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Das deutsche Rentensystem erklärt für junge Erwachsene

André M. Bajorat

Mai 2025

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Wer bin ich?

  • 53 Jahre, Vater zweier Mädchen
  • Arbeite seit 30 Jahren mit und in Banken
  • (Jura) Studienabbrecher

  • Mein Ziel: �Euch die Basics des deutschen Rentensystems zu erklären
  • Ich freue mich auf eine tolle Erfahrung mit euch!

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Was ist die Rente?

  • Die Rente ist Geld, das du bekommst, wenn du alt bist und nicht mehr arbeitest.
  • Du und dein Chef zahlen Geld in die Rentenkasse ein, während du arbeitest.
  • Das Geld wird verwendet, um die Rente der jetzigen Rentner zu zahlen.
  • Wenn du alt bist, zahlen andere Arbeiter in die Rentenkasse ein, um deine Rente zu finanzieren - im besten Fall sorgst du privat zusätzlich vor.

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Warum gibt es Rente?

  • Damit du und deine Familie im Alter abgesichert seid.
  • Damit du auch dann Geld hast, wenn du nicht mehr arbeiten kannst.
  • Weil jeder mal alt wird und dann nicht mehr so einfach arbeiten kann.
  • Damit es fair bleibt und alle etwas für das Alter sparen.
  • Damit die Menschen im Alter in Würde leben können.

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Das deutsche Rentensystem besteht aus drei Säulen

  • Säule 1: Gesetzliche Rentenversicherung: �Du und dein Chef zahlen in einen Topf monatlich ein.
  • Säule 2: Betriebliche Altersvorsorge: �Deine Chefin hilft dir beim Sparen fürs Alter.
  • Säule 3: Private Altersvorsorge: �Du sparst selbst für deine Rente.

Das Gesamtsystem soll sicherstellen, dass Menschen im Ruhestand finanziell abgesichert sind.

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Wie funktioniert die Säule 1

In Deutschland gibt es verschiedenen Säulen, aber die bekannteste und wichtigste ist die gesetzliche Rentenversicherung.

  • Beiträge zahlen: Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen paritätisch Beiträge (derzeit 18,6% des Bruttolohns, je 9,3%). Diese Beiträge finanzieren die Renten der aktuellen Rentner (Umlageverfahren). Die Rente hängt von den eingezahlten Beiträgen und der Anzahl der Beitragsjahre ab.
  • Rentenpunkte sammeln: Für jeden Euro, den du einzahlst, bekommst du Rentenpunkte. Diese Punkte entscheiden später über die Höhe deiner Rente.
  • Rente beziehen: Wenn du in den Ruhestand gehst, bekommst du eine monatliche Rente, die auf den gesammelten Rentenpunkten basiert.

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Die Säule 2: Betriebliche Altersvorsorge

  • Betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist deine zusätzliche Rente neben der staatlichen Rente.
  • Arbeitgeber unterstützen ihre Mitarbeiter beim Sparen und der Vorsorge für das Alter.
  • Arbeitnehmer zahlen einen Teil ihres Gehalts in die bAV ein - Entgeldumwandlung (brutto).
  • Arbeitgeber können zusätzlich Geld dazugeben.
  • Die bAV hat Steuervorteile und ist freiwillig.
  • Es gibt verschiedene Arten der bAV (z.B. Direktversicherung, Pensionskasse).

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Die 3 Säule: Private Altersvorsorge

  • Du sparst selbst freiwillig und individuell für deine eigene Rente.
  • Staat fördert das Sparen durch Zulagen und Steuervorteile.
  • Viele verschiedene Anlagemöglichkeiten wie Versicherungen oder Fonds-Sparpläne.
  • Flexibel: Du entscheidest wieviel und wie du aus deinem Nettogehalt sparst!
  • Achtung: Es gibt keine Garantien zu einem bestimmten Zeitpunkt!

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Was ist dieser Generationenvertrag?

Der Generationenvertrag im deutschen Rentensystem lässt sich so erklären:

Stell dir vor, es gibt eine große Gemeinschaftskasse. Alle Menschen, die arbeiten und Geld verdienen, zahlen jeden Monat einen Teil ihres Einkommens in diese Kasse ein. Mit diesem Geld werden die Menschen unterstützt, die schon älter sind und nicht mehr arbeiten – das sind die Rentner. Sie bekommen daraus ihre Rente ausgezahlt.

Das Besondere dabei: Das Geld, das heute eingezahlt wird, geht sofort an die Rentner von heute. Es wird also nicht für später gespart, sondern direkt weitergegeben. Wenn die heutigen Einzahler später selbst alt sind, zahlen die dann jüngeren Menschen für sie ein. So hilft immer die jüngere Generation der älteren Generation – das nennt man Solidarität zwischen den Generationen.

Es ist also wie ein unausgesprochener Vertrag: Die Jungen helfen den Alten, und wenn sie selbst alt sind, helfen die nächsten Jungen ihnen. So sorgt die Gesellschaft gemeinsam dafür, dass niemand im Alter allein gelassen wird.

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Größer werdende Herausforderung des Generationenvertrag

  • Immer mehr ältere Menschen, weniger Junge
  • Rentner werden länger leben
  • Junge zahlen länger Beiträge für die Alten
  • Beiträge der Jungen reichen nicht mehr
    • mehr Steuergelder
    • oder höhere Beiträge
  • Finanzierung der Renten wird schwieriger und bedarf Anpassungen im System

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Und wie geht das mit den Rentenpunkten?

Was sind Rentenpunkte?�Rentenpunkte (auch Entgeltpunkte genannt) sind eine Art „Sammelpunkte“, die zeigen, wie viel du während deines �Arbeitslebens in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hast. Sie sind sehr wichtig, weil sie bestimmen, �wie hoch deine spätere Rente sein wird.

Wie sammelt man Rentenpunkte?�Jedes Jahr wird ein Durchschnittsgehalt für alle Versicherten in Deutschland festgelegt (zum Beispiel 2025: ca. 50.493 € brutto im Jahr).�Verdienst du in einem Jahr genau so viel wie der Durchschnitt, bekommst du für dieses Jahr einen Rentenpunkt.�Verdienst du mehr als der Durchschnitt, bekommst du entsprechend mehr Punkte (z.B. bei doppeltem Durchschnittsverdienst: 2 Rentenpunkte).�Verdienst du weniger, bekommst du weniger Punkte (z.B. bei halbem Durchschnittsverdienst: 0,5 Rentenpunkte).�Es gibt eine Obergrenze: Wer sehr viel verdient, kann pro Jahr nur eine bestimmte maximale Anzahl an Punkten sammeln (wegen der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze).

Wofür sind die Rentenpunkte wichtig?�Je mehr Rentenpunkte du im Laufe deines Berufslebens sammelst, desto höher wird später deine Rente sein.�Am Ende deines Arbeitslebens werden alle gesammelten Rentenpunkte zusammengezählt.�Jeder Rentenpunkt ist eine bestimmte Geldsumme wert. Dieser Wert wird jedes Jahr neu festgelegt (2024: etwa 39,32 € pro Monat).��Zusatz: Rentenpunkte gibt es auch für besondere Lebensphasen�Auch für Zeiten wie Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen kann man Rentenpunkte bekommen, damit diese Lebensleistungen anerkannt werden.

Kurz gesagt:�Rentenpunkte sind wie ein Punktesystem für deine spätere Rente: Je mehr du im Vergleich zum Durchschnitt verdienst (und einzahlst), desto mehr Punkte bekommst du – und desto höher wird später deine Rente ausfallen.

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Ist meine Rente sicher?

Grundsätzlich ja: �Solange Menschen arbeiten und Beiträge zahlen, wird es auch eine Rente geben. Der Staat sorgt dafür, dass die Renten ausgezahlt werden. �Aber: Es gibt immer größer werdende Herausforderungen - in Deutschland gibt es immer mehr ältere Menschen und immer weniger junge Menschen, die arbeiten.

Deshalb wird das System immer wieder angepasst und wird weitere Anpassungen brauchen, zum Beispiel durch neue Regeln, Beitragsanpassungen und/oder zusätzliche private Vorsorge. �Viele Menschen sparen deshalb auch selbst noch für das Alter an (Säule 2 und 3), um sicherzugehen, dass sie im Alter genug Geld haben.

Kurz gesagt:�Die Rente ist grundsätzlich ein Bestandteil, weil immer Menschen arbeiten und einzahlen. Aber weil sich die Gesellschaft verändert, muss das System als Ganzes immer wieder angepasst werden, damit es auch in Zukunft für alle funktioniert.

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Wann solltest du dich damit beschäftigen selber zusätzlich vorzusorgen?

  • Je früher, desto besser!
  • Zeit lässt dein Geld wachsen.
  • Kleine Beiträge summieren sich mit der Zeit.
  • Du profitierst vom Zinseszinseffekt.
  • Später anfangen heißt mehr sparen müssen.
  • Früh anfangen gibt dir mehr Optionen im Alter.
  • Sobald du ins Berufsleben startest, lohnt es sich, sich mit dem Thema Rente zu beschäftigen – damit du später gut abgesichert bist und weißt, was auf dich zukommt.