2021/22�PAL 4�EC1B LV1/LV2
22/01/2022
Der stark mechanisierte Tagebau mit riesigen Maschinen ermöglicht/gestattet eine sehr hohe Produktivität.
So ist der Braunkohleabbau- anders als die Steinkohle noch heute ein rentabler Betrieb, dessen in großen Wärmekraftwerken erzeugte Energie etwa ein Viertel des Stroms (des Strombedarfs) des Landes liefert (deckt).
Vor allem aber ist es eine zerstörerische/destruktive (Kohle)förderung, denn die riesigen Tagebaue, die bis mehrere hundert Meter tief in die Landschaft der Lausitz gehen, haben die Zerstörung Dutzender Dörfer und Kleinstädte verursacht und mehr als 100.000 Einwohner zur Umsiedlung gezwungen, hauptsächlich zwischen 1950 und 1989.
Auftrag 1: Textverständnis – analytische und vergleichende Zusammenfassung (LV1 - 350 Wörter / LV2 - 250 Wörter) �Beantworten Sie folgende Frage auf der Basis der Informationen, die Sie in den deutschsprachigen Texten finden: Inwiefern stellt der Kohleausstieg Deutschland vor große Herausforderungen? �
Intro : Accroche – sujet – présentation des sources – annonce du plan
Der Braunkohltagebau in der Lausitz bis 2038 (2030)
Der Steinkohlebergbau in der Rujhr (bis 2018)
Teil A : Industrie
Teil B : Wirtschaft – Arbeitsmarkt
Teil C : Strukturwandel
Auftrag 2: Persönlicher Ausdruck – argumentativer Aufsatz mit landeskundlichen und/oder historischen Bezügen und Beispielen.Welche Perspektiven sehen Sie für die Zukunft einer Braunkohleregion wie der Lausitz?
INTRO
Wer schon den Osten Sachsens oder den Süden Brandenburgs besucht hat, mag die besonderen Landschaften der Braunkohletagebaue gesehen haben. Menschenleere riesige Perspektiven des „Wilden Ostens“, die fast an den amerikanischen „Wilden Westen“ erinnern: unbewohnt und unwirtlich. Man erkennt die Armut in diesen Regionen, schon lange vor dem Kohleausstieg. Nun will die Ampelkoalition diesen auf 2030 vorziehen. Das wird sich natürlich folgenschwer auf Gebiete wie die Lausitz auswirken, deren Wirtschaft hauptsächlich auf dem Kohleabbau beruht. Die Politik muss sich also folgende Frage stellen: Wie können diese Regionen unterstützt werden und wie kann ihr Übergang zu einem neuen Wirtschaftsmodell erleichtert werden? Einen Begriff, der im Stern-Artikel vorkommt, möchte ich herausgreifen und im Folgenden veranschaulichen: den „Strukturwandel“.
Teil 1
Eine erste Säule des Strukturwandels ist die Energiewende. Einer Infografik des Instituts „Frauenhofer ISE“ zufolge stellt die Kohleenergie ungefähr 30% der Stromerzeugung dar, was bedeutet, dass bis 2038 neue Energiequellen entwickelt werden müssen, um den Energiebedarf zu decken. Ich bin der Überzeugung, dass die erneuerbaren Energien nicht nur ein ökologisches Versprechen sind, sondern auch ein hohes Potential für die Wirtschaft bieten. In nachhaltiger sowie wirtschaftlicher Hinsicht sind sie eine Investition in die Zukunft. Sie werden sowohl qualifizierte Jobs in Forschung und Entwicklung geschaffen, als auch unqualifizierte Arbeitskräfte beschäftigt, zum Beispiel für den Bau neuartiger Kraftwerke oder Maschinen.Der jungen Generation verschafft das neue berufliche Perspektiven, während die älteren Bergleute der Lausitz damit auch die Möglichkeit hätten, sich umzuschulen oder weiterzubilden.
Teil 2 und Schluss
Eine zweite Säule des Strukturwandels wäre die Umwandlung einer Primär- und Sekundärwirtschaft, die auf der Kohleförderung beruht, in eine Tertiärwirtschaft.
Eine Zeche des Ruhrgebiets gehört jetzt zum Weltkulturerbe und ist sogar zu einem Kulturzentrum geworden, das die technische, wirtschaftliche aber auch kulturelle Bedeutung des Bergbaus nachzeichnet. Solche Initiativen haben natürlich einen symbolischen Wert: Es geht darum, dass sich die Bevölkerung auch nach dem Kohleausstieg anerkannt fühlt. Sie haben aber auch einen wirtschaftlichen Wert, indem sie Tourismus entwickeln, was in vielfacher Hinsicht das Wachstum fördert. Das bedeutet nämlich die Entstehung von Restaurants, Hotels, Läden aber auch von Infrastrukturen wie neuen Bahnlinien oder Bahnhöfen. Diese Umwandlung beginnt auch jetzt schon in Braunkohleregionen: Auf einem Foto aus der Zeit sieht man einen künstlichen See, der durch die Flutung eines ehemaligen Tagebaus entstand. Im Hintergrund ist ein Kohlekraftwerk zu sehen… Das ist eine eigenartige Landschaft und wahrscheinlich auch eine ungewöhnliche Badeerfahrung, die Touristen anlocken könnte.
So kann ein gelungener Strukturwandel, der auf nachhaltigen Investitionen in Technologie und Dienstleistungen beruht, den ehemaligen Bergbauregionen – die oft auch „neue Bundesländer“ sind – eine neue Dynamik verleihen. Abschließend möchte ich betonen, dass dies das beste Mittel ist, um die politische Unzufriedenheit zu bekämpfen und rechtsextremen Tendenzen entgegenzuwirken.