Sparkurs im Vorbereitungsdienst für angehende Lehrer*innen
Erklärung
In den vergangenen Jahren haben verschiedene administrative Maßnahmen zu einer starken Veränderung des Vorbereitungsdienstes für angehende Lehrer*innen geführt:

- Mit der „Verordnung über den Vorbereitungsdienst und die Laufbahnprüfung für ein Lehramt in Sachsen-Anhalt“ (LVO-Lehramt) vom 13. Juli 2011 wurde der Vorbereitungsdienst von ehemals 24 Monaten auf 16 Monate (quantitativ) um ein Drittel verkürzt.
- In der Änderung der LVO-Lehramt vom 18. August 2017 wurde die Reduktion der Ausbildungselemente auch qualitativ fortgeführt. Die Wissenschaftliche Hausarbeit zum Zweiten Staatsexamen entfiel und die Betreuung der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst durch erfahrene Mentor*innen wurde weitgehend abgeschafft.
- Seit Jahren wird auch die Anzahl an Unterrichtsbesuchen und anderen Betreuungselementen reduziert.

Diese dem Sparzwang geschuldeten Maßnahmen zeigen nun Wirkung. Einhellig kommen Vertreter*innen aller Phasen und Statusgruppen der Lehrer*innenbildung zu dem Ergebnis, dass sich die Rahmenbedingungen des Vorbereitungsdienstes verschlechtert haben und seine Qualität deutlich nachgelassen hat.

Die Lehrer*innenbildung im Land gliedert sich in mehrere Phasen. Im Studium werden wissenschaftliche Grundlagen für die Arbeit als Lehrkraft in allen Bezugsdisziplinen vermittelt. Erst im Vorbereitungsdienst werden diese weitgehend theoretisch ausgerichteten Wissensbestände in Handlungskompetenzen überführt. Das geschieht im Rahmen eigenen Unterrichts der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (LiV), der durch erfahrene Lehrer*innen der Schule und die betreuenden Mitglieder des Staatlichen Seminar für Lehrämter unterstützt wird.
Dieser Prozess erfordert Zeit und eine stetige Rückmeldung und Anleitung zur Reflexion durch die betreuenden Mentor*innen. Durch die oben genannten Sparmaßnahmen hingegen:

- ist die Betreuung der LiV durch die Lehrer*innen an den Schulen fast vollständig entfallen.
- ist die Anzahl der Unterrichtsbesuche durch die Vertreter*innen des Staatlichen Seminars für Lehrämter erheblich reduziert worden.
- fehlt den LiV neben der mangelnden Rückmeldung auch noch die Zeit für eine angemessene Entwicklung.

Hinzu kommt, dass viele LiV vor Ort auch Vertretungsaufgaben in den viel zu schlecht ausgestatten Schulen übernehmen müssen, was die oben genannten Entwicklungen noch einmal verschärft.

1) WIR FORDERN DIE LANDESREGIERUNG AUF, DIE UNTER DEM EINDRUCK VON MANGEL UND SPARZWANG EINGELEITETEN OBEN GENANNTEN MASSNAHMEN WIE ANGEKÜNDIGT GRÜNDLICH ZU EVALUIEREN, DIESE PRÜFUNG OFFEN UND TRANSPARENT ZUR DISKUSSION ZU STELLEN UND DIE DARAUS FOLGENDEN MAßNAHMEN UNVERZÜGLICH UMZUSETZEN.

2) UM HIER EIN GLAUBWÜRDIGES VERFAHREN ZU GEWÄHRLEISTEN, SOLLTEN GEMEINSAME VERTRAUENSPERSONEN DES LISA UND UNSERES BÜNDNISSES IN DIE EVALUATION UND DARAN ANKNÜPFENDE DISKUSSIONEN EINBEZOGEN WERDEN.

3) AUF JEDEN FALL SOLLTEN VERTRETER*INNEN DES STAATLICHEN SEMINAR FÜR LEHRÄMTER, DER LEHRKRÄFTE IM VORBEREITUNGSDIENST UND DES LEHRERHAUPTPERSONALRATS BEI DER ERARBEITUNG UND AUSWERTUNG DER EVALUATION AKTIV EINBEZOGEN WERDEN, UM DIE FACHEXPERTISE UND DIE AKTEURSPERSPEKTIVEN ANGEMESSEN ZU BERÜCKSICHTIGEN.

Die durch Fehlplanung und Lehrkräftemangel kaum vermeidbaren Qualitätseinbußen im Bildungssystem dürfen nicht durch immer schlechter werdende Bedingungen bei der Qualifizierung des Nachwuchses potenziert werden, um die Zukunft der Bildung im Land nicht zu gefährden!

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Danke! Informationen zur weiteren Entwicklung finden sich unter www.gsv-lsa.de.
Hinweis: Die personenbezogenen Daten dieser Umfrage werden nur zum Zweck der Bekräftigung der oben genannten Erklärung verwendet. Sie werden im Anschluss an die Erhebung in einem öffentlichen Schreiben an das Bildungsministerium des Landes Sachsen-Anhalt weitergegeben.
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