Agenda 21-Kinowoche
Filme exklusiv für Schulklassen

Vom 4. bis 10. April 2019 bietet die Agenda 21-Kinowoche in fünf Schulvorstellungen die Möglichkeit, sich im Kino mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen zu beschäftigen.
Das Motto der diesjährigen Agenda 21-Kinowoche lautet "Entscheidungen". Ziel der Filme ist es, komplexe globale und gesellschaftliche Themen aufzugreifen und BesucherInnen zu ermutigen, sich für Gerechtigkeit, Respekt und eine nachhaltige Entwicklung weltweit einzusetzen.
Die Agenda 21-Kinowoche steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.

An Werktagen finden jeweils um 10 Uhr die Schulvorstellungen statt. Eintrittspreis pro SchülerIn: 3,50 Euro.
Zu jeder Vorführung gibt es eine Einführung mit anschließender Diskussion durch einen kompetenten Gesprächspartern.

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FILME
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NAOMIS REISE
DEU 2017. R: Frieder Schlaich. D: Scarlett Jaimes, Liliana Trujillo, Citlali Huezo, Miguel Valenzuela, Daniel Hinojo, Michael Rothbart, Christian Voss. 96 Min. FSK: 12

Naomi, 20 Jahre, begleitet ihre Mutter auf einer Reise aus ihrer Heimat Peru nach Berlin. Dort findet ein Mordprozess statt, in dem sie und die Mutter als Nebenklägerinnen auftreten: Naomis Schwester war von ihrem deutschen Ehemann getötet worden. Das Justizdrama „Naomis Reise“ zeichnet die gerichtliche Aufklärung genau und authentisch nach. Der Film, der auf einem wahren Fall basiert, spielt überwiegend im Amtsgericht Berlin-Moabit. Richter, Verteidiger, Staatsanwalt und Nebenklagevertreterin sind tatsächlich Jurist*innen und spielen sich auf quasi-dokumentarische Weise selbst.
Juristisch nüchtern wird der Fall aufgerollt. Zentral ist vor Gericht die Wahrheitsfindung, Gefühle sind in der Rechtsfindung nicht vorgesehen. Frieder Schlaich stellt dieser betonten Sachlichkeit Naomis Gefühlswelt gegenüber: Familie, Liebe, Verlust und Trauer. Im Laufe der Handlung macht Naomi jedoch eine Entwicklung durch und gewinnt an innerer Stärke und Selbstbewusstsein.
Gleichzeitig wird insbesondere bei den Strategien der Prozessbeteiligten deutlich, wie im Gerichtssaal ungleiche Machtverhältnisse institutionalisiert und durch sexistische und rassistische Vorurteile verstärkt werden. Auch wenn die Motive des Täters letztendlich nicht geklärt werden, so werden die Zuschauer*innen durch die Darstellung der gegensätzlichen Sichtweisen dazu gebracht, sich mit ihren eigenen Vorurteilen auseinanderzusetzen.

Schulklasse:
Ab 9. Klasse
Schlagwörter: Migration, Rassismus, Flucht, Familie, Ehe, Gerechtigkeit, Gericht, Verantwortung, Konflikt, Jugendliche, Kultur, Dritte Welt, Heiratsmigration, Rollenverhalten
Diskussionspartnerin:
Eva Schaab, Stadt Mannheim, Fachbereich Demokratie und Strategie, Abteilung Gleichstellung

Ab Klasse 9
SELBSTKRITIK EINES BÜRGERLICHEN HUNDES
DEU 2017. R: Julian Radlmaier. D: Julian Radlmaier, Deragh Campbell, Kyung-Taek Lie, Beniamin Forti. 99 Min. FSK: 0

Weil er gerade kein Stipendium hat, sieht sich der Berliner Filmstudent Julian gezwungen, einen Job als Erntehelfer anzunehmen. Als er der jungen Kanadierin Camille weismacht, es handele sich dabei um die Recherche für einen kommunistischen Märchenfilm, in dem sie die Hauptrolle spielen soll, will sie ihn begleiten, und Julian spinnt romantische Fantasien. So landen die beiden in der trügerischen Idylle einer ausbeuterischen Apfelplantage. Während Julian unter der körperlichen Arbeit leidet und sich vor den merkwürdigen Zimmergenossen in den Containerbaracken fürchtet, stürzt sich Camille enthusiastisch in die vermeintliche Recherche und freundet sich mit Hong und Sancho an, zwei wundergläubige Proletarier auf der Suche nach dem Glück. Für Julian wird es zunehmend schwieriger, den kommunistischen Filmemacher zu performen, außerdem kommt ihm ein Vorzeigearbeiter mit amerikanischen Träumen in die Quere, die Plantagenbesitzerin wird versehentlich getötet, eine versuchte Revolution endet in Ratlosigkeit. Und ein stummer Mönch ist vielleicht Franz von Assisi.

Julian Radlmaier, geb. 1984, ist ein deutsch-französisch-schweizer Filmemacher und lebt in Berlin. Er studierte Regie an der dffb, arbeitete als persönlicher Assistent von Werner Schroeter und hat verschiedene filmtheoretische Schriften des französischen Philosophen Jacques Rancière übersetzt und herausgegeben.


Schulklasse:
Ab 9. Klasse
Schlagwörter: Kommunismus, Politik, Revolution, Gesellschaft, Kapitalismus, Wirtschaft, Jugend
Genre: Komödie
Diskussionspartner:
Dr. Frank Degler, Politische & Kulturelle Bildung, Jugendkulturzentrum forum

Ab Klasse 9
UNSER SAATGUT - WIR ERNTEN, WAS WIR SÄEN
USA 2016. R: Taggart Siegel, Jon Betz. Dokumentarfilm. 94 Min. OmdtU. FSK: 6

Unser einst reichhaltiges Saatgut, eine kostbare Gabe der Natur, wurde von Bauern und Gärtnern über mehrere Jahrtausende sorgfältig kultiviert. Heute ist das Saatgut jedoch ernsthaft in Gefahr. Viele Familiengehöfte und kleinbäuerliche Betriebe sind mechanisierten Agrarbetrieben gewichen, die genetisch identische Monokulturen in gigantischem Ausmaß säen. Mehr als 90 % aller Saatgutsorten sind bereits verschwunden.
Wenige Biotech-Konzerne kontrollieren mehr als zwei Drittel des globalen Saatgutmarktes und machen damit beispiellosen Profit. Genetisch veränderte Kulturen beherrschen die Felder und Teller auf der ganzen Welt. Für das globalisierte Nahrungsmittelsystem birgt dies unvorhersehbare Risiken.
Doch allmählich erkennen weltweit Menschen die Bedeutung des Saatguts für unsere Zukunft. In den vergangenen Jahren haben Protestmärsche gegen die weltmarktbeherrschenden Konzerne Millionen Menschen mobilisiert, um für die freie Nutzung der Samen zu kämpfen. Immer mehr passionierte Bauern, Gärtner, Wissenschaftler, Anwälte und indigene Saatgutbesitzer gründen Samen-Bibliotheken und Gemeinschaftsgärten und engagieren sich für einen nachhaltigen und freien Umgang mit unserem Saatguterbe.
Mit ihrem Dokumentarfilm folgen Taggart Siegel und Jon Betz diesen leidenschaftlichen Saatgutwächtern, die unser 12.000 Jahre altes Nahrungsmittelerbe schützen wollen.


Schulklasse:
Ab 5. Klasse
Schlagwörter: Ernährung, Landwirtschaft, Gentechnologie, Ökonomie, indigene Völker
Gesprächspartner*in:
NN

Ab Klasse 5
THE CAKEMAKER
FRA 2017. R: Noémie Lvovsky. D: Luce Rodriguez, Noémie Lvovsky, Mathieu Amalric. 91 Min. FrzOmdtU.
ISR/DEU 2017. R: Ofir Raul Graizer. D: Sarah Adler, Tim Kalkhof, Zohar Strauss, Roy Miller, Sandra Sade. 105 Min. OmdtU. FSK: 0

Thomas arbeitet in einer kleinen Konditorei in Berlin. Oren, ein israelischer Geschäftsreisender, verheiratet und Vater eines Sechsjährigen, betritt die Konditorei, und die beiden verlieben sich ineinander. Aus der Liebe zum Kuchen entsteht eine Leidenschaft zwischen beiden Männern, die sich jedoch nur einmal im Monat sehen. Jäh endet ihr Verhältnis, als Oren tödlich verunglückt. Tief bestürzt fährt Thomas nach Jerusalem, um dort Spuren von Oren und seinem Leben zu finden, das ihm in Berlin verborgen geblieben war. Er lässt sich von Orens Witwe Anat in ihrem Café als Küchenhilfe anstellen und beginnt, dort erfolgreich seine Plätzchen und Kuchen zu backen. Anat, die nichts ahnt von Orens Doppelleben, sieht ihr bisheriges Leben auf den Kopf gestellt; mehr und mehr wird Thomas zu einer wichtigen Stütze für sie. Doch je tiefer Thomas in Orens ehemaliges Leben eintaucht, desto größer wird die Lüge, die zwischen ihm und Anat steht. Die Anziehung zwischen den beiden wächst, und es beginnt eine Liebesgeschichte, die zeigt, wie Liebe über die Grenzen des Todes hinweg wirken kann, aber auch, wie endgültig Entscheidungen sein können.
The Cakemaker ist ein stiller, sensibler Film über eine deutsch-israelische Liebe jenseits der Geschlechtergrenzen.

Schulklasse:
Ab 8. Klasse
Schlagwörter: Beziehungen, Israel, Politik, Gesellschaft, Homosexualität, Lüge
Diskussionspartner:
Volker Keller, Autor über jüdisches Leben in Mannheim

Ab Klasse 8
DEATH BY DESIGN - DIE DUNKLE SEITE DER IT-INDUSTRIE
USA 2016. R: Sue Williams. Dokumentarfilm. 73 Min. OmdtU. FSK: 0

Ein Leben ohne Smartphone, Tablet, Laptop? - Undenkbar! Zumal alle paar Monate neue Generationen der kleinen, digitalen Helfer auf den Markt geworfen werden. Doch wie werden all die elektronischen Begleiter, die mittlerweile unverzichtbarer Teil unseres Alltags sind, eigentlich produziert?
In ihrer Dokumentation wirft Sue Williams einen Blick hinter die Fassade unserer zunehmend digitalisierten Welt und nimmt uns mit auf ihre globale Spurensuche nach den für uns unsichtbaren Folgen der IT-Produktion. Von Fabriken in China bis hin zum Silicon Valley zeigt der Film die dramatischen Folgen der IT-Produktion für Umwelt, Gesundheit und Lebenschancen von Menschen weltweit, und er stellt engagierte Visionär*innen vor, die sich für mehr Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung einsetzen.

Schulklasse:
Ab 7. Klasse
Schlagwörter: Industrie, Konsum, Nachhaltigkeit, Smartphones, Arbeit, Ökologie, fairer Handel
Gesprächspartnerin:
Cathy Plato, Nwedenga e.V., Bildung trifft Entwicklung

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ZAHLUNG
Die Tickets können Sie bereits eine halbe Stunde vor Filmbeginn abholen.
Die Bezahlung erfolgt vor Ort in bar. Wir bitten Sie pro Klasse zu bezahlen. Bei uns ist keine Kartenzahlung möglich.

EINTRITT
Schulklassen und Jugendgruppen 3,50 Euro/Person
Zwei Lehrkräfte pro Klasse haben freien Eintritt.

CINEMA QUADRAT
Collini-Center | Collini-Straße 1 | 68161 Mannheim | Telefon 0621 21242 | E-Mail buero@cinema-quadrat.de

www.cinema-quadrat.de

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