-zahlen-a-613640.html">"überrascht".</a> Andreas Ibertsberger und Christoph Janker wurden zur Kontrolle nach dem Spiel gegen Mönchengladbach ausgelost. Statt sich diekt auf den Weg dorthin zu machen, wie in den DFB-Regularien vorgeschrieben, hielten sich die beiden rund zehn Minuten in der Kabine auf. Zeit, um Proben zu verfäschen? Der Anti-Doping-Beauftragte des Vereins, Peter Geigle, hatte vergessen, die Spieler über die Kontrolle zu informieren. Dafür wurde Geigle zu einer Strafe von 2500 Euro verurteilt. Zudem versuchte er, seine Aufgabe an den Spielleiter des Klubs abzugeben, außerdem hielten sich Ärzte beider Teams im Kontrollraum auf, was ebenfalls nicht erlaubt ist. Rainer Koch, Vorsitzender der Anti-Doping-Komission <a href="http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/doping-affaere-hoffenheim-kontrolle-war-eine-alibi-veranstaltung-1922590.html">nannte die Kontrolle</a> eine "Alibi-Veranstaltung". Hoffenheim musste wegen eines "fahrlässig begangenen Verstoßes" 75.000 Euro zahlen. Die beiden Proben der Spieler waren negativ. Hoffenheim wurde in dieser Saison Herbstmeister, auch deswegen erregte der Fall viel Aufmerksamkeit. Sogar der damalige DFB-Präsident Theo Zwanziger <a href="http://www.spox.com/de/sport/fussball/bundesliga/0903/Artikel/hoffenheim-doping-keine-strafe-fuer-ibertsberger-janker.html">musste sich anschließend dazu äußern.</a> <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/doping-affaere-hoffenheim-muss-75-000-euro-strafe-zahlen-a-613640.html">Der DFB erklärte danach: </a> "Das Verfahren hat präventive Bedeutung für die gesamte Liga, die aufgewacht ist." Als Konsequenz aus diesem Fall führte der DFB das in anderen Sportarten längst übliche Chaperon-System ein. Chaperons sind vom Verband eingesetzte Begleiter, deren einzige Aufgabe es ist, die für die Dopingkontrolle ausgewählten Spieler sofort nach Spielende zur Dopingkontrolle zu führen. | <blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Ralf Rangnick 2009: „Jeder Verein hat einen Doping-Beauftragten, normalerweise sind das die Mannschaftsärzte.“ <a href="https://twitter.com/hashtag/Janker?src=hash">#Janker</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/Ibertsberger?src=hash">#Ibertsberger</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/TSG?src=hash">#TSG</a></p>— fussballdoping (@fussballdoping) <a href="https://twitter.com/fussballdoping/status/367542834767077376">14. August 2013</a></blockquote> <script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> | |||||
25 | 11/21/2009 | Tobias Francisco (SV Babelsberg) | Francisco wurde nach dem Spiel gegen den Halleschen FC positiv auf Testosteron getestet. Er wurde weltweit für zwei Jahre gesperrt. Sein Fall zeigt anschaulich, wie sehr der Leistungsdruck im Fußballgeschäft bis in die Regionalliga hinein zu Doping verleiten kann. Francisco war nur Ersatzspieler: "Ich wollte mich durchsetzen", <a href="http://www.mz-web.de/fussball/regionalliga-francisco-wird-wegen-doping-gesperrt,20642322,17747558.html">sagte der Mittelfeld-Spieler.</a> Oft sei ihm gesagt worden, ihm fehle es an Durchschlagskraft. Der bei ihm gemessene Testosteron-Wert lag bei 32,8, der Grenzwert ist 4. Eine extrem hohe Abweichung. Der Babelsberger Präsident Rainer Speer erklärte, dass Francisco die Substanz in einem Berliner Fitnessstudio zu sich nahm. "Er hat es sich aufschwatzen lassen", <a href="http://www.fussball24.de/fussball/291/292/293/86421-doping-babelsberg-reservist-francisco-positiv?utm_source=web&utm_medium=twitter">sagte der damalige Trainer Dietmar Demuth. </a>Dopingexperten gehen davon aus, dass das Testosteron in Form eines Pflasters oder eines Gels aufgenommen wurde. Leistungsdruck und das Umfeld der Spieler können natürlich auch ein Grund für Doping im Fußball sein, <a href="http://fussballdoping.correctiv.org/2012/07/warum-dopen-fusballer/#more-32">erklärte uns eine Soziologin. </a> | ||||||
26 | 5/12/2013 | Marcus Storey (BSV Schwarz-Weiß Rehden) | Ein Fall, über den öffentlich bisher nichts bekannt war. Marcus Storey wurde nach dem Spiel in Neumünster positiv auf Methylenedioxymethamphetamine getestet. Besser bekannt ist die verbotene Substanz als Partydroge Ecstasy. Er selbst sagte, dass ihm die Droge jemand ins Getränk gemischt habe. Nach der Saison in Rehden kehrt er sofort zurück in die USA. In Abwesenheit wird er am 10. Juli 2013 vom DFB zu einer weltweiten Sperre von zwei Jahren verurteilt. Rehden blieb ohne Strafe. Niemand fühlte sich für den Fall zuständig, deshalb blieb er unbekannt. | http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Storey | |||||
27 | 11/30/2013 | Francois Marque (FC Saarbrücken) | Marques Probe wies Glukortikoide auf, die im Cortison enthalten sind. Im Training ist die Anwendung erlaubt. Für die Einnahme im Spiel braucht es dafür eine so genannte "therapeutische Ausnahmeregelung" (TUE), die Vereine vorher stellen können. Bei Marque lag diese für das Spiel gegen RB Leipzig nicht vor, deshalb wurde er für sechs Spiele gesperrt. Da der Wirkstoff keine leistungssteigernde Wirkung hat, fiel das Urteil milde aus. Der Verein kündigte ihm aber fristlos seinen Vetrtrag. Seltsam ist der Umgang des FC Saabrücken mit dem Fall: Auf Nachfrage wollte der Verein nicht sagen, warum keine TUE gestellt wurde und wer dem Spieler das Mittel verabreicherte. "Vielleicht müssen wir die eigenen Spieler in Zukunft noch ein Stück mehr sensibilisieren", <a href="http://fussballdoping.correctiv.org/2014/02/dopingfall-marque-sechs-spiele-sperre/"> antworteten die Saarbrücker. </a> | ||||||
28 | 4/17/2014 | Mickael Poté (Dynamo Dresden) | Der ehemalige Dresdner Angreifer ist Asthmatiker. Sein Spray hatte er beim DFB ordnungsgemäß angemeldet. Allerdings ergab die positive Dopingprobe nach dem Spiel bei Erzgebirge Aue einen erhöhten Salbutamol-Wert. Das ist die im Spray enthaltene Substanz. <a href="http://www.dfb.de/news/detail/dfb-sportgericht-verwarnt-ehemaligen-dresdner-mickael-pote-60875/">Der DFB vermutet</a> "allergische Probleme", weswegen Poté wohl zu zu viele Sprühstöße inhalierte. Da die Substanz nicht zu den klassischen leistungsfördernden Mitteln gehört und Poté zum ersten Mal aufgefallen ist, wurde er nur verwarnt. | ||||||
29 | 9/12/2014 | Joseph Mensah (FC Schweinfurt) | Nach dem Spiel gegen den TSV Buchbach wird Mensah positiv auf Ampethamine getestet. Eine Stimulanz, deren Einnahme verboten ist. Gemessen wurden bei Mensah 200 statt der erlaubten 100 Nanogramm. "Kein absichtliches Doping", sagte Mannschaftsarzt Reiner Wirsching. Nach einer ungewöhnlich langen Zeit (Probe im Oktober) wurde Mensah im Januar 2015 für zwei Jahre gesperrt. Das Spiel, das die Schweinfurter eigentlich mit 2:1 gewannen, wurde mit 0:2 für Buchbach gewertet. Außerdem musste Schweinfurt eine Strafe von 400 Euro zahlen, da ein gedopter Spieler auf dem Feld stand. <a href="http://www.mainpost.de/sport/Ueberregional-Doping-Urteil-schockt-den-FC-05;art20426,8514742">Interessante Aussagen</a> lieferte anschließend der Schweinfurter Trainer Gerd Klaus: "Generell sollte man es im Amateursport hinterfragen, ob Kontrollen überhaupt sinnvoll sind. Schon aus finanziellen Gründen ist systematisches Doping doch gar nicht möglich." Der Schweinfurter Mannschaftsarzt Wirsching <a href="http://www.fcschweinfurt1905.de/?p=2355">erklärte</a>, dass sich Ampethamine nur in einem in Deutschland zugelassenen Medikament finden lassen, dessen Einnahme bei Mensah aber ausgeschlossen sei. Bliebe noch die Einnahme von Apetittzüglern oder von Drogen wie "Speed". Das er Drogen zu sich nahm, bestreitet Mensah aber. Stattdessen erklärte er, Colanüsse gegessen zu haben, die verunreinigt gewesen sein sollen. Seit Anfang Januar 2015 ist Mensah ohne Verein, er war noch bis 16. Oktober 2016 gesperrt. | ||||||
30 | 12/6/2014 | Cebio Soukou (Rot-Weiß Essen) | "Für mich ist das keine Doping-Affäre!", sagte Cebio Soukou nach seinem Urteil. Für fünf Monate wurde er gesperrt. Bei ihm wurde nach dem Spiel gegen die Sportfreunde Lotte Methylhexanamin gefunden. In einem Interview mit "Der Westen" erklärt Soukou sein Dilemma: Er habe wie viele andere Spieler auch Nahrungsergänzungsmittel zu sich genommen, um vor allem im Winter das Immunsystem zu stärken. Vor dem Spiel gegen Lotte gleich mehrere. Der Verein wusste von der jahrelangen Praxis nichts. Deshalb sei die positive Probe für ihn ein Schock und auch kein Doping, da keine leistungssteigernden Absichten dahinter standen. Der Verein veranlasste eine <a href="http://www.rot-weiss-essen.de/neues/nachrichten/newsdetail/3056-stellungnahme-sowie-fragen-und-antworten-zur-positiven-b-probe-von-cebio-soukou.html?sword_list[0]=soukou&sword_list[1]=doping">eigene Untersuchung</a> der Nahrungsergänzungsmittel, um Soukous Angaben zu überprüfen. Künftig will Soukou alle Präperate von einem Experten untersuchen lassen. Das Spiel, das eigentlich 1:1 endete, wurde für Essen mit 0:2 gewertet. Für Lotte hingegen blieb das 1:1 zu bestehen. Ein Spiel, zwei Ergebnisse. Für die Regionalligen sind die Landesverbände zuständig. Einheitliche Rechtssprechung sieht anders aus. Michael Lehner war der Anwalt von Cebio Soukou. Er hat Erfahrung mit den Dopingkontrollen und den Verhandlungen vor Gericht. Die Fälle Mickael Poté, Manuel Cornelius und Nemanja Vucicevic übernahm auch er. <a href="http://www.derwesten.de/sport/fussball/rwe/anwalt-hofft-auf-gerechtes-urteil-id10239969.html">Er plädiert bei Nahrungsergänzungsmitteln</a> für einen zentral gesteuerten Einkauf durch die Vereine. Für einen Einblick in die Verhandlungen vor dem Sportgericht des Westfälischen Verbandes gibt es <a href="http://www.reviersport.de/295726---rwe-soukou-verhandlung-vor-sportgericht.html">diesen Ticker</a> zum nachlesen. | <blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Im Interview spricht <a href="https://twitter.com/rot_weiss_essen">@rot_weiss_essen</a> Cebio Soukou exklusiv über die "Doping-Affäre" <a href="http://t.co/0B2KJnHKmu">http://t.co/0B2KJnHKmu</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/rwe1907?src=hash">#rwe1907</a></p>— RevierSport (@RevierSport) <a href="https://twitter.com/RevierSport/status/563263237253496832">5. Februar 2015</a></blockquote> <script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> | |||||
31 | 3/26/2015 | <a href="http://fussballdoping.correctiv.org/en/">Correctiv / Fussballdoping</a> | Wir recherchieren weiter zum Doping im Fußball. Und wir interessieren uns für Ihre Infos. Sie wissen etwas? Dann kontaktieren Sie uns, gerne auch vertraulich. <a href="https://correctiv-upload.org/">Hier</a> können Sie uns anonym schreiben oder Dokumente schicken. Oder kontaktieren Sie uns direkt: Daniel Drepper +49 151 407 95 370 daniel.drepper@correctiv.org Jonathan Sachse +49 151 285 966 09 jonathan.sachse@correctiv.org |