Modul 4: Konfliktmanagement und Kommunikation
Funded by the European Union. Views and opinions expressed are however those of the author(s) only and do not necessarily reflect those of the European Union or OeAD-GmbH. Neither the European Union nor the granting authority can be held responsible for them.�Project N° 2023-1-AT01-KA220-VET-000157913
Überblick
Einstellungen zu Konflikten
Was verbinden Sie mit Konflikten?
Häufige Einstellungen gegenüber Konflikten
Einführung in Konflikte
Fragen zu Konfliktverhalten
Definitionsaspekte
Wahrgenommene Beeinträchtigung (für beide Parteien wichtig)
Erlebte Konfliktsymptome, z. B.:
Erkennen Sie die Konfliktsignale? Wann würden Sie eine Diskussion als Konflikt betrachten?
Individuelle Auswirkungen von Konflikten
Wichtig: Erkennen Sie auch die positiven Aspekte von Konflikten und entwickeln Sie eine konstruktive Einstellung dazu!
Negative Auswirkungen
Positive Auswirkungen
Individuelle Auswirkungen von Konflikten
Die hohen Kosten von Konflikten
Arten von Konflikten
Wichtigste Risiken
Warum entstehen Konflikte am Arbeitsplatz?
Kommunikationsfaktoren
Strukturelle Faktoren
Verhaltensfaktoren
Externe Konfliktquellen
Externe Quellen
Berufliche Quellen – familiäre Quellen – (sonstige) private Quellen
Fragen
Zu tun�Strategischer Ansatz:�Diagnose – Strategie – Prävention / Aktionsplan
Interne Konfliktquellen
Interne Ursachen
Innere Impulse und interne Konflikte verursachen externe Konflikte
Fragen
Zu tun:�Persönliche Analyse / Selbstreflexion, persönliche Entwicklung�Entdecken: „Introjekte”, elterliche Botschaften, „Komplexe”, Projektionen, Übertragungen usw.
Konfliktreflexionsübung (Einzelaufgabe + 4er-Gruppen)
Schritt 1 – Individuelle Reflexion:
Denken Sie an einen Konflikt (entweder gelöst oder ungelöst), den Sie erlebt haben.
Schritt 2 – Gruppendiskussion (30 Min.):
Bilden Sie kleine Gruppen und tauschen Sie sich abwechselnd über Ihre Erfahrungen aus.
Verwenden Sie die folgenden Fragen, um mehr Klarheit über das Geschehene zu gewinnen.
Diskussionsfragen:
Reflexion
Definition und Einstellung
Konfliktquellen
Emotionen in Konflikten
Kommunikation in Konflikten
Aussagen aus individueller Perspektive verwenden
„Ich“-Aussagen statt „Du“-Aussagen
�Keine „Du“-Botschaften – diese wirken wie Angriffe und verschärfen Konflikte
Verwenden Sie eine nicht anklagende Sprache (und meinen Sie es auch so)
Urteilen Sie nicht
Optionale Ergänzungen:
„Ich“-Aussagen: Beispiele
„Du hörst mir nie zu.“
„Du kommst immer zu spät.“
„Dieses Projekt ist dir egal.“
„Du bist so unordentlich.“
Formel für Emotionen + Verhalten + Auswirkungen
Hilft dabei, Gefühle und Bedürfnisse klar und ohne Schuldzuweisungen auszudrücken, um Verständnis und einen konstruktiven Dialog zu fördern.
Mögliche Formulierung: „Ich fühle mich ___, wenn ___, weil ___.“
Beispiele
Kernidee:
Konfliktlösung
Konfliktlösungsstile
Dominierend
Gewinnen-Verlieren
Konsens�Win-Win
Gehorchen�Verlust-Gewinn
Vermeidung
Verlust-Verlust
Kompromiss
Interesse an der Durchsetzung der eigenen Interessen
gering
hoch
Interesse an Zusammenarbeit und Interessen an der anderen Partei
gering
hoch
Konfliktlösungsstile
Dominierend (wettbewerbsorientiert)�Geringe Kooperation, hohe Durchsetzungsfähigkeit�Durchsetzung der eigenen Interessen (mit dem Ziel, den Konflikt zu „gewinnen“)�Beispiel: Ein Manager setzt eine Entscheidung durch, ohne einen Konsens zu erzielen
Konsens (kooperativ)�Hohe Kooperationsbereitschaft, hohe Durchsetzungsfähigkeit�Gemeinsame Problemlösung, Win-Win-Ergebnisse�Beispiel: Verhandlungen, die beiden Seiten zugute kommen
Vermeidung (Rückzug)�Geringe Zusammenarbeit, geringe Durchsetzungsfähigkeit�Konflikt wird ignoriert, anstatt ihn anzugehen�Beispiel: Keine Diskussion führen
Kompromiss (Mittelweg)�Mäßige Kooperationsbereitschaft und Durchsetzungsfähigkeit�Lösung durch gegenseitige Zugeständnisse�Beispiel: Beide Seiten erreichen ihre Ziele teilweise
Entgegenkommen (Anpassung)�Hohe Zusammenarbeit, geringe Durchsetzungsfähigkeit�Zurückstellung eigener Interessen, um die Beziehung aufrechtzuerhalten�Beispiel: Aufgeben persönlicher Wünsche, um Harmonie zu bewahren
Was ist „mein“ Konfliktlösungsstil?
Welcher Konfliktlösungsstil ist „der beste”?
Der auf Verhandlungen basierende Ansatz der Harvard-Schule zur Konfliktlösung
1. Trennen Sie die Personen vom Problem
• Konzentrieren Sie sich auf die Probleme, nicht auf die Persönlichkeiten.
• Beherrschen Sie Ihre Emotionen und kommunizieren Sie respektvoll.
2. Konzentrieren Sie sich auf Interessen, nicht auf Positionen
• Schauen Sie hinter die formulierten Forderungen und erkennen Sie die zugrunde liegenden Bedürfnisse und Motivationen.
• Fragen Sie „Warum?“ und „Warum nicht?“, um gemeinsame Interessen aufzudecken.
3. Finden Sie Optionen für gegenseitigen Gewinn
• Führen Sie gemeinsam ein Brainstorming durch, um kreative Lösungen zu finden.
• Streben Sie Win-Win-Ergebnisse an, statt in Nullsummen-Kategorien zu denken.
4. Bestehen Sie auf der Verwendung objektiver Kriterien
• Verwenden Sie faire Standards oder externe Benchmarks, um Entscheidungen zu treffen.
• Geben Sie keinem Druck oder Positionsverhandlungen nach Fisher & Ury, 1977
Der auf Verhandlungen basierende Ansatz der Harvard-Schule zur Konfliktlösung
1. Vorbereitung: Identifizieren Sie Ihre Interessen und die der anderen Partei.
2. Kommunikation: Hören Sie aktiv zu, erkennen Sie Emotionen an und klären Sie Missverständnisse.
3. Erkundung: Erarbeiten Sie mehrere Optionen, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
4. Bewertung: Verwenden Sie objektive Maßstäbe, um die Fairness zu beurteilen.
5. Einigung: Streben Sie nach Lösungen, die den Kerninteressen beider Seiten gerecht werden.
(Das Ziel ist nicht, die Auseinandersetzung zu „gewinnen”, sondern zu klugen, dauerhaften Vereinbarungen zu gelangen.)
Übung: Von Positionen zu Interessen (zu zweit / in Dreiergruppen)
Ziel: Nicht die Diskussion „gewinnen”, sondern kluge, dauerhafte Vereinbarungen treffen.
Schritt 1: Wählen Sie ein Szenario aus (2 Min.)
Beispiel:
Schritt 2: Verteidigen Sie Ihre Position (3 Min.)
Schritt 3: Konzentrieren Sie sich auf Interessen (7 Min.)
Beginnen Sie erneut mit den Harvard-Schritten:
Schritt 4: Reflexion (3 Min.)
Ihr KAIN-Projekt
Fünf wesentliche Definitionsbausteine
Ein klar definiertes Projekt ist schon die halbe Miete. Nutzen Sie diese fünf Bausteine, um Ihre Gedanken zu strukturieren und sicherzustellen, dass Ihr Projekt fokussiert, umsetzbar und ergebnisorientiert ist. Jeder Baustein dient einem bestimmten Zweck, um eine vage Idee in einen konkreten Plan umzuwandeln.
01 Situation
Beschreiben Sie das konkrete Problem oder den Bedarf, den Sie angehen möchten. Halten Sie sich an Fakten und den aktuellen Stand – was passiert gerade, das Ihre Aufmerksamkeit erfordert?
02 Ziel(e)
Definieren Sie Ihr SMART-Ziel: Was ist der gewünschte Zielzustand? Beschreiben Sie konkret, wie Erfolg aussieht und wann Sie ihn erreichen werden.
03 Wert
Formulieren Sie den Nutzen für sich, Ihr Team und/oder Ihr Unternehmen. Wird dies die Effizienz verbessern, die Qualität steigern, den Wissenstransfer ermöglichen oder ein anderes greifbares Ergebnis liefern?
04 Vorgehensweise
Skizzieren Sie 3–5 wichtige Maßnahmen oder kleine Experimente, die Sie durchführen werden. Übernehmen Sie die Kaizen-Philosophie: kleine Schritte, kontinuierliche Verbesserung.
05 Messung und Nachweis
Identifizieren Sie 2–3 Indikatoren, die den Fortschritt belegen. Sammeln Sie einfache Vorher-Nachher-Daten, um zu zeigen, was sich verändert hat.
Projektbeispiele und realistische Erwartungen
Reales Beispiel: Mentoring-Projekt
„Optionen für Mentoring in meiner Organisation ausloten, einen Plan entwickeln, mit einem Mentee beginnen und die Vorbereitungsphase innerhalb der nächsten 6 Wochen abschließen.“
Dieses Ziel ist spezifisch (Mentoring), messbar (ein Mentee, Vorbereitungsphase), erreichbar (6 Wochen), relevant (Organisationsentwicklung) und zeitgebunden (6 Wochen).
Halten Sie Ihre Erwartungen realistisch
Es ist besser, ein fokussiertes, gut durchgeführtes Projekt zu liefern, als sich zu übernehmen und zu wenig zu erreichen. Ein klar definierter Umfang ist immer besser als ehrgeizige Unbestimmtheit.
Denken Sie daran: Sie säen nur, Sie ernten noch nicht die gesamte Ernte. In der Praxisphase geht es darum, durch Handeln zu lernen, nicht um Perfektion.
Zeitplan für die Übungsphase
Der Erfolg während der Praxisphase beruht auf der Kombination aus der richtigen Unterstützung, einem gleichmäßigen Rhythmus aus Handeln und Reflektieren und der Erfassung von gerade so vielen Unterlagen, wie zum effektiven Lernen und Kommunizieren erforderlich sind. Sie arbeiten nicht isoliert – Coaching, Unterstützung durch Kolleg:innen und strukturierte Check-ins halten Sie auf Kurs.
1
Wochen 0–1
Finalisieren Sie Ihren Projektplan und sichern Sie sich die Unterstützung der Stakeholder. Stellen Sie sicher, dass alle verstehen, was Sie tun und warum.
2
Wochen 1–5
Führen Sie Ihre Maßnahmen durch und führen Sie Tests durch. Halten Sie wöchentliche kurze Besprechungen (15–30 Minuten) ab, um den Fortschritt zu überprüfen und den Kurs anzupassen.
3
Woche 5–6
Halten Sie Ihre Ergebnisse fest, reflektieren Sie, was funktioniert hat und was nicht, und beginnen Sie mit der Ausarbeitung Ihrer Präsentation.
Wir verlangen keine langen Berichte. Halten Sie die Dokumentation einfach, praktisch und nützlich für das Lernen und die Kommunikation.
Einseitige Projektbeschreibung
Fassen Sie die fünf Definitionsblöcke (Situation, Ziel, Wert, Ansatz, Messung) auf einer einzigen Seite zusammen, um Klarheit und Fokus zu gewährleisten.
Fortschrittsprotokoll
Notieren Sie gegebenenfalls Datum, ergriffene Maßnahmen, Beobachtungen oder Ergebnisse und nächste Schritte. So entsteht eine einfache Darstellung Ihres Weges.
Vorher-Nachher-Übersicht
Dokumentieren Sie Ihre Indikatoren zu Beginn und am Ende. Selbst grobe Daten erzählen eine aussagekräftige Geschichte der Veränderung.
Unterstützung während des gesamten Trainings
Trainer:in-Coaching auf Abruf
Ganz gleich, ob Sie einen kurzen Tipp oder ein intensiveres Coaching zu einer komplexen Herausforderung benötigen, Ihr:e Trainer:in steht Ihnen jederzeit zur Seite. Vereinbaren Sie Termine nach Bedarf – warten Sie nicht, bis sich Probleme verschärfen.
Externe Expert:innen
Für spezielle Themen, die über das Kernprogramm hinausgehen, können wir externe Expert:innen hinzuziehen, die Ihnen gezielte Anleitung und Einblicke bieten.
Kommunikationskanäle
Gruppenchat: Nutzen Sie die WhatsApp- oder Teams-Gruppe für kurze Fragen, zum Erfahrungsaustausch und zum gegenseitigen Lernen. Sie sind nicht allein.
Feste 1:1-Sitzung:
Sie haben mindestens eine geplante 1:1-Sitzung mit Ihrem/Ihrer Trainer:in, um Ihre Fortschritte zu überprüfen, Probleme zu lösen und Ihren Ansatz zu verfeinern.
Vorbereitungstipp
Phase 3 Vorbereitungstipp: Erstellen Sie Ihre Präsentation nach und nach. Halten Sie Probleme → Ziele → Ansätze → Ergebnisse → gewonnene Erkenntnisse in Echtzeit fest, anstatt am Ende alles zusammenzufassen. Ihr zukünftiges Ich wird es Ihrem gegenwärtigen Ich danken.
Erfolgsfaktoren und Fallstricke vermeiden
Der Unterschied zwischen erfolgreichen und gescheiterten Projekten hängt oft von einigen wenigen entscheidenden Faktoren ab. Wenn Sie verstehen, was zum Erfolg führt – und was Projekte häufig zum Scheitern bringt –, können Sie die Praxisphase mit Zuversicht und Flexibilität angehen.
Sichern Sie sich Unterstützung
Informieren Sie die Führungskräfte frühzeitig, klären Sie die Entscheidungsbefugnisse und stellen Sie sicher, dass Sie sichtbare Unterstützung haben. Stille Unterstützung reicht nicht aus – machen Sie sie explizit.
Beziehen Sie Ihr Team mit ein
Schaffen Sie einen Multiplikatoreffekt durch gemeinsames Lernen. Wenn das Team engagiert ist, verbreitet sich Wissen und das Engagement vertieft sich.
Holen Sie sich proaktiv Feedback
Verwenden Sie je nach Situation die BOOST- oder Sandwich-Technik. Regelmäßige Feedback-Schleifen verhindern Abweichungen und decken Probleme frühzeitig auf.
In kleinen Schritten iterieren
Folgen Sie dem Zyklus: Hypothese → Test → Lernen → Anpassen. Kleine Experimente reduzieren das Risiko und beschleunigen den Lernprozess.
Erfolgsfaktoren und Fallstricke vermeiden
Zu vermeidende Fallstricke
Gegenmaßnahmen
Checkliste für den Start
Bevor Sie mit der Praxisphase beginnen, stellen Sie sicher, dass Sie folgende Punkte abgehakt haben:
Thema und SMART-Ziel definiert
Der Schwerpunkt Ihres Projekts ist klar definiert und Ihr Ziel erfüllt alle SMART-Kriterien.
Beteiligte identifiziert und informiert
Sie wissen, wer wichtig ist, und diese Personen wissen, was Sie vorhaben
Maßnahmen/Experimente geplant
Sie haben 3–5 kleine Maßnahmen oder ein größeres Experiment zum Testen skizziert
Metriken mit Basiswert festgelegt
Sie haben 2–3 Indikatoren definiert und (wenn möglich) Ausgangsdaten erfasst
Termine festgelegt und Vorlagen erhalten
Ihr 1:1-Coaching und Ihre Gruppen-Check-ins sind geplant; Sie haben Vorlagen für Berichte, Protokolle und Präsentationen
Phase 3 Sitzung: Präsentation & Reflexion
Datum: xx.xx.xxxx
Format
Antworten
Mitzubringen
Dies ist Ihre Gelegenheit, Fortschritte zu feiern, Erkenntnisse auszutauschen und von den Erfahrungen Ihrer Kolleg:innen zu lernen.
Kommen Sie vorbereitet, um zu inspirieren und inspiriert zu werden.
senior-talent.eu
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