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Präsentation der Forschungsergebnisse

Autor*innen: Marco Rapp, Kristaps Kovalonoks, Nicole Hußmann

Funded by the European Union. Views and opinions expressed are however those of the author(s) only and do not necessarily reflect those of the European Union or OeAD-GmbH. Neither the European Union nor the granting authority can be held responsible for them.�Project N° 2023-1-AT01-KA220-VET-000157913

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Überblick

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Was ist Senior Talent?

Senior Talent ist ein Erasmus+-Projekt, das sich darauf konzentriert, die Rolle von Menschen ab 55 Jahren im heutigen Arbeitsleben zu stärken, insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

Senior Talent unterstützt Personen, die kurz vor dem Ruhestand stehen oder bereits im Ruhestand sind, dabei, engagiert zu bleiben, neue Fähigkeiten zu entwickeln und einen Beitrag zu den sich wandelnden Anforderungen am Arbeitsplatz zu leisten.

Erfahren sie mehr auf: senior-talent.eu

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Über das Projekt

In ganz Europa stoßen erfahrene Fachkräfte auf begrenzten Wachstumsmöglichkeiten oder altersbedingten Hürden. Dazu zählen Vorurteile hinsichtlich ihrer Anpassungsfähigkeit, eingeschränkter Zugang zu Weiterbildungen oder der Druck, früher als gewünscht in den Ruhestand zu gehen. Gleichzeitig konfrontiert der demografische Wandel Organisationen mit dem Risiko, wertvolles institutionelles Wissen zu verlieren, wenn ältere Beschäftigte aus dem Arbeitsleben ausscheiden.

Angesichts dieser Herausforderungen bietet Senior Talent KMU praktische Tools, von Experten geleitete Schulungen und maßgeschneiderte Personalberatung. So können ältere Mitarbeiter:innen weiterhin sinnvolle Aufgaben übernehmen, jüngere Kollegen betreuen oder neue Aufgaben erhalten, die ihren Interessen und Stärken entsprechen.

Das Projekt fördert integrative und nachhaltige Arbeitsumfelder, an denen Menschen aller Altersgruppen zusammenarbeiten, Wissen austauschen und gemeinsam wachsen.

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Unsere Vision

Wir fördern integrative, altersdiverse Arbeitsplätze, an denen Menschen aller Generationen voneinander lernen, ihr Wissen teilen und gemeinsam wachsen.

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Die Herausforderung, die wir angehen

Wie können erfahrene Arbeitskräfte im Alter von 55+ engagiert, wertgeschätzt und produktiv bleiben, während Arbeitsplätze sich fortlaufend verändern?

Unsere Forschung untersucht diese Frage, in dem sie sich auf die realen Bedürfnisse von erfahrenen Arbeitskräften, sowie die notwendigen Unterstützungssysteme für KMU konzentriert, um diese Fachkräfte effektiv einzubinden und zu halten.

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Unsere Arbeit

Unsere Arbeit fokussiert sich darauf, zu verstehen, was ältere Fachkräfte benötigen, um erfüllt und erfolgreich zu arbeiten und wie Organisationen, insbesondere KMU, sie besser darin unterstützen können.

Viele ältere Fachkräfte möchten weiterhin einen Beitrag leisten, aber sehen sich häufig mit Hindernissen, sowie limitiertem Zugang zu flexiblen Arbeitsarrangements, ungenügenden Weiterbildungsmöglichkeiten, und unklaren oder abrupten Ruhestandsprozessen konfrontiert.

Durch unsere Forschung, durchgeführt in vier europäischen Regionen (Hamburg, Helsinki, Riga, Steiermark), identifizieren wir sowohl Herausforderungen als auch Möglichkeiten, die das Arbeitsleben in späteren Karrierephasen prägen. Unsere Ergebnisse geben einen Einblick darin, wie Wissenstransfer zwischen Generationen stattfindet, wie Arbeit anpassungsfähiger gemacht werden kann, und wie die Planung und das Management des Ruhestands Individuen und Organisationen besser unterstützen kann.

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Unsere Wirkung

Nationale und regionale Ebene

Wir tragen zu der regionalen Entwicklung in Hamburg, Helsinki, Riga and der Steiermark bei, indem wir bewährte Praktiken teilen and lokale Interessengruppen dabei unterstützen, die Alterung von Arbeitskräften zu bewältigen.

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Organisatorische Ebene

KMUs erhalten praktische Tools, maßgeschneiderte Empfehlungen und Expertentrainings, um die Zusammenarbeit zu stärken, das Mitarbeiterengagement zu erhöhen, und die Erfahrung ihrer erfahrenen Arbeitskräfte besser zu nutzen.

Individuelle Ebene

Erfahrene Fachkräfte profitieren von Trainings, Mentoring-Möglichkeiten und Karriereplanung, die ihnen dabei helfen, selbstbewusst, qualifiziert und involviert im Arbeitsleben zu bleiben.

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Projekt-

team

Wirtschaftskammer Steiermark, Room466 (Österreich)�– Projektleitung

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4

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Regionalmanagement Murau Murtal GmbH (Österreich)

Aalto University School of Business (Finnland)�– Forschungsleitung

Hanse-Parlament (Deutschland)

Latvian Adult Education Association (Lettland)

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Forschungsziele und -methoden

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Tiefeninterviews und strukturierte Fokusgruppen

Umfrage mit KMUs

Entwicklung und Durchführung von Trainings zu Mentoring and Beschäftigungsmöglichkeiten

Zu Beginn führten wir 42 Tiefeninterviews mit erfahrenen Arbeitskräften und (Personal-) Manager:innen in in allen vier Partnerregionen durch, um ein klares Verständnis für ihre Bedürfnisse und Herausforderungen zu gewinnen.

Darauf folgten 6 Fokusgruppen in zwei der Regionen—Österreich und Finnland. Diese halfen uns, unsere bisherigen Erkenntnisse zu vertiefen, und leiteten die quantitative Forschungsphase ein.

Bei der Konzeption unserer Umfrage konzentrierten wir uns auf den Test der wichtigsten Faktoren, die das Engagement älterer Fachkräfte am Arbeitsplatz beeinflussen.

Diese leiteten wir aus unseren früheren Untersuchungen, einschließlich der Interviews und Fokusgruppen ab. Besonders im Blick standen dabei Flexibilität am Arbeitsplatz und Pflegeaufgaben, da diese für viele ältere Arbeitskräfte entscheidend sind.

Basierend auf unseren Ergebnissen bieten wir kostenfreie Trainings für ältere Arbeitskräfte an. Unser Trainingspaket umfasst zwei unterschiedliche Programme: Mentoring und Beschäftigungsmöglichkeiten nach dem Ruhestand.

Forschungsprozess

Januar 2024-Dezember 2024

Januar 2025-April 2025

Mai 2025-Dezember 2025

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Teilnehmer:innen pro Region: Interviews und Fokusgruppen

Projekpartner

Interviews

Fokusgruppen (# der Teilnehmer:innen)

Summe 

Senior Talent

(Personal-) Management

Total

Senior Talent

(Personal-) Management

Total

Steiermark, Österreich

3

4

7

8

6

14

21

Helsinki, Finnland

6

6

12

2

2

4

16

Hamburg, Deutschland

2

2

4

0

0

0

4

Riga, Lettland

4

15

19

0

0

0

19

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Qualitative Ergebnisse

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Allgemeine Einblicke aus den Interviews und Fokusgruppen

Um zu verstehen, wie Organisationen erfahrene Fachkräfte engagieren und halten können, führten wir 6 Fokusgruppen und 42 Interviews in allen vier Partnerregionen durch. Wir sprachen mit (Personal-)Manager:innen und erfahrenen Fachkräften, die sich dem Rentenalter nähern oder es bereits erreicht haben. Die Einblicke zeigen eine Bandbreite an Erfahrungen, Herausforderungen und bewährte Praktiken, die sich abhängig von den Regionen und dem organisatorischen Kontext unterscheiden.

Abbau von Hindernissen für den Erhalt älterer Fachkräfte

Beratung in Steuerfragen

Ergonomische und psychologische Unterstützung

Zugang zu Schulungen für digitale Kompetenzen

Stärkung von Faktoren für den Erhalt älterer Fachkräfte

Flexible Arbeitszeiten und Remote-Work-Optionen

Öffentliche und persönliche Anerkennung der Leistungen älterer Fachkräfte

Zuweisung von individuell als sinnvoll empfundenen Aufgaben

Konversationen über Ruhestandsplanung vor dem Erreichen des Rentenalters

Generationsübergreifendes Lernen ermutigen

Nutzung sowohl von Dokumentationsinstrumenten (z.B. digitale Plattformen, Videos, und Dokumente) als auch informeller Kommunikation für die Wissensvermittlung

Ermöglichung von generationsübergreifender Zusammenarbeit für beidseitiges Lernen

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Flexibilität macht den Unterschied

Ältere Arbeitnehmer:innen stehen oft vor ungewissen Lebensereignissen (z. B. Krankheit) und persönlichen Verpflichtungen (z. B. Pflege von Familienangehörigen). Flexible Arbeitsregelungen – etwa Teilzeitarbeit, Telearbeit oder ein schrittweiser Übergang in den Ruhestand – können daher dazu beitragen, ihre Motivation und Arbeitsfähigkeit zu erhalten. In einigen Berufen (z. B. bei körperlicher Arbeit) ist die Umsetzung von Homeoffice jedoch anspruchsvoller.

Empfehlung: Sprechen Sie regelmäßig mit älteren Mitarbeitern:innen über ihre Bedürfnisse. Bieten Sie flexible Arbeitszeiten und, wenn möglich, Telearbeit an und passen Sie Aufgaben oder Verantwortlichkeiten an die individuellen Umstände an.

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Sinnvolle Arbeit treibt an

Ältere Fachkräfte sind motivierter, weiterzuarbeiten, wenn sie Freude und Sinn in ihrer Arbeit finden. Ebenso wichtig ist es, sich von Vorgesetzten, Kolleg:innen und der Gesellschaft geschätzt und anerkannt zu fühlen.

Empfehlung: Würdigen Sie die Leistungen älterer Mitarbeiter:innen öffentlich und persönlich. Bieten Sie ihnen Aufgaben an, in denen sie andere betreuen und sinnvolle Probleme lösen können.

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Sprechen Sie früh und offen über die Zukunft

Viele Unternehmen planen und kommunizieren keine Optionen für die fortgeschrittene Karriere ihrer Mitarbeiter:innen. Dies führt oft dazu, dass Angestellte entweder selbst das Gespräch suchen oder sich der Möglichkeiten, im späteren Leben weiterzuarbeiten, nicht bewusst sind.

Empfehlung: Beginnen Sie Gespräche über Karrierewege nahe und nach dem Ruhestand, bevor Ihre Fachkräfte das Rentenalter erreichen.

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Die häufigsten Hürden

Häufige Herausforderungen älterer Arbeitnehmer:innen, die sich auf ihr Engagement und ihre Arbeitsfähigkeit auswirken können:

  • Körperliche und psychische Gesundheitsprobleme, die ihre Arbeitsfähigkeit einschränken, insbesondere bei körperlichen Tätigkeiten
  • Steuerliche und rechtliche Hindernisse, die eine Weiterbeschäftigung nach dem Rentenalter finanziell unattraktiv machen
  • Kontrast zwischen bestehenden Routinen und neuen Technologien und Arbeitsprozessen

Empfehlung: Erkennen Sie diese Herausforderungen proaktiv an. Bieten Sie ergonomische Unterstützung, Zugang zu Schulungen in digitalen Kompetenzen und steuerliche Beratung an.

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Wissenstransfer lebt von Prozessen und sozialen Beziehungen

Erfahrene Angestellte nehmen oft wichtiges Wissen mit, wenn sie das Unternehmen verlassen. Nur wenige KMU haben Strukturen, um dieses Wissen systematisch zu erfassen. Zugleich ist der Aufbau sozialer Beziehungen entscheidend, da ein Großteil des wichtigen Wissens informeller Natur und schwer dokumentierbar ist.

Empfehlung: Kombinieren Sie Dokumentationsinstrumente (z. B. digitale Plattformen, Videos und schriftliche Dokumente) mit informellen soziale Formaten, um Wissen zu vermitteln.

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Generationsübergreifende Zusammenarbeit

Die Stärken und Schwächen jüngerer und älterer Arbeitskräfte ergänzen sich oft gut, beispielsweise das Fachwissen älterer Mitarbeiter:innen und die digitale Vertrautheit jüngerer Mitarbeiter:innen. Gegenseitiges Lernen ist ein wesentlicher Vorteil der geneationsübergreifenden Zusammenarbeit.

Empfehlung: Fördern Sie die generationsübergreifende Zusammenarbeit, z. B. in Form von Mentoring-Initiativen und generationsübergreifenden Teams.

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Nur wenige altersspezifische Management- und Personalpraktiken

Trotz der Dringlichkeit, ältere Mitarbeiter:innen zu halten und auf ihre individuellen Bedürfnisse einzugehen, verfügen die meisten Unternehmen derzeit nicht über spezielle Strategien, um ihre älteren Mitarbeitenden in der fortgeschrittenen Phase ihrer Karriere zu unterstützen.

Empfehlung: Bieten Sie älteren Mitarbeitenden gezielte Unterstützung an – etwa durch Gespräche, angepasste Arbeitsmodelle oder Mentoring-Rollen – um ihre Bindung aktiv zu fördern.

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Qualitative Einblicke in die Region Steiermark

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Kritik an jüngeren Fachkräften

Unsere Untersuchungen zeigen, dass Spannungen zwischen älteren und jüngeren Fachkräften oft auf unterschiedliche Arbeitsweisen, Werte und Kommunikationsstile zurückzuführen sind. Ältere Mitarbeitende empfinden dabei manchmal die Ausdrucks- und Verhaltensweisen jüngerer Kolleg:innen als fehlenden Respekt oder mangelndes Engagement. Gleichzeitig gibt es Unternehmen, in denen älteren Mitarbeitenden aufgrund ihrer Erfahrung großer Respekt entgegengebracht wird.

Empfehlungen: Schaffen Sie Gelegenheiten für gemeinsames Lernen, um Vertrauen aufzubauen und Missverständnisse auszuräumen.

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Systemische Hürden für die Weiterarbeit nach dem Rentenalter

Viele ältere Fachkräfte in der Steiermark möchten gerne weiterarbeiten, stoßen dabei jedoch auf systemische Hürden:

  • Steuerliche Regelungen machen eine Beschäftigung nach der Pensionierung oft finanziell unattraktiv
  • Arbeitsämter bieten älteren Fachkräften keine ausreichende Unterstützung und Anerkennung
  • Durch Reformen im Berufsbildungswesen sind junge Berufseinsteiger:innen weniger gut auf manuelle Tätigkeiten vorbereitet

Empfehlung: Schulen Sie Führungskräfte und Mitarbeiter:innen in Bezug auf den breiteren rechtlichen, finanziellen und bildungspolitischen Kontext.

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Loyalität und Einsatzbereitschaft spielen eine entscheidende Rolle bei der Bindung von erfahrenen Fachkräften

In der Steiermark haben wir herausgefunden, dass Unternehmenskulturen, die Loyalität betonen, zum Lernen ermutigen und persönliche Interaktion fördern zu dem nachhaltigen Engagement älterer Fachkräfte beitragen. In einigen KMU unterstützt zudem die Zugänglichkeit unter den Kollegen den Wissensaustausch.

Empfehlung: Stärken Sie eine Kultur der Zugehörigkeit und Loyalität, fördern Sie Mentoring-Beziehungen und schaffen Sie regelmäßig Gelegenheiten für generationsübergreifende Interaktion.

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Qualitative Einblick in die Region Hamburg

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Der Arbeitsplatz als sozialer Anker

Für viele ältere Fachkräfte bietet der Arbeitsplatz Sinn, Struktur und soziale Kontakte. Insbesondere wenn sie nach der Pensionierung mit Einsamkeit konfrontiert sind (z. B. aufgrund des Todes der Ehepartner:in), kann eine Weiterbeschäftigung attraktiv sein.

Empfehlung: Bieten Sie Flexibilität, damit ältere Fachkräfte weiterarbeiten können, sowie Mitgefühl und soziale Unterstützung bei wichtigen Lebensereignissen.

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Finanzielle Erwägungen

Während einige ältere Fachkräfte freiwillig weiterarbeiten, müssen andere dies aus finanziellen Gründen tun. Der Ruhestand ist nicht immer eine Option. Aus Sicht der Arbeitgeber:innen kann die Teilzeit- oder projektbezogene Beschäftigung älterer Fachkräfte eine kostengünstige Möglichkeit sein, um bestimmte Anforderungen zu erfüllen. Allerdings können Steuern und unklare Richtlinien ein Hindernis für die Anstellung nach der Pensionierung darstellen.

Empfehlung: Schulen Sie Führungskräfte und Angestellte in Bezug auf den breiteren rechtlichen, finanziellen und bildungspolitischen Kontext.

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Quantitative Ergebnisse

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Methodik und deskriptive Statistik

Design

  • Länderübergreifende Umfrage (Deutschland, Lettland, Finnland, Österreich) mit validierten und übersetzten Skalen.
  • 556 Mitarbeiter:innen aus insgesamt 68 KMU (plus 60 im Pilot).
  • Ausgewogene Stichprobe über verschiedene Branchen und Berufsfelder hinweg.

Key Measures

  • Erfahrungen am Arbeitsplatz: Flexibilität, Inklusivität, generationsübergreifende Kommunikation.
  • Mitarbeiterressourcen und Wohlbefinden: Psychologisches Kapital (Hoffnung, Resilienz, Optimismus), emotionale Erschöpfung.
  • Engagement und Leistung: Arbeitsengagement, Wissensaustausch, innovative Ergebnisse, organisatorische Verankerung.
  • Demografie und Kontext: Alter, Rolle, Pflegeaufgaben, Unternehmensgröße, finanzielle Indikatoren.

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Wissensvermittlung

Dies spiegelt wider, inwieweit Mitarbeiter:innen bereit sind, ihr Fachwissen, ihre Erfahrungen und praktischen Tipps an Kolleg:innen weiterzugeben. In KMU ist dies besonders wichtig, da Wissen oft auf wenige Schlüsselpersonen konzentriert ist. Aktives Teilen von Wissen vermeidet Silos, erleichtert Einarbeitungen und fördert eine Kultur der Zusammenarbeit, in der die Erfahrungen älterer Mitarbeiter:innen aktiv an andere weitergegeben werden.

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Wissensaufnahme

Dies zeigt, wie offen Mitarbeiter:innen dafür sind, von Kollegen:innen zu lernen und neue Praktiken oder Erkenntnisse zu übernehmen. In KMU, wo Flexibilität und Innovation von entscheidender Bedeutung sind, ermöglicht diese Aufgeschlossenheit Anpassungsfähigkeit, die Verbreitung bewährter Praktiken und ein Arbeitsklima, in dem kontinuierliches Lernen und gegenseitige Unterstützung geschätzt werden.

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Organisatorische �Einbindung

Dies spiegelt wider, wie stark sich Mitarbeiter:innen mit ihrem Unternehmen verbunden fühlen – in Bezug auf ihre eigenen Werte, Verbundenheit mit Kolleg:innen und Bereitschaft, in dem Unternehmen zu bleiben. Für KMU bedeutet eine hohe organisatorische Einbindung, dass Angestellte eher bereit sind, zu bleiben, sich aktiv einzubringen und die Kultur und das Know-how des Unternehmens weiterzugeben.

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Einbindung in die Gemeinschaft

Dies zeigt, wie sehr das Leben der Angestellten mit ihrer lokalen Gemeinschaft verflochten ist – beispielsweise durch persönliche Netzwerke, familiäre Bande oder Dienstleistungen, auf die sie in der Region angewiesen sind. Für KMU, die oft tief in lokalen Kontexten verwurzelt sind, fördert eine starke Einbindung in die Gemeinschaft Bindung ihrer Angestellten, sodass diese weniger wahrscheinlich wegziehen und eher Wert auf Stabilität in ihrem Job legen. Außerdem stärkt sie die Rolle des Unternehmens als Teil des lokalen Gefüges.

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Berufszufriedenheit

Dies spiegelt wider, wie positiv Mitarbeiter:innen ihre tägliche Arbeit, ihre Aufgaben und ihr Arbeitsumfeld empfinden. In KMU hängt die Arbeitszufriedenheit eng mit Motivation, Loyalität und Leistung zusammen. Wenn Angestellte Freude an ihrer Arbeit haben, sind sie engagierter und suchen seltener nach anderen Möglichkeiten.

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Lebenszufriedenheit

Dies erfasst die allgemeine Zufriedenheit und Ausgeglichenheit der Mitarbeiter:innen in ihrem Leben über den Arbeitsplatz hinaus. Für KMU ist dies von Bedeutung, da der private und berufliche Lebensbereich oft eng miteinander verbunden sind. Wenn Angestellte mit ihrem Leben zufrieden sind, bringen sie mehr Energie, Belastbarkeit und Stabilität in ihre Aufgaben ein – was dem Unternehmen unmittelbar zugute kommt.

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Psychologisches Kapital

  • Hierbei handelt es sich um die Messung der inneren Ressourcen eines Mitarbeitenden hinsichtlich Motivation und Belastbarkeit anhand von vier Komponenten: Selbstwirksamkeit (Zuversicht im Umgang mit Herausforderungen), Hoffnung (Fähigkeit, Ziele zu setzen und zu verfolgen), Belastbarkeit (Fähigkeit, sich wieder zu erholen) und Optimismus (positive Einstellung gegenüber zukünftigen Erfolgen). Für KMU, in denen die Angestellten oft mehrere Aufgaben gleichzeitig übernehmen, ist das psychologische Kapital ein aussagekräftiger Indikator dafür, ob sich die Mitarbeiter*innen in der Lage fühlen, mit Veränderungen umzugehen und Chancen zu nutzen. Ein hohes Maß an psychologischem Kapital fördert Innovation, Anpassungsfähigkeit und Engagement.
  • Im Vergleich zu anderen KMU in unserer Stichprobe berichten die XX Ihrer teilnehmenden Mitarbeiter*innen durchschnittlich von einem etwas geringeren psychologischen Kapital.

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Emotionale Erschöpfung

  • Dies spiegelt wider, wie erschöpft und überlastet sich Mitarbeiter*innen nach ihrer Arbeit fühlen. Es ist die Kerndimension des Burnouts und signalisiert, wenn die emotionalen und psychischen Ressourcen eines Menschen erschöpft sind. Ein hohes Maß daran verringert das Engagement, senkt die Produktivität und kann dazu führen, dass wertvolle Mitarbeitende das Unternehmen verlassen. Ein frühzeitiges Erkennen und Ansprechen dieses Problems trägt dazu bei, sowohl das Wohlbefinden der Angestellten als auch die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu schützen.
  • Im Vergleich zu anderen KMU in unserer Stichprobe berichten die XX Ihrer teilnehmenden Mitarbeiter*innen durchschnittlich von einem höheren Maß an emotionaler Erschöpfung.

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Inklusion am Arbeitsplatz

Hiermit wird gemessen, inwieweit sich ältere Mitarbeiter:innen in der Organisation geschätzt, respektiert und mit Würde behandelt fühlen. Für KMU ist Inklusion entscheidend, damit ältere Arbeitskräfte engagiert und motiviert bleiben. Wenn ältere Angestellte sich anerkannt fühlen, sind sie eher bereit, ihr Fachwissen zu teilen und sich weiterhin für die Organisation einzusetzen.

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Intergenerationelle�Kommunikation

Diese Skala betrachtet die Qualität der Interaktionen zwischen Mitarbeiter:innen verschiedener Altersgruppen – wie gut sie zusammenarbeiten, Ideen austauschen und sich gegenseitig unterstützen. Für KMU schafft eine gute Kommunikation zwischen den Generationen Vertrauen, reduziert Missverständnisse und fördert eine Kultur des gegenseitigen Lernens. Eine starke altersübergreifende Zusammenarbeit sorgt dafür, dass wertvolles Wissen in beide Richtungen fließt, was die Innovationskraft und die Teamleistung stärkt.

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Einsatz �generativer KI

  • Generative KI wird zunehmend Teil täglicher Arbeitsprozesse. Um zu verstehen, wie sie Kreativität, Effizienz und Kommunikation fördert oder wo Mitarbeitende Unterstützung brauchen, haben wir untersucht, haben wir genauer betrachtet, wie Mitarbeiter:innen generative KI-Tools (z. B. zum Erstellen von Texten, Ideen oder zur Problemlösung) in ihrer täglichen Arbeit einsetzen. Für KMU kann der intelligente Einsatz von KI Zeit sparen, Innovation fördern und Wettbewerbsnachteile gegenüber größeren Unternehmen ausgleichen.
  • Die Abbildung rechts veranschaulicht den Einsatz generativer KI von gering bis nicht vorhanden (1) bis hin zu in großem Umfang (6). Im Allgemeinen stellen wir einen eher geringen Einsatz generativer KI fest.

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Wachstumsbedarf

  • Diese Skala erfasst das Streben der Mitarbeiter:innen nach persönlicher und beruflicher Weiterentwicklung – ihre Motivation, sich sinnvollen Herausforderungen zu stellen, kontinuierlich zu lernen und ihre Fähigkeiten zu verbessern.
  • Angestellte mit einem starken Wachstumsdrang sind engagierter und suchen proaktiv nach Möglichkeiten, sich einzubringen. Für KMU hilft die Unterstützung dieses Bedürfnisses durch Schulungen, Mentoring oder neue Aufgaben dabei, ambitionierte Fachkräfte zu halten und ein anpassungsfähiges und innovatives Team aufzubauen.

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Arbeitsengagement

  • Diese Skala misst, wie motiviert, engagiert und vertieft sich Mitarbeitende in ihre Arbeit fühlen. Engagierte Mitarbeiter:innen zeigen Tatkraft, Ausdauer und Begeisterung bei ihren täglichen Aufgaben.
  • Das Engagement am Arbeitsplatz ist ein wichtiger Indikator für Leistung, Kundenzufriedenheit und Bindung. In kleinen Teams hat das Engagement jeder einzelnen Person einen direkten Effekt auf den gesamten Unternehmenserfolg.

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Innovativer Output

  • Diese Skala erfasst, wie oft Mitarbeitende in ihrer Arbeit neue Ideen, Prozesse oder Lösungen entwickeln, fördern und umsetzen. Dabei wird nicht nur die Kreativität betrachtet, sondern auch die praktische Umsetzung von Ideen in Verbesserungen.
  • Warum dies für KMU wichtig ist: Innovation verschafft kleinen Unternehmen oft den entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Indem Mitarbeitende neue Ideen einbringen, bleiben KMU agil, steigern ihre Effizienz und reagieren schneller auf dynamische Kundenbedürfnisse.

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Flexibilität am Arbeitsplatz

  • Diese Skala misst, inwieweit Mitarbeitende ihre Arbeitsbedingungen (z. B. Arbeitszeiten) an persönliche Bedürfnisse und Verpflichtungen anpassen können. Flexibilität ist besonders wichtig für ältere Mitarbeitende, von denen viele Beruf und Pflege- oder Gesundheitsaufgaben gleichzeitig bewältigen.
  • Warum das für KMU wichtig ist: Unsere Ergebnisse zeigen, dass Flexibilität entscheidend ist, um erfahrene Fachkräfte zu halten. Wenn Unternehmen flexible Arbeitsregelungen anbieten, bleiben ältere Mitarbeitende eher und bringen weiterhin ihr wertvolles Fachwissen ein.

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Danke für Ihren Beitrag zu unserer Forschung und unserem Verständnis über das Altern am Arbeitsplatz.

Bei weiteren Fragen können Sie uns jederzeit kontaktieren!

Kristaps Kovalonoks �Research Coordinator,�Aalto University School of Business�kristaps.kovalonoks@aalto.fi

Dr. Marco Rapp

Postdoctoral Researcher,�Aalto University School of Business

marco.rapp@aalto.fi  

Nicole Hußmann

Project Employee,

Aalto University School of Business�nicole.hussmann@aalto.fi

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senior-talent.eu

Funded by the European Union. Views and opinions expressed are however those of the author(s) only and do not necessarily reflect those of the European Union or OeAD-GmbH. Neither the European Union nor the granting authority can be held responsible for them.�Project N° 2023-1-AT01-KA220-VET-000157913