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JÜDISCHES LEBEN IN PLANIG

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GLIEDERUNG DES VORTRAGS:�

1. ZUR GESCHICHTE DER JÜDISCHEN GEMEINDE PLANIG

1.1 Zusammensetzung der Gemeinde entsprechend ihrer jeweiligen Glaubensrichtung

2. JÜDISCHE EINRICHTUNGEN IN PLANIG

2.1 Synagoge

2.2 Rituelles Bad

2.3 Jüdische Schule

2.4 Jüdischer Friedhof

3. JÜDISCHE PLANIGER FAMILIEN VOR, WÄHREND UND NACH DER NS-ZEIT

3.0 Dorfleben

3.1 Josef Hermann Julius Eilrich und Bertha geb. Braun

3.2 Elias Wolf II und Johanna Wolf geb. Koschland

3.2.1 Max Wolf und Edith Wolf geb. ?

3.2.1.1Enne (Änne) Loeb geb Wolf und Man(Fred) Loeb

3.2.1.2 Richard Wolf

3.2.2 Edmund Wolf und Emmi geb. Landmann

3.2.2.1 Ruth Wolf

3.2.2.2 Gretel Wolf

3.2.2.3 Erich Wolf

4. QUELLEN

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    • ZUR GESCHICHTE DER JÜDISCHEN GEMEINDE PLANIG

1.1 Zusammensetzung der Gemeinde entsprechend ihrer jeweiligen

Glaubensrichtung

JAHR INSGESAMT JUDEN EVANG. KATHOL.

Planig Bosenheim

1808 56

1824 76 7

1830 100 8

1843 1.000 90 (= 9%) 380 (=38%) 530 (= 53%)

1861 19

1900 14

09.11.1938 1.500 11 (= 0.7%)

1945 0

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2. JÜDISCHE EINRICHTUNGEN IN PLANIG

2.1 Synagoge

- Standort: Heinrich-Kreuz-Str. 18 Planig Vergleichsbild Odenbach

- 1850: Erbauung / 1950: Abbruch

- Hochzeitsstein (= „Chuppastein“) :� Planig Vergleichsbild Bingen

- Beetsaal:

Innenbemalung mit hebräischen

Inschriften, unterbrochen durch

florale Wandmalereien

Planig Vergleichsbild Odenbach

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2.2 Rituelles Bad (= „MIKWE“ = Tauchbad; „Reinigung der Seele“)

  • 7 Stufen

Vergleichsbild Speyer

  • Grundwasser (meistens): Min. 500 ltr

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2.3 Jüdische Schule

- Wenige bzw keine Schulkinder (1900: 1 x ) -> Kein Schulhaus

-> Kein Schullehrer vor Ort

-> Entsendung nach KH

2.4 Jüdischer Friedhof: https://youtu.be/tM6A9V-0F1k

- 1800: Errichtung -> „Im Frenzenberg“

-> Höchste Stelle der Gemarkung, 1.000 m2

- 1830: ca. 100 Grabsteine

- 1940: Abräumung durch NS ?

- 2022: 3 x ältere Sandgrabsteine; 7 x jüngere Granitgrabsteine

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3.0 Dorfleben

  • Kindertage /

Spielkamaraden

Von lks nach rechts in der Scheune Semus: (Jüdische Einwohner in Grau Fett)

Erich Wolf, Gretel Wolf, Wilhelm Merkelbach, Karl Merkelbach, Gerhard Merkelbach, Ilse Gaul (stehend), Ruth Wolf

3. JÜDISCHE PLANIGER FAMILIEN VOR, WÄHREND UND NACH DER NS-ZEIT

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  • Geburtstagsfeier/

Kaffeerunde

Von links nach rechts: (Jüdische Einwohner in Grau Fett)

Unbekannt, Hans Bensheimer, Fr. Schweppenhäuser; Fr. Emmie Wolf, Unbekannt, Schwester (?) v. Hr Eilrich, Maria Merkelbach, Hr. Eilrich, Fr. Eilrich

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  • Gemütliches � Beisammensein

Von Links nach rechts: (Jüdische Einwohner in Grau Fett)

Fr. Lüstner; Hr. Karl-Heinz Gaul, Hr. Josef Rausch, Maria Merkelbach (mit Brille), �Hr. Edmund Wolf (mit Schnauzer), unbekannt, Fr. Lüstner

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3.1 Herr Josef Hermann Julius Eilrich ( - 1932) und

Frau Bertha geb. Braun (1882 – 1942)

- Wohnort Mainzer Straße 96 (Ehemalig Noll bzw. Haas)

- Josef Eilrich Katholisch,

Fotograf in Darmstadt beim Militär:

Verantwortlich für Fotos der Dienstausweise

- Bertha Eilrich Ehemalige Jüdin

Konvertierte zum kath. Glauben wg. Mann

1932: Nach dem Krebstods ihres Mannes:

-> Zwang zum Tragen des Judensterns

-> Hausarrest

-> Beschlagnahmung des Vermögens

1942: Deportation und Tod im KZ Treblinka

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3.2 Herr Elias Wolf II (1857 – 1929) und

Frau Johanna Wolf geb. Koschland (1869 – 1943)

- Wohnort Im Stork (= Dalbergstr. 15; 2020 abgerissen)

- 1941/1942 Fr. Wolf glaubte sich „sicher“ im Altersheim in Mainz

und lehnte daher Emigration in die USA ab.

- 1943 Deportation und Tod im KZ Theresienstadt

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3.2.1 Sohn Max Wolf (1887 – 1952) und

Edith (Adelheid) Wolf geb. ? (1901 - ?)

- Wohnort Mainzer Straße 83

- Beruf Viehhandel und Weinbau

- 09.11.1938 Arbeitslager / KZ Oranienburg

Freilassung initiiert durch Edith

- 1939 Flucht nach Frankreich (Paris) mit Familie

an Weihnachten

-> Emigration in die USA mit ihren 2 Kindern Enne / Änne und Richard

-> North Carolina, kleine Farm: „Van Eden“

-> Bürge: Planiger Dipl.-Ing Karl Staab

Max Wolf (lks.) - 1952: Tod von Max

Edith Wolf

Hochzeit Max und Edith Wolf

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3.2.1.1 Enne (Änne) Loeb geb. Wolf (1926 - ) und

Man(Fred) Loeb (? - )

1938 Gymnasium „Lina-Hilger“: Antisem. Schmähungen

1939 Flucht nach Frankreich (Paris) mit Familie

Weihnachten -> Emigration in die USA mit Eltern

-> North Carolina, kleine Farm: „Van Eden“

-> Bürge: Planiger Dipl.-Ing Karl Staab

1946 Kennenlernen von Man(Fred) Loeb, benachbarter

Farmer aus Köln und Vermählung

1952 Gründung Großbäckerei „Deluxe Bake Shop“, Washington

Spezialität: „Challah“: Trad. jüdische Zopfbrot

https://youtu.be/dNgGkzYpjBs

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1982 Klassentreffen in Planig

1995 Europa-Reise mit Stop in Planig: „Gemischte Gefühle“

2022 Interview mit Gymnasium „An der Stadtmauer“, KH

https://youtu.be/dNgGkzYpjBs

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3.2.1.2 Richard Wolf (1929 – 1999)

1939 Flucht nach Frankreich (Paris) mit Familie

1939 Weihnachten -> Emigration in die USA mit Eltern

-> North Carolina, kleine Farm: „Van Eden“

-> Bürge: Planiger Dipl.-Ing Karl Staab

Bekannter Farmer

International angesehener Viehzüchter

(Rinderexport bis nach Japan)

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3.2.2 Sohn Edmund Wolf (1889 – 1942)

mit Frau Emelie (Emmi) Wolf geb. Landmann (1897 – 1942)

- Wohnort Mainzer Straße 85 ( „Schloss“, Rathaus)

- Beruf Wein- und Ackerbau

- 09.11.1938 Flucht nach Köln mit ihren drei Kindern

Ruth, Gretel, Erich

Köln:

Planiger Frisör Gaul erkennt Edmund angeblich nicht bei Pflasterarbeiten

- 1941 Deportation von Edmund, Emmie und Ruth zum KZ Riga, wo der Planiger Seppel Ingebrand zum letzten Mal sie auf dem Bahnhof Riga lebend sieht.

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3.2.2.1 Ruth Wolf (1925 – 1944)

- 09.11.1938 Flucht nach Köln

- 1941 Deportation nach Riga

- 1944 Tod in KZ Stutthof

3.2.2.2 Gretel Wolf (1924 - )

- 09.11.1938 Flucht nach Köln

- 1941 Deportation nach Riga

- 1941 KZ Stutthoff

- 1941/1942 (?) Flucht in die USA

Familie beschreibt sie als „weird“ (= seltsam):

-> Verzicht auf Entschädigungen,

-> Nicht sesshaft -> Campingwagen

-> Kein Kontakt zur Familie

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3.2.2.3 Erich Wolf (1928 – 1950 ?)

- 09.11.1938 Flucht nach Köln

- 1941/1942 (?) Flucht in die USA

- 1949/1948 (?) Rückkehr nach Planig

- 1950 (?): Bosenheim:

Schwerer Unfall zusammen mit US-GIs: - Erich stirbt.

- Seine Freundin Inge Emrich (= Tochter vom

Hans Emrich / „Schöner Hans“ und Mutter von Heidemarie Heidemarie Fischborn / „Gänseheidi“) ist seitdem querschnittgelähmt:

Hohe US - Abfindung in kurzer Zeit verlebt.

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4. QUELLEN

4.1. Internet:

  • https://youtu.be/dNgGkzYpjBs Interview mit Frau Anne Loeb

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4. QUELLEN

4.2 Papierform:

  • DECKER, Lena; GRIESBACH, KUBALLA, Lara; Estellea; SANS, Janina; THRESS, Philipp; Redebeiträge der Schüler des Gymnasiums „An der Stadtmauer“, Bad Kreuznach, anlässlich der Stolpersteinverlegung am 07.05.2022, zugeschickt von Studienleiterin GLANZMANN, Sandra, Gymnasium an der Stadtmauer am 11.04.2022.
  • DECKER, Lena: „Gesprächsnotizen mit Änne Loeb“, zugeschickt von Studienleiterin GLANZMANN, Sandra, Gymnasium an der Stadtmauer am 11.04.2022.
  • EINMANN, Kerstin: „Jüdisches Leben in Planig“, Stufenarbeit am Gymnasium am Römerkastell (vermutlich 1998).
  • LOEB, Manfred: „The life and times“, zugeschickt von Studienleiterin GLANZMANN, Sandra, Gymnasium an der Stadtmauer am 11.04.2022.

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  • NÜRNBERG, Josef: „Elf Stolpersteine erinnern in Planig an Naziopfer“, Öffentlicher Anzeiger 09.05.2022
  • UNBEKANNT: „Refugees who fled from Nazis“, US-Artikel zur Verfügung gestellt im Original von Manfred SCHWEPPENHÄUSER, Planig, im April 2022.

4.3 Mündlich

  • BLÄTTERMANN, Nikolaus: Gespräch in Bad Kreuznach „Pro-Seniore“ am 08.09.2022.
  • MERKELBACH, Wilhelm; SEMUS, Ehrhard: Mehrere Gespräche anlässlich des Projekts „Rufnamen“ des Vereins „Mein Schönes Planig“ in 2020 und 2021.
  • METZGER, Rosmarie: Gespräch in Bad Kreuznach am 11.09.2022.
  • SCHWEPPENHÄUSER, Manfred: Gespräch in Planig am 24.05.2021.