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Minute Madness

�Vor welche Herausforderungen stellt die Open Access Policy die Kulturerbe-Einrichtungen in Hessen und wie gehen sie damit um?

  • Universitäts- und Landesbibliothek der�Technischen Universität Darmstadt
  • Hessisches Landesarchiv
  • Staatliche Schlösser und Gärten Hessen
  • Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg
  • Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde�

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ULB Darmstadt: Open Access im Hochschul-Kontext

  • Die ULB befasst sich – wie (fast) alle anderen Hochschulbibliotheken in Deutschland – schon seit über 10 Jahren mit dem Thema Open Access

    • ULB Darmstadt als Publikationsorgan der TU Darmstadt
    • Früher: Versand gedruckter Dissertationen
    • Heute: verschiedene digitale und offene Lösungen
    • Eigenes Open Access-Repository TUprints
    • Eigenes Forschungsdaten-Repository TUdatalib
    • Eigene Infrastruktur für Open Access-Journals TUjournals
      • zunächst Open Journal Systems (OJS), inzwischen Janeway der Open Library of Humanities (OLH)

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ULB Darmstadt: Open Access im Hochschul-Kontext

  • Open Access-Beauftragte:r der TU Darmstadt
  • Unterzeichnung der Berliner Erklärung (u.a.)
  • Veröffentlichung Open Access-Policy der TU Darmstadt
  • Veröffentlichung Publikationsrichtlinie der TU Darmstadt
  • Open Access Selbstverpflichtung der ULB Darmstadt
  • Open Library Badge
  • Angepasste Erwerbungspolitik bei der Beschaffung von Medien

  • Drittmittelprojekte (Auswahl)
    • Open Access und Open Educational Resources in den Ingenieurwissenschaften (OpenING), BMBF
    • Open Access-Publikationskosten, DFG

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ULB Darmstadt: Open Access im Hochschul-Kontext

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ULB Darmstadt: Open Access im landesbibliothekarischen Kontext

  • ULB Darmstadt als öffentlicher, frei zugänglicher Raum
  • Eigenes Digitalisierungszentrum
  • Eigenes Repository für Digitalisate TUdigit

  • Verschiedene (Drittmittel)-Projekte
    • FID BauDigital (DFG)
    • Digitalisierung Darmstädter Tagblatt 1740 - 1986 (DFG)
    • Georeferenzierung historischer Karten (citizen science)

  • „Leuchtturm“-Digitalisierungen, aber auch einzelne Aufträge

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ULB Darmstadt: Open Access im landesbibliothekarischen Kontext

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ULB Darmstadt: Open Access im landesbibliothekarischen Kontext

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ULB Darmstadt: Open Access im landesbibliothekarischen Kontext

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ULB Darmstadt: Herausforderungen

  • Hochschul-Kontext:
    • Nach wie vor Vorbehalte ggü. Open Access seitens der Wissenschaffenden aufgrund angeblicher schlechterer Reputation
    • Fake-Science, Fake-Journals etc.
    • Verlage vs. offene Gesellschaft (Paywalls etc.)

  • Landesbibliothekarischer Kontext: Beispiel Darmstädter Tagblatt
    • Texte von namentlich bekannten Autor:innen oftmals unproblematisch
    • Aber:
      • Jede Seite ist ein Konvolut unterschiedlicher Urheberschaften
      • Rechteklärung bei Urheber:innen von veröffentlichten Agenturmeldungen
      • Rechteklärung bei Urheber:innen von Fotos, Bildern und Grafiken

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ULB Darmstadt

TALKING

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Hessisches Landesarchiv

Digitalstrategie

„OpenAccess und OpenData werden grundsätzlich in der Strategie des Hessischen Landesarchivs verankert“

https://landesarchiv.hessen.de/

digitalstrategie_2020-2025

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Hessisches Landesarchiv

So offen wie möglich

FAIR-Prinzipien

Freie Lizenzen

Online-Stellung nicht verfügbarer Werke

Gebühren und Entgelte

Open Access im HLA

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Hessisches Landesarchiv

Koproduktion und nutzergenerierte Inhalte

Vernetzung

DDB und Europeana

Größtmögliche Offenheit / Fotografiererlaubnis

OpenGLAM-Gemeinschaft

Open Access im HLA

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Hessisches Landesarchiv

Wasserzeichen auf Digitalisaten

  • „Altlasten“
  • betrifft einen Bruchteil der 23 Mio. Digitalisate
  • entspricht nicht aktuellen HLA-Standards

Herausforderungen:

  • vielfältige Aufgaben im Bereich Digitalisierung
  • personelle Kapazitäten
  • Identifizierbarkeit der betroffenen Digitalisate

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Staatliche Schlösser und Gärten Hessen

    • Objekt-Fotos / Online-Sammlung
    • Fotos auf Homepage / Pressefotos
    • Fotografenverträge
    • Foto- und Filmgenehmigung

Objekt-Fotos / Online-Sammlung

Homepage / Pressefotos

Fotografenverträge

Foto- und Filmrichtlinien

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Objekt-Fotos / Online-Sammlung

  • Vorteil: Großteil sind gemeinfreie Werke
  • Urheberrechtsnovelle: Reproduktionsfotografie 🡪 Public Domain
  • Bitte um Namensnennung und bei wissenschaftlichen Publikationen, um Belegexemplar
  • dreidimensionale Werke, Innenräume und Außenbereiche 🡪 Lichtbildwerk 🡪 Creative Commons Lizenz CC BY-SA 4.0

  • Herausforderungen:�(Dauer)Leihnahmen,�Rechteabklärung mit Leihgebern

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Fotos auf Homepage / Pressefotos

  • gleiche Lizenzierung�(Reproduktionsfotos: PD; Rest CC BY-SA 4.0)
  • immer Creditline-Angabe

  • Herausforderung: Überarbeitung des Bildnachweises / inkl. Bestandsfotos

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Fotografenverträge

  • Überarbeitung unserer Musterverträge
  • gleiche Lizenzierung (Reproduktionsfotos: PD; Rest CC BY-SA 4.0)

  • Herausforderung: Rechteklärung von Bestandsfotos

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Foto- und Filmrichtlinien

  • bisherige Unterscheidung in privater Gebrauch und genehmigungspflichtiger kommerzieller Nutzung
  • neuer Ansatz: kommerzielle Nutzung erlauben
  • Unterscheidung nach Kriterien, die auch die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ansetzt:
    • im Rahmen des regulären Besuchs?
    • zusätzliche Technik / Personal nötig?
    • pfleglicher Umgang, Ansehen, Gefährdung, Behinderung des Besucherverkehrs?
    • Medienberichterstattung nicht zustimmungspflichtig, aber aus technisch-konservatorischen Gründen anzumelden
    • Entgelte nicht für Verwertung, sondern für Personal- und Zeitaufwand

  • Herausforderung:�eindeutige Abgrenzung�und Pflicht zur Wirtschaftlichkeit

Nikolas Becker, Wiki Commons, CC BY-SA 3.0

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OPEN ACCESS vs. REALITY

Christoph Glorius�Datenkuration | data curation

christoph.glorius@fotomarburg.de�bildindex.de | www.fotomarburg.de

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Vertraute Umgebungen

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Workflow Bildrechte: 3.096.112 Bilder zum Quadrat …

Bilddatei-Nr. fmv142, Aufnahme-Nr. V 142, © Bildarchiv Foto Marburg - Rechte vorbehalten

Microfichekarte des Marburger Index (1977-1987) Bilddatei-Nr./Aufnahme-Nr. fmd493676 © Bildarchiv Foto Marburg - Rechte vorbehalten, Foto: Horst Fenchel

Objekt + Künstler:in - Foto + Fotograf:in�© Rights statesments / Creative Commons

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Im Licht der Ampel

Eindeutig: Rot oder Grün = Stop or Go

Diffus: Gelb und Grau

Frei: nur CC0-Lizenz „Public Domain“

„Alle Rechte vorbehalten“: Keine freie Lizenz, man muss den Daten-Anbieter fragen …

Gemeinfreie Werke (Druckgraphik …), Panoramafreiheit

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Rechtemanagement: Mission impossible?

CC BY-SA

CC0

InC Urheberrechtsschutz

NKC Kein Urheberrechtsschutz bekannt

Bilddatei-Nr. fmv145, Aufnahme-Nr. V 145, © Bildarchiv Foto Marburg - Rechte vorbehalten

Dargestelltes Kunstwerk

Fotografie des Werkes

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SWOT: Open Access im Bildindex

Strengths (Stärken)

Einfacher und klarer Zugang zu ca. 3 Mio. Fotografien.

Sichere Grundlage für Schnittstellen (API, IIIF).

Entbürokratisierung durch Wegfall von Gebühren.

DH Community freut sich! 

Weaknesses (Schwächen)

Wo ist (geschultes) Personal zur Umsetzung?

Rechtsberatung: Guter Rat ist teuer.�Bestes Rechtemanagement kann Bildermassen nicht eindeutig referenzieren, alles ist viel zu komplex!!!

Fehlende Information in historischen Archivbeständen.

Präzise Verträge erst in den letzten Jahren vorhanden.

Sperrung von Material weiterhin nötig durch Verträge und Urheberrecht.

Gebührenordnung muss geändert werden.

Opportunities (Chancen)

Projekte profitieren unbürokratisch.

Experimentelles Arbeiten und Forschen wird erleichtert: Bilder und Daten stehen für Hackathons und Projekte der Künstlichen Intelligenz zur Verfügung, mehr Forschung kann gewagt werden.�Neue Partner werden gewonnen.

Präsenz in DDB und Europeana wird erhöht.

Citizen Science wird aufmerksam (Wikidata).

Threats (Risiken)

Digital Asset Management nicht vorhanden oder nicht konfiguriert.

Vertragliche Verpflichtungen stehen zur Debatte.

Ungenauigkeiten, Unklarheiten bleiben bestehen (verwaiste Werke, unbekannte Provenienz).

Zeitdruck, die Rechte zu klären.

Rechtehinweise sind unwiderruflich (wirklich?).

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Vielen Dank

Christoph Glorius

christoph.glorius@fotomarburg.de�bildindex.de | DDK-Data-Wiki: uni-marburg.de/33h2H

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Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde | HLGL

  • Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen LAGIS
    • Fachanwendung des HLGL zur Geschichte und geschichtlichen Landeskunde Hessens
    • modularer Aufbau: 30 öffentlich zugängliche Einheiten (Module) aus den Bereichen:
      • Lexika und Wörterbücher
      • Atlanten und Karten
      • Ansichten und Bilder
      • Themen
      • Quellen
    • datenbank-gestützt, individuelle Datenmodelle
    • Umfang: rund 2.000.000 Dokumentationseinheiten, zusätzlich knapp 150.000 Digitalisate

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Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde | HLGL

  • Besondere Herausforderungen bei der Umsetzung der Open Access Policy
    • HLGL verfügt über wenige klassische Primärressourcen in Form eigener Bestände
    • über LAGIS bereitgestellte assets sind vielfach das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit Partnern: Fragen der Nutzung außerhalb des Informationssystems können dabei ungeklärt sein
    • „Dokumentationseinheiten“ in LAGIS sind nicht notwendigerweise atomar, sondern bestehen häufig aus strukturierten Daten und zusätzlichen Medien unterschiedlicher Provenienz
    • rechtlicher Status einzelner Dokumentationseinheiten und der mit ihnen verbundenen Medien ist nicht immer hinreichend differenziert ausgewiesen

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Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde | HLGL

  • Maßnahmen zur Umsetzung der Open Access Policy
    • Voraussetzung, Kontext: LAGIS-Relaunch (2. Jahreshälfte 2022); Vorbereitung des Backends für Linked Open Data-Anwendungen (Service-Infrastruktur, Repräsentationen)
    • bei externen Partner, die assets für LAGIS zur Verfügung stellen, wird offensiv für die Bereitstellung unter einer freien Lizenz geworben
    • für alle über LAGIS veröffentlichte Dokumentationseinheiten und –Untereinheiten wird der jeweilige Lizenzstatus ausgewiesen
    • sämtliche vom HLGL erarbeiteten assets – im Wesentlichen: hochgradig strukturierte Daten, Karten – werden unter der Lizenz�CC BY-SA bereitgestellt und entsprechend ausgewiesen; APIs für LOD-Anwendungen werden dokumentiert und propagiert

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Ausblick