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Gefühle und Bedürfnisse verstehen

Slides zur Stärkung von Fähigkeiten wie z.B.

SelbstManagement Belastbarkeit Kommunikationsfähigkeit Eigenverantwortung

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Gefühle verstehen

  • Gefühle oder Emotionen sind komplexe psychophysiologische Zustände
  • Unterscheidung Gefühl und Emotion zum Verständnis hier nicht wichtig und sehr kleinteilig und fließend, daher synonym verwendet

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  • Haben eine körperliche und eine geistige Komponente:
  • Können durch verschiedene Reize ausgelöst werden, wie beispielsweise durch bestimmte Ereignisse, Aussagen, Situationen, Gedanken oder Erinnerungen
  • Verändern sich durch unsere meist unbewusste Einschätzung und Bewertung
  • Sind nur im Körper spürbar

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Gefühle verstehen

  • Wir sind nicht so rational, wie wir denken
  • Über 90% unseres Denkens und Handelns ist unbewusst gesteuert
  • Je weniger bewusst wir sind, desto eher steuern uns die Gefühle aus dem Unbewussten heraus

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  • Jeder erlebt Gefühle individuell
  • Aber einige weltweite universelle Übereinstimmungen, die physiologisch bedingt sind

Hitze bei Wut: Bei Wut werden Hormone ausgeschüttet, die kampfbereit machen, daher Blutdruck und Herzfrequenz erhöhen, um die Muskeldurchblutung anzuregen, was Wärme erzeugt

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Gefühle - zwei Arten der Benennung

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Flaues Gefühl im Magen

Enge im Hals

Hitze im Bauch

Druck in der Brust

Angespannte Schultern

Wärme im Brustbereich

Aufatmen und Weite

Schwere Glieder

Nervosität, Unsicherheit

Angst, Sorge

Wut, Frust, Ärger

Schuld, Scham

Anstrengung, Stress

Freude, Liebe, Geborgenheit

Erleichterung, Leichtigkeit

Müdigkeit, Erschöpfung

Gefühle sind immer im Körper zu finden. Sie zu interpretieren ist hilfreich, um sie zu verstehen.

Körperempfindung

Bedeutung

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Austausch

  • Wozu sind Gefühle überhaupt da?
  • Warum haben wir unangenehme Gefühle?

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Stelle Dir vor, Du hättest keine unangenehmen Gefühle mehr. Was wäre dann?

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Gefühle verstehen

  • Gefühle sind essentiell für unser Überleben
  • Sie sagen uns

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Das tut dir gut, das nicht.

Hier musst Du aufpassen!

Das ist wichtig!

Das brauchst Du.

=> So überlebst Du!

Los, mach das jetzt!

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Aufgabe von Gefühlen

Ohne unangenehme Gefühle

  • wüsstest Du nicht, wenn Du etwas brauchst oder Dir etwas schadet
  • hättest Du keinen Antrieb, um etwas zu ändern

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Unerfülltes Bedürfnis

Unangenehmes Gefühl

Erfülltes Bedürfnis

Angenehmes Gefühl

Unangenehmes Gefühl macht darauf aufmerksam und motiviert, etwas zu ändern

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Gefühle verstehen

  • Hinter jedem Gefühl steckt mindestens ein Bedürfnis.
  • Gefühle sind nur dazu da, um uns auf unseren Bedürfnisstand aufmerksam zu machen!

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Bedürfnis

Gefühl

  • Gefühle sind wie die Anzeigen im Armaturenbrett eines Autos
  • Sie zeigen an: Tank leer, Reifendruck prüfen, Ölstand passt usw.
  • Die Gefühle selbst sind nur Hinweise und müssen gar nicht selbst verändert werden (das ist eher hinderlich)
  • Die Ursache muss behoben werden: Bedürfnisse müssen erfüllt werden

Wird die Ursache behoben, ändern sich die Gefühle von alleine!

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Bedürfnisse verstehen

  • All unser Handeln, Denken und Fühlen auf unsere Bedürfniserfüllung ausgelegt
  • Das heißt: Die Ursache von allem, was Menschen denken, tun, sagen und fühlen stecken unbewusst Bedürfnisse

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Wünsche und Interessen

Handlungen

Gedanken und Gefühle

Bedürfnisse

Unsere Gefühle ermöglichen uns den Zugang zu unserem wichtigsten Antreiber und Motivator, unserem existenziellen Antrieb hinter allem und dem, was uns am Leben hält: unseren Bedürfnissen.

Es geht weniger um die Gefühle selbst als das, was dahintersteckt!

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Bedürfnisse verstehen

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  • Bedürfnisse sind universelle Sehnsüchte, die mindestens alle Menschen auf der Welt teilen
  • Sie sind unabhängig von Dingen, Personen, Orten, Handlungen und anderen konkreten Ressourcen

Körperliche Grundbedürfnisse

Emotionale Bedürfnisse

Soziale Bedürfnisse

  • Nahrung
  • Unversehrtheit
  • Unterkunft
  • Sicherheit
  • Wärme
  • Luft
  • Bewegung, Ausgleich
  • Freiheit, Selbstbestimmung
  • Sinn, Bedeutung
  • Klarheit, Orientierung
  • Wachstum
  • Wirksamkeit
  • Schönheit
  • Zugehörigkeit, Gemeinschaft
  • Wertschätzung
  • Kooperation
  • Beitragen
  • Liebe, Zuwendung
  • Gehört / verstanden werden
  • Fairness

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Bedürfnisse verstehen

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Bedürfnisse vs. Wünsche

  • spezifisch
  • konkrete Handlungen / Gegenstände / Personen / Veränderungen (Geld, Urlaub machen, X soll Y tun)
  • individuell (kann man gut / schlecht / richtig / falsch finden).
  • personen- und ressourcenunabhängig
  • abstrakt (ohne “Wie genau?”)
  • immer positiv
  • allgemein menschlich

Bedürfnisse

Wünsche

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Bedürfnis oder Wunsch? Falls Wunsch, welche Bedürfnisse könnten dahinter stecken?

  • Ich brauche einen Kaffee.
  • Ich habe das Bedürfnis, dass Du mir endlich mal im Haushalt hilfst.
  • Ich möchte, dass es endlich mal leichter ist.
  • Ich wünsche mir mehr Wertschätzung von meiner Frau.

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Bedürfnisse verstehen

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  • Ich schreie meinen Sohn an, damit er endlich sein Zimmer aufräumt. Leider um den Preis der Beziehung und auch des wertschätzenden Umgangs, den ich vorleben möchte.
  • Ich motze meine Frau an, damit sie mir endlich Verständnis entgegenbringt. Das führt eher dazu, dass sie noch mehr mauert und sich rechtfertigt.
  • Ich mache den Haushalt nicht, weil ich mir Leichtigkeit wünsche. Nun stapelt sich der Abwasch und es belastet mich immer mehr.

Wünsche zu verfolgen, ohne das Bedürfnis zu kennen, kann dazu führen, dass

  • wir in Not geraten, wenn nicht alles so läuft, wie wir wollen.
  • wir Druck, Zwang oder Gewalt ausüben, um zu bekommen, was wir wollen, weil wir nicht wissen, was wir brauchen.
  • wir ein Bedürfnis um den Preis eines anderen bezahlen.
  • wir eine Handlung wählen, die dem Bedürfnis gar nicht hilft.

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Finde die Gefühle und Bedürfnisse:

  • Emil raucht viel.
  • Amanda macht den Abwasch, obwohl sie müde ist.
  • Inge sagt zu ihrer Nachbarin: "Mein Sohn ist so ein Nichtsnutz!"

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Bedürfnisse verstehen

  • Gute Motive können trotzdem zu schlechten Handlungen führen
  • Das liegt oft daran, dass…

… wir uns der Bedürfnisse nicht bewusst sind und daher einfach automatische Muster aktiviert werden und wir keine anderen Wege finden können, weil alles unbewusst abläuft

… wir uns der Gefühle nicht bewusst sind oder sie nicht beachten und sie daher im Unbewussten irgendwann die Kontrolle übernehmen, um die wichtigen Bedürfnisse zu erfüllen, die gerade leer sind

Mit Bewusstsein über unsere Bedürfnisse bekommen wir die Kontrolle zurück und können bewusst bessere Wege finden, unsere Bedürfnisse zu erfüllen, ohne anderen wiederum zu schaden.

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Finde die Gefühle und Bedürfnisse:

  • Felicia beschimpft einen Autofahrer, obwohl sie ihm fast die Vorfahrt genommen hätte.
  • Paco klaut in einem Laden ein T-Shirt.
  • Ramona betrügt ihren Freund.

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Die Handlungen sind nicht immer gut und hilfreich, aber die Bedürfnisse dahinter sind gut, wichtig und universell menschlich! Finden wir die Bedürfnisse, finden wir bessere Wege, sie zu erfüllen.

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Gefühle und Verantwortung

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Ursache und Auslöser für Gefühle

  • Sobald wir unsere Gefühle mit einer Handlung oder Situation im Außen begründen, geben wir die Verantwortung und auch Macht ab
  • Der große Fehler, den wir oft machen, ist, dass wir die Ursache für unsere Gefühle im Außen sehen.
  • Jedes Gefühl weist auf ein Bedürfnis hin, also sind unerfüllte oder erfüllte Bedürfnisse die Ursache für unsere Gefühle
  • Äußere Handlungen oder Situationen sind lediglich Auslöser für unsere Gefühle

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Gefühle und Verantwortung

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Aussagen mit Ursache bei mir

  • Er hat mich wütend gemacht.

  • Wegen ihr fühle ich mich total unwohl in der Firma.

  • Sie macht mir ein ungutes Gefühl.

  • Ich bin frustriert, weil sie einfach nicht auf mich hört.

  • Ich habe ihn verletzt.

Aussagen mit Ursache im Außen

  • Ich bin wütend, weil ich mir Respekt wünsche.

  • Ich fühle mich unsicher, weil ich in ihrem Umgang Miteinander und Kollegialität vermisse.

  • Ich fühle mich unwohl in ihrer Nähe, weil ich sie nicht verstehe und mir da Sicherheit fehlt.

  • Ich bin frustriert – ich will, dass meine Erfahrung ernst genommen wird.

  • Er ist verletzt, weil er scheinbar mehr Freundlichkeit und Achtsamkeit in unserem Gespräch gebraucht hätte.

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Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse

Ein letzter Schritt fehlt noch zum Verstehen von Gefühlen und Bedürfnissen: Gedanken

Gedanken und Bedürfnisse sind die wahre Ursache für unsere Gefühle

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Bedürfnisse

Gefühle

Gedanken

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Stelle Dir folgende Situation vor: Du sitzt auf der Couch und schaust einen Film. Freunde von Dir stehen überraschend auf der Matte und wollen mit Dir einen Spieleabend machen.

Wie fühlst Du Dich?

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Ursache für Gefühle

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Welche Gefühle ein Auslöser auslöst, kommt auf zwei Dinge an:

Die momentane Bedürfnislage

Die Bewertung der Situation (Gedanken)

Oh je, ist mir das peinlich! Bei mir schaut es aus, als wäre eine Bombe eingeschlagen. Ich habe seit vorgestern nicht geduscht...

Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung

  • Stress

Bedürfnis nach Gemeinschaft

  • Freude

Bedürfnis nach Orientierung

  • Frust

Das ist jetzt genau die Abwechslung, die ich brauche. Wie wunderbar, dass sie mich einfach so besuchen und mich mal aus meinem Alltagsstress herausholen!

Hä?! Was soll das denn?! Die müssten doch wissen, dass ich gerne vorher bescheid weiß und solche Überraschungsbesuche hasse.

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Emotionale Achtsamkeit entwickeln

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Schritt 1: Gefühle erkennen und benennen

Schritt 2: Gedanken identifizieren

Schritt 3: Bedürfnisse erforschen

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Gefühlsvokabular aufbauen

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  • Es ist wichtig, die Gefühle auch deuten und benennen zu können
  • Gehe die Liste durch
  • Lies Dir jedes Wort durch und halte einen kleinen Moment inne, um zu spüren, ob Du dieses Gefühl kennst. Gefühle reagieren meist darauf, wenn sie erkannt und benannt werden. Wo spürst Du etwas?
  • Notiere Dir Worte, die Du öfter mal nutzen möchtest, um Deine Gefühle zu beschreiben und die Dir passend erscheinen.
  • Gefühlsvokabular ist meist auf “gut und “geht so” beschränkt

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Die Gedanken hören

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  • Welche Bewertungen, Vermutungen, Schlussfolgerungen, Ideen und Vorstellungen hast Du zu dieser Sache?
  • Wie findest Du es?
  • Warum?
  • Was bedeutet sie für Dich?

Vermutlich rasen viele Gedanken durch Deinen Kopf. Nimm den ersten Gedanken, den Du greifen kannst und denke ihn einmal ganz bewusst. Schaue dann, was als Antwort darauf als nächster Gedanke kommt. Schnapp Dir einen Gedanken nach dem anderen und denke ihn noch einmal langsam und bewusst in Deinem Kopf.

Notiere alles, was Du gerade denkst.

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Tipps zum Bedürfnis finden

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  • Gehe von Deinen Gedanken und Gefühlen aus.
  • Frage Dich:
    • Was ist mir dabei wichtig?
    • Was ist nicht erfüllt in der Situation? Was fehlt mir?
    • Worum geht es mir dabei?
    • Was brauche ich?
    • Was wünsche ich mir? Und was würde mir das erfüllen?
  • Nutze Gelegenheiten zum Üben im Alltag, indem Du Dich immer wieder fragst: Was könnte (bei mir / anderen) für ein Bedürfnis dahinter stecken?
  • Bei mehreren inneren Anteilen mache das für jeden einzeln

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Vorteile emotionaler Achtsamkeit

Je besser Du Dich selbst und bewusst um Deine Bedürfnisse kümmern kannst, desto

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Weniger

  • Abhängigkeit
  • Automatische Reaktionen
  • Ungünstige alte Muster
  • Bedürfnisse gegen andere eintauschen

Mehr

  • Freiheit
  • Klarheit
  • Flexibilität
  • Entscheidungsmöglichkeiten
  • Ganzheitliche Zufriedenheit
  • Gelassenheit

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