JÜDISCHES LEBEN IN PLANIG
- Vortrag Evangelisches Gemeindehaus am 14. 09.2022 von Peter Metzger -
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GLIEDERUNG DES VORTRAGS:�
1. ZUR GESCHICHTE DER JÜDISCHEN GEMEINDE PLANIG
1.1 Zusammensetzung der Gemeinde entsprechend ihrer jeweiligen Glaubensrichtung
2. JÜDISCHE EINRICHTUNGEN IN PLANIG
2.1 Synagoge
2.2 Rituelles Bad
2.3 Jüdische Schule
2.4 Jüdischer Friedhof
3. JÜDISCHE PLANIGER FAMILIEN VOR, WÄHREND UND NACH DER NS-ZEIT
3.0 Dorfleben
3.1 Josef Hermann Julius Eilrich und Bertha geb. Braun
3.2 Elias Wolf II und Johanna Wolf geb. Koschland
3.2.1 Max Wolf und Edith Wolf geb. ?
3.2.1.1Enne (Änne) Loeb geb Wolf und Man(Fred) Loeb
3.2.1.2 Richard Wolf
3.2.2 Edmund Wolf und Emmi geb. Landmann
3.2.2.1 Ruth Wolf
3.2.2.2 Gretel Wolf
3.2.2.3 Erich Wolf
4. QUELLEN
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1.1 Zusammensetzung der Gemeinde entsprechend ihrer jeweiligen
Glaubensrichtung
JAHR INSGESAMT JUDEN EVANG. KATHOL.
Planig Bosenheim
1808 56
1824 76 7
1830 100 8
1843 1.000 90 (= 9%) 380 (=38%) 530 (= 53%)
1861 19
1900 14
09.11.1938 1.500 11 (= 0.7%)
1945 0
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2. JÜDISCHE EINRICHTUNGEN IN PLANIG
2.1 Synagoge
- Standort: Heinrich-Kreuz-Str. 18 Planig Vergleichsbild Odenbach
- 1850: Erbauung / 1950: Abbruch
- Hochzeitsstein (= „Chuppastein“) :� Planig Vergleichsbild Bingen
- Beetsaal:
Innenbemalung mit hebräischen
Inschriften, unterbrochen durch
florale Wandmalereien
Planig Vergleichsbild Odenbach
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2.2 Rituelles Bad (= „MIKWE“ = Tauchbad; „Reinigung der Seele“)
Vergleichsbild Speyer
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2.3 Jüdische Schule
- Wenige bzw keine Schulkinder (1900: 1 x ) -> Kein Schulhaus
-> Kein Schullehrer vor Ort
-> Entsendung nach KH
2.4 Jüdischer Friedhof: https://youtu.be/tM6A9V-0F1k
- 1800: Errichtung -> „Im Frenzenberg“
-> Höchste Stelle der Gemarkung, 1.000 m2
- 1830: ca. 100 Grabsteine
- 1940: Abräumung durch NS ?
- 2022: 3 x ältere Sandgrabsteine; 7 x jüngere Granitgrabsteine
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3.0 Dorfleben
Spielkamaraden
Von lks nach rechts in der Scheune Semus: (Jüdische Einwohner in Grau Fett)
Erich Wolf, Gretel Wolf, Wilhelm Merkelbach, Karl Merkelbach, Gerhard Merkelbach, Ilse Gaul (stehend), Ruth Wolf
3. JÜDISCHE PLANIGER FAMILIEN VOR, WÄHREND UND NACH DER NS-ZEIT
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Kaffeerunde
Von links nach rechts: (Jüdische Einwohner in Grau Fett)
Unbekannt, Hans Bensheimer, Fr. Schweppenhäuser; Fr. Emmie Wolf, Unbekannt, Schwester (?) v. Hr Eilrich, Maria Merkelbach, Hr. Eilrich, Fr. Eilrich
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Von Links nach rechts: (Jüdische Einwohner in Grau Fett)
Fr. Lüstner; Hr. Karl-Heinz Gaul, Hr. Josef Rausch, Maria Merkelbach (mit Brille), �Hr. Edmund Wolf (mit Schnauzer), unbekannt, Fr. Lüstner
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3.1 Herr Josef Hermann Julius Eilrich ( - 1932) und
Frau Bertha geb. Braun (1882 – 1942)
- Wohnort Mainzer Straße 96 (Ehemalig Noll bzw. Haas)
- Josef Eilrich Katholisch,
Fotograf in Darmstadt beim Militär:
Verantwortlich für Fotos der Dienstausweise
- Bertha Eilrich Ehemalige Jüdin
Konvertierte zum kath. Glauben wg. Mann
1932: Nach dem Krebstods ihres Mannes:
-> Zwang zum Tragen des Judensterns
-> Hausarrest
-> Beschlagnahmung des Vermögens
1942: Deportation und Tod im KZ Treblinka
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3.2 Herr Elias Wolf II (1857 – 1929) und
Frau Johanna Wolf geb. Koschland (1869 – 1943)
- Wohnort Im Stork (= Dalbergstr. 15; 2020 abgerissen)
- 1941/1942 Fr. Wolf glaubte sich „sicher“ im Altersheim in Mainz
und lehnte daher Emigration in die USA ab.
- 1943 Deportation und Tod im KZ Theresienstadt
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3.2.1 Sohn Max Wolf (1887 – 1952) und
Edith (Adelheid) Wolf geb. ? (1901 - ?)
- Wohnort Mainzer Straße 83
- Beruf Viehhandel und Weinbau
- 09.11.1938 Arbeitslager / KZ Oranienburg
Freilassung initiiert durch Edith
- 1939 Flucht nach Frankreich (Paris) mit Familie
an Weihnachten
-> Emigration in die USA mit ihren 2 Kindern Enne / Änne und Richard
-> North Carolina, kleine Farm: „Van Eden“
-> Bürge: Planiger Dipl.-Ing Karl Staab
Max Wolf (lks.) - 1952: Tod von Max
Edith Wolf
Hochzeit Max und Edith Wolf
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3.2.1.1 Enne (Änne) Loeb geb. Wolf (1926 - ) und
Man(Fred) Loeb (? - )
1938 Gymnasium „Lina-Hilger“: Antisem. Schmähungen
1939 Flucht nach Frankreich (Paris) mit Familie
Weihnachten -> Emigration in die USA mit Eltern
-> North Carolina, kleine Farm: „Van Eden“
-> Bürge: Planiger Dipl.-Ing Karl Staab
1946 Kennenlernen von Man(Fred) Loeb, benachbarter
Farmer aus Köln und Vermählung
1952 Gründung Großbäckerei „Deluxe Bake Shop“, Washington
Spezialität: „Challah“: Trad. jüdische Zopfbrot
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1982 Klassentreffen in Planig
1995 Europa-Reise mit Stop in Planig: „Gemischte Gefühle“
2022 Interview mit Gymnasium „An der Stadtmauer“, KH
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3.2.1.2 Richard Wolf (1929 – 1999)
1939 Flucht nach Frankreich (Paris) mit Familie
1939 Weihnachten -> Emigration in die USA mit Eltern
-> North Carolina, kleine Farm: „Van Eden“
-> Bürge: Planiger Dipl.-Ing Karl Staab
Bekannter Farmer
International angesehener Viehzüchter
(Rinderexport bis nach Japan)
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3.2.2 Sohn Edmund Wolf (1889 – 1942)
mit Frau Emelie (Emmi) Wolf geb. Landmann (1897 – 1942)
- Wohnort Mainzer Straße 85 ( „Schloss“, Rathaus)
- Beruf Wein- und Ackerbau
- 09.11.1938 Flucht nach Köln mit ihren drei Kindern
Ruth, Gretel, Erich
Köln:
Planiger Frisör Gaul erkennt Edmund angeblich nicht bei Pflasterarbeiten
- 1941 Deportation von Edmund, Emmie und Ruth zum KZ Riga, wo der Planiger Seppel Ingebrand zum letzten Mal sie auf dem Bahnhof Riga lebend sieht.
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3.2.2.1 Ruth Wolf (1925 – 1944)
- 09.11.1938 Flucht nach Köln
- 1941 Deportation nach Riga
- 1944 Tod in KZ Stutthof
3.2.2.2 Gretel Wolf (1924 - )
- 09.11.1938 Flucht nach Köln
- 1941 Deportation nach Riga
- 1941 KZ Stutthoff
- 1941/1942 (?) Flucht in die USA
Familie beschreibt sie als „weird“ (= seltsam):
-> Verzicht auf Entschädigungen,
-> Nicht sesshaft -> Campingwagen
-> Kein Kontakt zur Familie
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3.2.2.3 Erich Wolf (1928 – 1950 ?)
- 09.11.1938 Flucht nach Köln
- 1941/1942 (?) Flucht in die USA
- 1949/1948 (?) Rückkehr nach Planig
- 1950 (?): Bosenheim:
Schwerer Unfall zusammen mit US-GIs: - Erich stirbt.
- Seine Freundin Inge Emrich (= Tochter vom
Hans Emrich / „Schöner Hans“ und Mutter von Heidemarie Heidemarie Fischborn / „Gänseheidi“) ist seitdem querschnittgelähmt:
Hohe US - Abfindung in kurzer Zeit verlebt.
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4. QUELLEN
4.2 Papierform:
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4.3 Mündlich