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Tropfenzähltitration�Ein orientierende Methode

Wolfgang Proske, Schulchemiezentrum Zahna

Martin Schwab, Armin-Knab-Gymnasium Kitzingen

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Titration im klassischen Sinn�Methoden der Wasseranalytik

Spritzen ersetzen die Bürette

Graduierung auf Test abgestimmt

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Bestimmung des Volumen eines Tropfens�Versuch 1

50 bzw. 100 Tropfen Wasser werden in einen 5 ml Messzylinder getropft und das Volumen wird abgelesen und durch die Tropfenzahl dividiert

 

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Modellexperiment zur Maßanalyse�Versuch 2

In ein Titriergefäß werden 5 ml Wasser und 3 Tropfen Bromthymolblau - Lösung vorgelegt. 10 Tropfen Natronlauge 0,1 mol/l werden zugegeben, es erfolgt ein Farbumschlag von grün nach blau. Nun wird 0,1 mol/l Salzsäure bis zum Farbumschlag nach gelb zugegeben.

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Carbonathärte – Gesamthärte – TestsZwei kommerziell verfügbare Tropfentitrationen

Säure-Base-Titration

Komplexometrische Titration

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Warum Härte-Test?�Wichtige Parameter der Wasserqualität

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1 Tropfen 1 °dH

(1 °dH 10 mg CaO/l Probelösung)

Titration durch Tropfenzählen

(Ca2+- und Mg2+- Ionen)

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Aus dem Beipackzettel Gesamthärte

Gesamthärte

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Tropfenzähltitration�Probelösung mit 1° deutscher Härte ≙ 10 mg CaO/l

1000 ml

100 ml

5 ml

1 ml

10 ml

1 Tropfen

Verbrauch Maßlösung

0,0178 mol/l

Gehalt CaO

10 mg

1 mg

0,05 mg

Probemenge

Verbrauch Maßlösung

0,01 mol/l

17,9 ml

1,79 ml

1,8 Tropfen

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Begriffe

Systematische Maßlösungen:

Auf einen Parameter abgestimmt, z.B. 1 ml EDTA, 0,178 mol/l ≙ 1 ° dH

Konventionelle Maßlösung (nach Friedrich Mohr):

Standard-Maßlösung, z.B. 1 mol/l, 0,1 mol/l

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Warum Maßlösung mit 0,0178 mol/l�EDTA

EDTA ist ein 6-zähniger Ligand

1 Molekül EDTA bindet 1 Me2+-Ion

  • Stoffmengen-Verhältnis 1: 1
  • Macht die Berechnung leicht
  • 1 ml 0,1 mol/l EDTA-Lsg 1 ml 0,1 mol/l Me2+

Indikator nötig, der anzeigt, wann alle

Metallionen komplexiert sind

Komplexometrie mit Chelatkomplexen

1 ml 0,1 mol/l EDTA-Lsg 1 ml 0,1 mol/l Me2+

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Titration von CaO-Lösung: Rechenweg�Härte Ca2+

Welcher Masse CaO entspricht der Verbrauch von 1 ml 0,1 mol/l

EDTA-Lösung?

M(CaO) = 56 g/mol bzw. mg/mmol

m = n × M mit n = c × V ergibt: m = c × V × M

m = 0,1 mmol/ml × 1 ml × 56 mg/mmol

m = 5,6 mg

Der Verbrauch von 1 ml einer 0,1 mol/l EDTA-Lösung entspricht 5,6 mg CaO

Zur Erinnerung: 1°DH 10 mg CaO pro Liter Wasser

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Anpassung der Konzentration in zwei Schritten��(1) Normierung: 1 ml soll 1 °dH sein

1 ml 0,1 mol/l EDTA 5,6 mg CaO/l

dann entspricht

1 ml 0,178 mol/l EDTA 10 mg CaO/l

Bei einem Liter Probelösung mit 1°DH benötigt man 1 ml EDTA mit

c = 0,178 mol/l

(2) Anpassung auf 100 ml Probenmenge

1 ml EDTA mit c = 0,0178 mol/l ≙ 1 °dH

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Anpassung der Probenmenge�Tropfengröße erfordert kleinere Probenmenge

20 Tropfen 1 ml

Probenmenge auf 1/20 reduzieren

Wenn 1 Tropfen ≙ 1°dH: Probenmenge 5 ml

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Tropfenzähltitration�Härtestandard 10° dH ≙ 100 mg CaO/l

1000 ml

100 ml

5 ml

Gehalt CaO

100 mg

10 mg

0,5 mg

Probemenge

10 ml

100 ml

10 Tropfen

Verbrauch Maßlösung

0,0178 mol/l

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Eriochromschwarz T�Komplexometrischer Indikator

EDTA mit höhere Komplexbildungskonstante als Eriochromschwarz T

Zuerst bindet Ca2+, dann Mg2+ am EDTA

Bei der Titration mit EDTA: Farbumschlag von rot nach blau

Ammoniakpuffer pH10: Ammoniumchlorid/Ammoniak

Magnesiumsalz des EDTAs

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�Gehaltsbestimmung Bullrichsalz – Tabletten�Versuch 4

  • Bullrich Salz ist Natriumhydrogencarbonat
  • Titration mit Salzsäure
  • NaHCO3  + HCl 🡪 CO2 + H2O + NaCl
  • Mischindikator nach Cooper
  • pH < 4,5 rot, pH > 4,5 blau

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Magnesium - Gehalt in Brausetabletten�Versuch 5

  •  Titration mit EDTA bei pH 10 gegen Eriochrom T (Indikatorpuffermischung)
  • Prinzip Metallindikator
  • Metallionen bilden mit Indikatoren schwache Komplexe. EDTA ist ein stärkerer Komplexbildner und verdrängt diese-
  • Metall - Indikator - Komplexe habe eine andere Farbe als der freie Indikator,
  • Mg - Eriochrom T - Komplex rot

Eriochrom T frei blau

  • Bei der Indikator - Puffer - Mischung ist noch ein gelber Kontrastfarbstoff beigefügt, deshalb Umschlag von rot nach grün
  • --------

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�Calcium - Gehalt in Brausetabletten�Versuch 6

  • Titration bei pH 13 gegen Calconcarbonsäure
  • Ca - Calconcarbonsäure - Komplex rotviolett
  • Calconcarbonsäure kornblumenblau

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Ascorbinsäure - Gehalt in Brausetabletten�

 

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Klassischer Weg mit Iod-Lösung (unbeständig beim Lagern)

Reduktionmittel Ascorbinsäure

Redoxtitration Ascorbinsäure

+I

+I

+II

+II

Schultaugliche Variante: stabile Iodatlösung

AscH2

Ascox

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Wenn alle Ascorbinsäure oxidiert ist, wird Iodat nicht mehr verbraucht und reagiert mit Iodid zu Iod weiter:

IO3- + 5 I- + 6 H+ 3 I2 + 3 H2O

Schulvariante mit stabiler Iodatlösung�Redoxtitration Ascorbinsäure

Ox: AscH2 Ascox + 2H+ + 2 e- × 3

Re: IO3- + 6 H+ + 6 e- I- + 3 H2O

Redox: IO3- + 3 AscH2 I- + 3 Ascox + 3 H2O

Redoxchemie hinter der Titration

Endpunktbestimmung

Redox: IO3- + 3 AscH2 I- + 3 Ascox + 3 H2O

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Redoxtitration von Ascorbinsäure

Durchführung

Durchführung der Titration

Haltbare Stärkelösungen

  • Zinkiodid-Stärke-Lösung

(Windaus)

  • Stärke in gesättigter Kochsalzlösung

(1 g Stärke, löslich, in 100 ml gesättigter

Kochsalzlösung aufkochen).

In einen 25 ml Erlenmeyer-Kolben

geben und bis zum Farbumschlag nach

blau mit Kaliumiodat-Lösung titrieren .

  • 0,5 ml Probelösung
  • 10 ml mit Wasser
  • 3 Tropfen Zink-Iodid-Stärke-Lösung
  • 10 Tropfen Schwefelsäure
  • 10 Tropfen Kaliumiodid-Lösung (5%)

Chemikalien

  • Probelösung
  • Wasser
  • Stärkelösung
  • Schwefelsäure, 1 mol/l
  • Kaliumiodid-Lsg. 5%

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Wir danken Herrn Gerhard Gierlich von der Firma Macherey und Nagel für die Unterstützung im Vorfeld des Vortrages und des Workshops

Materialien finden sich unter www.fachreferent-chemie.de