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2021/22�PAL 4�EC1B LV1/LV2

22/01/2022

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  • L’exploitation à ciel ouvert, très mécanisée, avec des machines géantes, permet une très forte productivité.

Der stark mechanisierte Tagebau mit riesigen Maschinen ermöglicht/gestattet eine sehr hohe Produktivität.

  • C’est ainsi que, contrairement au charbon, l’extraction du lignite reste, aujourd’hui encore, une exploitation rentable, dont la production brûlée dans de grosses centrales thermiques fournit environ un quart de l’électricité du pays.

So ist der Braunkohleabbau- anders als die Steinkohle noch heute ein rentabler Betrieb, dessen in großen Wärmekraftwerken erzeugte Energie etwa ein Viertel des Stroms (des Strombedarfs) des Landes liefert (deckt).

  • Mais c’est surtout une production dévastatrice, car les immenses mines en découverte qui s’enfoncent jusqu’à plusieurs centaines de mètres de profondeur dans les campagnes de Lusace, ont provoqué la destruction de dizaines de villages et de petites villes, contraignant plus de 100 000 habitants à se déplacer, principalement entre 1950 et1989.

Vor allem aber ist es eine zerstörerische/destruktive (Kohle)förderung, denn die riesigen Tagebaue, die bis mehrere hundert Meter tief in die Landschaft der Lausitz gehen, haben die Zerstörung Dutzender Dörfer und Kleinstädte verursacht und mehr als 100.000 Einwohner zur Umsiedlung gezwungen, hauptsächlich zwischen 1950 und 1989.

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  • Les paysages miniers du lignite viendront bientôt s’ajouter à la longue liste des paysages de succession minière qui se sont multipliés après la réunification allemande, avec la fermeture de toutes les mines métallifères de l’ex-RDA
  • Die Landschaften des Braunkohletagebaus kommen bald auf die lange Liste der vom Bergbau hinterlassenen Landschaften, sich nach der deutschen Wiedervereinigung durch die Schließung aller Erzbergwerke in der ehemaligen DDR vervielfacht haben.
  • qui ont laissé en héritage un paysage de friches minières dominé par d’immenses terrils. Mais il subsiste aussi un riche patrimoine composant les paysages originaux des monts Métallifères qui ont été classés au patrimoine UNESCO en 2019.
  • Diese haben als Erbe eine Landschaft von Bergbaubrachen hinterlassen, die eine von riesigen Halden geprägt werden. Aber es gibt auch ein reiches Erbe, das aus den ursprünglichen Landschaften des Erzgebirges besteht, die 2019 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurden.

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Auftrag 1: Textverständnis – analytische und vergleichende Zusammenfassung (LV1  - 350 Wörter / LV2 - 250 Wörter)  �Beantworten Sie folgende Frage auf der Basis der Informationen, die Sie in den deutschsprachigen Texten finden: Inwiefern stellt der Kohleausstieg Deutschland vor große Herausforderungen?  �

Intro  : Accroche – sujet – présentation des sources – annonce du plan

  • Im Dezember 2018 wurde die letzte Zeche im Ruhrgebiet geschlossen. Diese Schließung markiert einen Meilenstein für den Kohleausstieg, der in Deutschland für 2038 geplant ist. Wie geht das Land mit dem Abschied von der Kohle um? Eine Stern-Reportage aus dem Jahre 2018 beschäftigt sich mit dem Ausstieg aus der Steinkohle im Ruhrgebiet, während sich ein Zeit-Bericht von 2020 mit der Lage in der Lausitz befasst, die für Braunkohleabbau bekannt ist. Mit der Braunkohle soll 2038 Schluss sein. Die Gegenüberstellung dieser beiden Artikel verdeutlicht die industriellen, wirtschaftlichen und sozialpolitischen Herausforderungen, die der Kohleausstieg mit sich bringt

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Der Braunkohltagebau in der Lausitz bis 2038 (2030)

Der Steinkohlebergbau in der Rujhr (bis 2018)

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Teil A : Industrie

  • Aus industrieller Sicht muss man zwischen Steinkohle und Braunkohle unterscheiden. Die erste ist ein Kernstück der industriellen Revolution gewesen, befindet sich - laut Stern - aber schon seit Anfang der 1960er Jahre wegen der Konkurrenz durch Erdöl und Importkohle im Niedergang. Die zweite ist ein Motor des Wachstums in der Nachkriegszeit vor allem in der ehemaligen DDR gewesen, so die Zeit. Heute haben weder Stein- noch Braunkohle in Deutschland eine Zukunft, denn ökologische Imperative  führen zum Ende dieser Energiequelle.  

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  • Der Kohlesausstieg geht mit großen wirtschaftlichen Herausforderungen einher, vor allem auf dem Arbeitsmarkt. Die Bergbaugebiete beschäftigten viele Menschen. Beide Reportagen zeichnen klassische Lebenswege nach: von Männern, die 1950 wegen der Arbeit in eine westdeutsche Steinkohleregion oder 1970 in eine ostdeutsche Braunkohleregion kamen. Am Anfang haben sie Erfolg und Anerkennung bekommen, im Laufe der Jahre konnten sie aber die Bedrohung ihres Berufs spüren. Wie die Bergleute 2018 in der Ruhr so haben ihre Lausitzer Kollegen Angst, ihren Job zu verlieren. Die AfD nutzt im Osten diese Angst, um neue Anhänger zu gewinnen, wie eine Pfarrerin in der Zeit berichtet.  �

Teil B : Wirtschaft – Arbeitsmarkt

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Teil C : Strukturwandel

  • Dies führt zu weiteren Herausforderungen, wie von beiden Artikeln betont wird: Wie kann man die ehemaligen Bergleute unterstützen? Wie kann man die Bergbauregionen nach dem Kohleausstieg wieder attraktiv machen? Dafür braucht man einen „Strukturwandel“, der auf Infrastrukturen wie ÖPNV, Universitäten oder auch Tourismus setzt. Der Stern berichtet von den Maßnahmen im Ruhrgebiet, die in diese Richtung gehen. Wenn auch das Museum “Zeche Zollverein” ein Erfolg zu sein scheint, bleibt der Strukturwandel unzureichend. Arbeitslosigkeit ist im Ruhrgebiet nach wie vor stark verbreitet. Auch die Lausitzer fürchten in dieser Hinsicht die Zukunft, so die Zeit. Werden die kommenden Jobs so gut bezahlt wie die jetzigen?

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Auftrag 2: Persönlicher Ausdruck – argumentativer Aufsatz mit landeskundlichen und/oder historischen Bezügen und Beispielen.Welche Perspektiven sehen Sie für die Zukunft einer Braunkohleregion wie der Lausitz?

INTRO

Wer schon den Osten Sachsens oder den Süden Brandenburgs besucht hat, mag die besonderen Landschaften der Braunkohletagebaue gesehen haben. Menschenleere riesige Perspektiven des „Wilden Ostens“, die fast an den amerikanischen „Wilden Westen“ erinnern: unbewohnt und unwirtlich. Man erkennt die Armut in diesen Regionen, schon lange vor dem Kohleausstieg. Nun will die Ampelkoalition diesen auf 2030 vorziehen. Das wird sich natürlich folgenschwer auf Gebiete wie die Lausitz auswirken, deren Wirtschaft hauptsächlich auf dem Kohleabbau beruht. Die Politik muss sich also folgende Frage stellen: Wie können diese Regionen unterstützt werden und wie kann ihr Übergang zu einem neuen Wirtschaftsmodell erleichtert werden? Einen Begriff, der im Stern-Artikel vorkommt, möchte ich herausgreifen und im Folgenden veranschaulichen: den „Strukturwandel“.

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Teil 1

Eine erste Säule des Strukturwandels ist die Energiewende. Einer Infografik des Instituts „Frauenhofer ISE“ zufolge stellt die Kohleenergie ungefähr 30% der Stromerzeugung dar, was bedeutet, dass bis 2038 neue Energiequellen entwickelt werden müssen, um den Energiebedarf zu decken. Ich bin der Überzeugung, dass die erneuerbaren Energien nicht nur ein ökologisches Versprechen sind, sondern auch ein hohes Potential für die Wirtschaft bieten. In nachhaltiger sowie wirtschaftlicher Hinsicht sind sie eine Investition in die Zukunft. Sie werden sowohl qualifizierte Jobs in Forschung und Entwicklung geschaffen, als auch unqualifizierte Arbeitskräfte beschäftigt, zum Beispiel für den Bau neuartiger Kraftwerke oder Maschinen.Der jungen Generation verschafft das neue berufliche Perspektiven, während die älteren Bergleute der Lausitz damit auch die Möglichkeit hätten, sich umzuschulen oder weiterzubilden.

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Teil 2 und Schluss

Eine zweite Säule des Strukturwandels wäre die Umwandlung einer Primär- und Sekundärwirtschaft, die auf der Kohleförderung beruht, in eine Tertiärwirtschaft.

Eine Zeche des Ruhrgebiets gehört jetzt zum Weltkulturerbe und ist sogar zu einem Kulturzentrum geworden, das die technische, wirtschaftliche aber auch kulturelle Bedeutung des Bergbaus nachzeichnet. Solche Initiativen haben natürlich einen symbolischen Wert: Es geht darum, dass sich die Bevölkerung auch nach dem Kohleausstieg anerkannt fühlt. Sie haben aber auch einen wirtschaftlichen Wert, indem sie Tourismus entwickeln, was in vielfacher Hinsicht das Wachstum fördert. Das bedeutet nämlich die Entstehung von Restaurants, Hotels, Läden aber auch von Infrastrukturen wie neuen Bahnlinien oder Bahnhöfen. Diese Umwandlung beginnt auch jetzt schon in Braunkohleregionen: Auf einem Foto aus der Zeit sieht man einen künstlichen See, der durch die Flutung eines ehemaligen Tagebaus entstand. Im Hintergrund ist ein Kohlekraftwerk zu sehen… Das ist eine eigenartige Landschaft und wahrscheinlich auch eine ungewöhnliche Badeerfahrung, die Touristen anlocken könnte.

So kann ein gelungener Strukturwandel, der auf nachhaltigen Investitionen in Technologie und Dienstleistungen beruht, den ehemaligen Bergbauregionen – die oft auch „neue Bundesländer“ sind – eine neue Dynamik verleihen. Abschließend möchte ich betonen, dass dies das beste Mittel ist, um die politische Unzufriedenheit zu bekämpfen und rechtsextremen Tendenzen entgegenzuwirken.