Offener Brief an die Bewegung - Pressekonzept
Offener Brief an die Bewegung.

Seit kurzem ist von der Bundesebene/Presse-AG ein „Pressekonzept“ in Zirkulation. Wir werden darum gebeten ihr Konzept abzustimmen, um ihre Arbeit zu legitimieren. Wer sich dieses Konzept durchliest, versteht schnell, wie wenig von der Kritik von den OGs bezüglich der Probleme in der Pressearbeit verstanden wurde.

In den Medienberichten werden immer nur dieselben Gesicher gezeigt, zum Beispiel Luisa Neubauer, oder Jakob Blasel. Unsere Bewegung besteht aber aus vielen hunderten, wenn nicht tausenden von mehr Menschen, die sich jeden einzelnen Tag darum kümmern, dass alle Kundgebungen glatt laufen. Und natürlich auch aus den Hunderttausenden, aus denen die Bewegung überhaupt besteht.
Durch den gerade entstehenden Personenhype geht dies absolut unter, und es wirkt in der Medien, als bestände Fridays for Future, aus nur 4-5 Organisierenden.

Der Personenkult führt auch dazu das die verschiedenen Ansichten innerhalb der Bewegung wie die Klimakatastrophe abzuwenden ist nicht ausreichend repräsentiert werden. Unter anderen gibt es auch eine antikapitalistische Strömung innerhalb FFF, diese sehen die Verhinderung nur außerhalb der kapitalistischen Verhältnisse für wirklich möglich. Damit auch diese repräsentiert werden, und dazu haben sie als Teil von FFF einen Anspruch, müssen auch ihre Positionen Gehör finden.

Durch die einseitige Berichterstattung der Medien immer nur über dieselben Menschen entstehen auch ungerechte Machtverhältnisse, da diese Menschen in der Vernetzung stärker ernst genommen werden, welche einfach ausgenutzt werden können.

Um zu vermeiden, dass unsere Bewegung als Sprungbrett ausgenutzt wird, um Karriere zu machen oder um Selbstprofilierung zu betreiben, um Personenhype zu vermeiden und um den Diskussionen und Positionen in den Ortsgruppen tatsächlich Gehör zu verschaffen, schlagen wir vor:

1. dass die „bekannten“ Gesichter bei FFF von jetzt an nicht mehr im Namen der Bewegung sprechen und sich stattdessen auf die interne Arbeit konzentrieren, als Maßnahme gegen den heute schon zu weit gegangenen Personenhype.

2. Dass die Pressearbeit auf Bundesebene nicht über Einzelpersonen läuft, sondern dass je nach Ort des Medienhauses ein*e Sprecher*in aus dem jeweiligen Bundesland von den vertretenen Ortsgruppen ausgewählt wird.

3. Dass darauf geachtet wird, dass immer neue Schüler*innen sprechen

4. dass Schülerinnen*, Schüler*innen mit Migrationshintergrund oder aus sozial benachteiligten Stadtvierteln, sowie aus Förder-, Haupt-, Real- und Gesamtschule bei den Presseanfragen gleichberechtigt mit ein gebracht werden.

5. Dass die Sprecher*innen ihre Aussagen in der Öffentlichkeit mit ihrer Medien/Presse-AG und wenn möglich auch im Plenum absprechen.

6. Und dass unter Umständen überregionale Workshops organisiert werden, bei denen Pressefähigkeiten und Erfahrungen an alle Interessierten weitergegeben werden

Wir werden gegen ihr Konzept stimmen, da es den Personenhype nicht bindend abschafft, die Verteilung und Kontrolle der Medienanfragen in die Hände von vier Personen überführt, auf Diskriminierung von Personengruppen (nicht-reiche, ausländische Schüler*innen, etc) nicht geachtet wird, die Aussagen der Sprecher*innen nicht an die Meinungen der Anderen gebunden sind und Schüler*innen nicht zu selbständigem Auftreten in der Öffentlichkeit erzogen werden.

Wir rufen deshalb dazu auf, gegen das Pressekonzept der Bundesebene zu stimmen und laden alle anderen Schüler*innen und OGs dazu ein, unseren Brief und unsere Vorschläge offen zu diskutieren, Kritik zu üben und den Brief als Ortsgruppe zu unterschreiben.

Liebe Grüße,

Organisator*innen von Fridays for Future Köln

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