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Was ist eigentlich Gendern?

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GENDERN

1.geschlechtsneutrale oder geschlechtsinklusive Ausdrücke verwenden und dadurch Texte so gestalten,

dass die Ausgrenzung aufgrund des (sozialen) Geschlechts vermieden wird

Beispiele:

Wir gendern alle Texte: von der Website bis zum Pressetext. […]

Es gibt viele Formen des Genderns, wie etwa das Binnen‑I (LeserInnen), die Gender‑Gap (Leser_innen) oder das Gendern mit Asterisk (Leser*innen). [Gender Archive, 04.09.2016, aufgerufen am 14.09.2018]

]

2. einen Gegenstand oder ein Produkt einem bestimmten (sozialen) Geschlecht zuschreiben

Beispiele:

Man kann heutzutage noch nicht mal mehr ein paar Kinderschuhe kaufen, die nicht gegendert wären, also von ziemlich einseitigen Geschlechtervorstellungen ausgehen. [Zeit Magazin, 07.12.2017 (online)]

3. jmdm. (durch Anrede o. Ä.) ein (soziales) Geschlecht zuschreiben

Beispiele:

Du gehst nicht mehr in Seminare, weil du es nicht mehr aushältst, immer falsch gegendert zu werden, immer mit »Frau« oder »Herr« angesprochen zu werden. [que(e)r_einsteigen, 21.09.2014, aufgerufen am 29.04.2016]

4. fachsprachlich  Gendermainstream umsetzen

Beispiel:

[Das] […] Unternehmen ist komplett globalisiert, gegendert und gemainstreamt[…]. [Welt am Sonntag, 22.03.2015]

letzte Änderung: 28.01.2019

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gendern

Grammatik Verb · gendertgendertehat gegendert

Aussprache [ˈdʒɛndɐn]

Worttrennung gen-dern

Grundform Gender

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  • Die im Grundgesetz zugesicherte Gleichberechtigung

soll durch eine Gleichstellung erreicht werden.

Für die deutsche Sprache spricht man von

Gendergerechtigkeit

Oder

Genderneutralität

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Gendergerechte Darstellung in der Schriftsprache

Mit Gendersternchen: Journalist*innen

Mit Genderdoppelpunkt: Journalist:innen

Mit Mediopunkt: Journalist.innen

Mit Gendergap: Journalist_innen

Mit Binnen-I, -R: JournalistInnen , JedeR ist herzlich eingeladen!

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  1. Journalistinnen Journalistʔinnen
  2. Reporterinnen Reporterʔinnen
  3. Nachrichtensprecherinnen Nachrichtensprecherʔinnen
  4. Moderatorinnen Moderatorʔinnen
  5. Kommentatorinnen Kommentatorʔinnen
  6. Chefredakeurinnen Chefredakeurʔinnen
  7. Chefinnen Chefʔinnen
  8. Lektorinnen Lektorʔinnen
  9. Übersetzerinnen Übersetzerʔinnen
  10. Redakteurinnen Redakteurʔinnen

  • Regiesseurinnen Regiesseurʔinnen
  • Cutterinnen Cutterʔinnen
  • Protagonistinnen Protagonistʔinnen
  • YoutuberinnenYoutuberʔinnen
  • Bloggerinnen Bloggerʔinnen
  • JournalistinnenJournalistʔinnen

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Der Glottisschlag (coup de glotte)

  • Das Spiegelei (œuf sur le plat) /ˈ ​ʃɪgəlʔei /

  • das Bein halten (tenir la jambe) – beinhalten / bəˈʔɪnhaltn̩ / (contenir)

  • verreist ( de Reise : parti en voyage) vereist /fɛɐ̯ˈʔaɪ̯st/ ( de Eis couvert de glace)

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Das « Geschlecht » ist doppeldeutig A/ der Sexus (das biologische, soziale Geschlecht) �B/ das Genus (das grammatische Geschlecht)

Personenbezeichnungen wie "Terrorist", "Lehrer" oder auch "Kosmetiker" eher mit Männern assoziiert werden, hat mit dem sozialen Geschlecht (Sexus) zu tun. Dies leitet sich neben dem realen Anteil von Männern oder Frauen in den jeweiligen Gruppen auch aus sozialen Zuschreibungen ab und kann mehr oder wenig stark ausgeprägt sein: So ist "Kosmetiker" weniger stark männlich besetzt als "Terrorist", weil Kosmetik eher mit Frauen in Verbindung gebracht wird, Gewalt dagegen eher mit Männern.

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Frau Präsident?

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Das generische Maskulinum

generisches Maskulinum :Verwendung der maskulinen Form für weibliche und männliche Personen). 

Ein Mädchen spricht "Meine Lehrer halten mich für den besten Schüler der Klasse »

Gegendert: 

Meine Lehrer halten mich für die beste Schülerin der Klasse »

Meine Lehrer halten mich für die Klassenbeste.

Um gehäuftes Auftreten der Doppelform Schülerinnen und Schüler zu vermeiden, können die Ausweichformen Schülerschaft oder Lernende gewählt werden.

« Das generische Maskulinum macht die Frauen unsichtbarer als jede Burka », Luise Pusch.

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Dudenreform: Abschaffung des generischen Maskulinums

Duden vor 2020

Der Mieter Substantiv, maskulin jemand, der etwas gemietet hat

Die Mieterin Substantiv, feminin weibliche Form zu Mieter

  • Die männliche Form markiert „Männer als Norm“, die weibliche Form kodiert „Frauen als Abweichung“Susanne Günthner, Germanistin und Sprachwissenschaftlerin

Duden nach 2020

Der Mieter Substantiv, maskulin männliche Person, die etwas gemietet hat

Die Mieterin Substantiv, feminin weibliche Person, die etwas gemietet hat

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Wie kann man « Bürgermeister » gendern

  • Bürger*innen citoyen.nes
  • Meister*innen maîtres
  • Bürger*innenmeister*innen (les maires)

> Das Stadtoberhaupt > die Stadtoberhäupte

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Genderneutralität

Maskulin

  • Der Rentner
  • Die Rentner

Feminin

  • Die Rentnerin
  • Die Rentnerinnen

Genderneutal / entgendert

  • Das Rentny
  • Die Rentnys

Genderneutralität nach Phettberg

Maskulin

  • Der Arzt
  • Die Ärzte

Feminin

  • Der Ärztin
  • Die Ärztinnen

Genderneutal / entgendert

  • Das Arzty
  • Die Ärztys

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Das generische Femininum : Empathietraining für Männer

  • Wenn man ein Taxi bestellt, soll man sagen : „Sagen Sie der Taxifahrerin, dass ich im zweiten Stock wohne.“
  • Mehrere Fahrer wären „Taxifahrerinnen“.

  • Die Männer können sich einfach mitgemeint fühlen.

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Leitfäden, nicht Ratgeber

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PRO-Argumente

CONTRA-Argumente

Förderung der Gleichstellung der Geschlechter dadurch, dass Frauen explizit genannt werden.

 

Neue Formen wie das große Binnen-I (MitarbeiterInnen) oder das Gendersternchen (Kolleg*innen) für Frauen oder Personen, die sich nicht als Mann oder Frau begreifen, mindern die gute Lesbarkeit von Texten und funktionieren nicht, wenn sie gesprochen werden. Gender-Anhänger sind dogmatisch und undemokratisch.

Ablehnung des "generische Maskulinums" wonach im Deutschen mit der grammatisch männlichen Form Männer und Frauen gleichermaßen gemeint sind ("Der Bürger darf wählen.")

« Das generische Maskulinum macht die Frauen unsichtbarer als jede Burka », Luise Pusch.

Das ist "Genderwahnsinn" und gegen die Sprachlogik. Im Deutschen wird zwischen dem grammatischen Geschlecht (Genus) und dem biologischen Geschlecht (Sexus) unterschieden. Als "generisches Maskulinum" steht die männliche Form auch für Begriffe, die Männliches und Weibliches zugleich umfassen, zum Beispiel im Satz "Der Bürger darf wählen".

Frauen werden "mitgemeint" sind und dadurch benachteiligt.. Maskuline Bezeichnungen evoziren eher Männergruppen denken ("Spion"), ("Zuschauer") ("Kosmetiker").

Andere Sprachen wie das Türkische oder das Ungarische haben gar kein Genus. Türkische Frauen dürften aufgrund des fehlenden Genus keine Probleme mit geschlechtergerechter Sprache haben: "Aber vielleicht haben sie dennoch ein Problem mit Gleichstellung.

Sprache lenkt die Wahrnehmung.

  • Die Verwendung des generischen Maskulinums in Stellenanzeigen
  • Mädchen trauen eher typisch männliche, technische Berufe zu, wenn diese ihnen in männlicher und weiblicher Form vermittelt werden ("Ingenieurinnen und Ingenieure").
  • Die Sprache muss verändert werden, um Chancengleichheit herzustellen

In der Alltagssprache, in der es auf Kürze und Effizienz ankommt, hat sich "geschlechtergerechte Sprache », eher in behördlichen oder offiziellen Formularen und Dokumenten . ("Wähler und Wählerinnen"). Das "Gendern" verkompliziert die Sprache.

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  • CONTRA
  • Geschichte der deutschen Sprache wird vergessen
  • Gendern ist keine Lösung, um die Frauenfeindlichkeit (z. B. die Lohnlücke)

zu bewältig

  • Keine Lösung für den Sexismus, Gendern ist nur symbolisch
  • Das generische Maskulinum ist für manche Frauen wichtig
  • Gendern versteckt andere Probleme der Gleichstellung

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PRO

  • - inklusive Sprache, damit Frauen und Männer gleichberechtigt sind
  • - repräsentiert besser die moderne Gesellschaft
  • - Menschen identifizieren sich stärker mit ihrer Sprache
  • - Respekt für die Frauen
  • - Frauen wird bei der Berufswahl geholfen.
  • - Frauen haben dieselbe Bedeutung wie Männer