Denkmal: Schloss Dahlhausen
von: Johann Lichtblau

Anders als bei den bisher beschriebenen Denkmälern ist beim Schloss Dahlhausen der gesamte Gebäudekomplex vom Denkmalschutz erfasst. Die Beschreibung in der Denkmalliste ist daher umfangreicher und ausführlicher, weshalb der Verfasser diese als Grundlage für die Objektbeschreibung verwendet.

Im Bericht wurden ältere öffentlich zugängliche Bilder verwendet, da das Betreten der Anlage nicht erwünscht war und auch die beim Denkmalamt vorhandenen Bilder nicht zugänglich waren.
Bild 1: Die Lithographie zeigt den Gebäudekomplex Dahlhausen von der Ruhrseiteum 1837/40. Nach den baulichen Änderungen 1891/93 existiert davon nur noch das mittlere Gebäude (Pavillon). An Stelle des rechten Gebäudes finden wir heute das neue Herrenhaus.
Quelle: Slg. Dorfgemeinschaft
Allgemeine Angaben zum Schlosskomplex
Das Objekt wurde am 4.12.1984 in die Denkmalliste der Stadt Menden eingetragen und ist dort unter Nr. 41 erfasst.

Es handelt sich um eine weitläufige Anlage, bestehend aus Vorburg und Herrenhaus. Sie befindet sich auf der ersten Ruhrterrasse gegenüber Langschede/Ruhr im westlichen Teil von Halingen, heute mit Zufahrt von der Gruländer Straße.
Ehemals (und bildlich bei Schorlemer-Herringhausen überliefert) handelte es sich um eine fast geschlossene Vierflügelanlage. Einer der Eckpavillons ist erhalten (Bild 1). Reste des Gräftensystems sind noch einigermaßen greifbar.
Die Zufahrt ist sicherlich geändert und auf die wesentlich später angelegte Chaussee bezogen.
Bild 2: Links neues Herrenhaus, Mitte Galerie, rechts altes Herrenhaus (Pavillon).
Foto: Hans Olsen, ca. 1994
Das Denkmal: 1. Der Pavillon (altes Herrenhaus):
Das in der Lithographie (Bild 1) zu sehende mittlere Gebäude ist nach dem Umbau 1891/93 als einziges erhalten geblieben und wird in der Denkmalbeschreibung als Pavillon bezeichnet. Es handelt sich um ein zweigeschossiges Traufenhaus unter geschlepptem Doppelwalmdach.

Das Gebäude (Bild 3) ist in sieben Achsen gegliedert. Es hat einen Mitteleingang mit ausschwingender Freitreppe, die auf den Vorplatz mündet.
Das Oberlichttürgestell ist aus Holz und hat eine gerade Verdachung.
Im Kellerhals unter dem Vorplatz über der Tür ist ein Wappenstein mit der Darstellung eines kugelgeschmückten Pfeiles und den Initialen “I M C F V W” unter der Grafenkrone und in barocker Kartusche.

Im Inneren befindet sich ein Treppenhaus mit barockem Geländer im Schnitzwerk.

Zusatz Verfasser: Das alte Herrenhaus (Bild 3) wurde mit großer Wahrscheinlichkeit um 1725 von der damaligen Eigentümerin des Besitzes der Äbtissin von Neuenheerse errichtet. Darauf weisen zumindest die Initialen „I M C F V W“ unter der Grafenkrone hin. Die Äbtissin hieß mit allen Titeln: „Johanna Maria Catharina Gräfin von Winkelhausen, Äbtissin zu Neuenheerse, Stiftsdame zu Brechenhorst, Frau zu Dalhausen, Ichterloh, Gustorf und Glesch, Vice-Comtesse zu Uerdingen“. Einzig der Buschstabe G für Gräfin ist durch „F“ ersetzt, da ihr Titel vor Ort „Frau zu Dalhausen“ lautete.
Bild 3: Das alte Herrenhaus, vermutl. um 1725 erbaut.
Quelle: Fotobestand Stadtarchiv Menden
Bild 4: Die Äbtissin zu Neuenheerse Joh. Maria CatharinaGräfin v. Winkelhausen
Quelle: Wikipedia
Das Denkmal: 2. Die Galerie
Das Verbindungsgebäude zwischen Pavillon und neuem Herrenhaus wird als Galerie bezeichnet. Sie ist in neubarocken Formen wohl gleichzeitig mit dem neuen Herrenhaus errichtet. Das Gebäude hat ein Mansarddach mit reichen Gauben in Geschwungenen Gestellen.
Zusatz Verfasser: Interessant an dem Gebäude ist, dass es von der Hofseite zweigeschossig ausgebildet ist, von der Ruhrseite aber nur ein Geschoss und das genannte Mansarddach aufweist (Bilder 5 und 6).
Bild 5: Galerie von der Hofseite
Foto: Hans Olsen
Bild 6: Galerie von der Ruhrseite
Foto: Slg. Dorfgemeinschaft
Das Denkmal: 3. Das Herrenhaus
Es wurde von 1891 bis 93 in den bürgerlichen Formen einer zweigeschossigen neubarocken Villa (mit Stilmischungen)
erbaut. Das Gebäude hat Seitenrisalite*, eine Veranda und verfügt ebenfalls über ein Mansarddach.
Hinter der Eingangshalle befindet sich rechts seitlich im Inneren ein aufwendiges Treppenhaus.

Die Ruhrseite des Gebäudes hat einen Mittelrisalit* der von einem Zwerchhaus bekrönt wird. Die Terrasse hat ein neubarockes Schmiedeeisengitter (Bild 8). An der Westseite des Gebäudes befindet sich ein angesetzter Treppenturm (Bild 7).

Zusatz Verfasser: Michael Sprenger sieht im neuen Herrenhaus eine stark reduzierte Dreiflügelanlage, bei der die Seitenflügel auf Seitenrisalite reduziert sind. Im Übrigen beschreibt Sprenger die gesamte Anlage in seiner kunsthistorischen Betrachtung in unserem Heimatbuch „900 Jahre Halingen“ sehr interessant und ausführlich.

Anmerkungen:
* = Risalit ist ein zumeist auf ganzer Höhe aus der Fluchtlinie eines Baukörpers hervorspringender Gebäudeteil, er dient als Mittel zur Fassadengliederung.
Bild 7: Das neue Herrenhaus von der Hofseite
Foto: Hans Olsen um 1995
Bild 8: Das neue Herrenhaus von der Ruhrseite. Gut zuerkennen der Mittelrisalit mit bekrönendem Zwerchhaus. Ebenso die Terrasse mit neubarockem Schmiedeeisengitter.
Foto: Slg. Dorfgemeinschaft
Das Denkmal: 4. Drei Bauteile
Zwei Krüppelwalmtraufenhäuser teils noch in sichtbarem Fachwerk zu je zwei Geschossen, verbunden durch ein eingeschossiges Verbindungsteil (Bild 9), bilden einen Ökonomiegebäuderiegel, der den Innenbereich zur Gruländer Straße hin abschließt. Diese Gebäude bilden mit ihren Fronten ein zentrierendes Bauelement. Sie sind wohl noch vor Mitte des
19. Jh. ca. 1937/38 von den Architekten A. Hilbert und K. Fischer, Bochum errichtet und sind ein hervorragendes Beispiel ländlicher Baukunst dieser Zeit.
Bild 9: In der Mitte der eingeschossige Verbindungsteil, an den sich beiderseits die Krüppelwalmtraufenhäuser anschließen.
Foto: Slg. Dorfgemeinschaft
Das Denkmal: 5. Ein weiterer Baukörper
Winklig zu vorgenanntem Gebäuderiegel zur Straßenseite hin befindet sich ein weiterer Baukörper (Scheune oder Remise) als Fachwerk-Krüppelwalmhaus, die Fensteröffnungen sind schonend vergrößert.
Das Denkmal: 6. Der Park
Zu der Anlage gehört auch der Park mit schönen Baumbeständen und Resten von Alleen sowie eine aus der Gräfte hervorgegangene verwilderte Teichanlage.
Zustand/Nutzung
Bei der Denkmalerfassung ca. 1984 wurde der Zustand wie folgt beschrieben: Bauwerke gut, Park verwahrlost.

Nutzung der Anlage heute: Wohnsitz der Freifrau Sieglinde von Fürstenberg.
Bild 10: Schloss und ParkDahlhausen um 1900.
Foto: Slg Dorfgemeinschaft
Bild 11: Ansichtskarte aus derZeit um 1900
Foto: Slg Dorfgemeinschaft
Bild 12: Schloss und ParkDahlhausen um 1930 zur Zeitdes Baron Paul von Fürstenberg.
Foto: Slg Dorfgemeinschaft
Bild 13: Schloss Dahlhausenum 1975.
Quelle: Fotobestand Stadtarchiv Menden
Zur Geschichte Gut und Schloss Dahlhausen
(Johann Lichtblau)

Die folgende Tabelle ist eine Kurzfassung der gleichnamigen Aufsätze im Heimatbuch „900 Jahre Halingen“ von J. Lichtblau und H. Pokroppa (dortmit Quellenangaben).

1152 Erste Erwähnung derer von Dalhusen (Buvo), 1173 dann Bruno.

1166 In einer Urkunde des Kölner Erzbischofs Rainald von Dassel wird der Abtei Siegburg bescheinigt, dass sie über Grundbesitz in Dalehusen verfügt.

1181 Papst Lucius III. bescheinigt der Abtei Siegburg Besitzungen in Dalehusin.

1313 Herman von Dalhusen ist belehnt mit Burg Dalhusen. Weitere Belehnungen des Herman 1320, 1335, 1351, 1370 und nach 1397.

1420 Hermann von Dalhusen verkauft das Gut an Leneke van Hörde.
1447 Nach einigen Vererbungen gelangt das Gut durch Heirat der Leneke van Plettenberg an Johann von Letmathe gen. Küling.

1507 Die Witwe Ymmeke Küling verkauft den Besitz an Hermann von Mallinckrodt. Er war u.a. Mitglied im Mendener Kaland.

1625 Die Nachkommen Mallinckrodts verkaufen den Besitz Dahlhausen an den Drosten der Ämter von Unna und Kamen „Diederich von der Reck zu der Reck“. Zu dieser Zeit fand auch die Lösung von der volmarsteinschen Lehnsabhängigkeit statt.

1695 Dietrichs Nachfahren verkaufen das Rittergut an die Äbtissin zu Neuenheerse, Freifrau von Winkelhausen.

1739 Durch Erbschaft geht der Besitz an Freiherrn Friedrich Christian von Loe gnt. Winkelhausen. Er war General-Major und Obrist des kurpfälzischen Leib-Regiments zu Pferde und nannte sich Herr zu Dahlhausen.
1792 Freiherr Friedrich Christian von Loe gen. Winkelhausen verkauft die Güter Dahlhausen und Osthöfen an Reichsfreiherr Friedrich Leopold von Fürstenberg zu Herdringen.
Zur Verwaltung des Gutes setzte die Fürstenbergsche Zentralverwaltung in Herdringen Rentmeister/Verwalter ein. Nachgewiesen sind Rentmeister Hüser 1845–57, Rentmeister Limberg 1861-91, Verwalter Meyer ab 1791.

1829 Reichsfreiherr von Fürstenberg zu Adolfsburg ist im Urkataster als Eigentümer eingetragen.

1841 Graf Franz Egon Ludwig von Fürstenberg (*1818 †1902) ist Eigentümer des Besitzes.
Impressum
Impressum
Angaben gemäß § 5 TMG:
Dorfgemeinschaft Halingen e.V.
Halinger Dorfstraße 12
58708 Menden

Vertreten durch:
Franz-Josef Kissing (1. Vorsitzender)
Friedhelm Schlottmann (2. Vorsitzender)
Johanna Stotko (Kassiererin)
Martin Topp (Schriftführer)

Kontakt:
Telefon: 02378 – 2529
E-Mail: info@halingen.de

Registereintrag:
Eintragung im Vereinsregister.
Registergericht:Arnsberg
Registernummer: VR 40523
Feedback
Wir würden gerne von Euch erfahren, ob euch die Informationen gut gefallen haben und was wir verbessern könnten.
Wie gefällt euch diese Information
Clear selection
Feedback
Verbesserungsvorschläge
Name
E-Mail
Submit
Never submit passwords through Google Forms.
This content is neither created nor endorsed by Google. Report Abuse - Terms of Service - Privacy Policy