5. Fachtagung der Bildungsberatung in Wien
Bildungsberatung in widersprüchlichen Zeiten – Vom ständigen Versuch einen Pudding an die Wand zu nageln

Anmeldeformular für die 5. Fachtagung der Bildungsberatung in Wien am 15. Dezember 2017 von 9 - 17 Uhr im Kardinal König Haus in Wien.

Detailprogramm siehe: http://www.bildungsberatung-wien.at/fileadmin/user_upload/download/FK17_4_Programm.pdf

Organisation
Your answer
Funktion
Your answer
Titel
Your answer
Vorname
Your answer
Nachname
Your answer
E-Mail-Adresse
Your answer
Straße
Your answer
Postleitzahl
Your answer
Ort
Your answer
Telefonnummer
Your answer
Auswahl der Workshops
Sie haben im Rahmen dieser Konferenz die Möglichkeit, an insgesamt 2 Workshops teilzunehmen. Der 1. Durchgang findet von 11.15-13 Uhr statt. Nach einer Mittagspause startet der 2. Durchgang um 14.15 Uhr. Sie haben die Möglichkeit, einen anderen Workshop zu besuchen.
Zur besseren Planung bitten wir Sie, jeweils Ihre erste bzw. zweite Wahl je Durchgang (welchen Workshop möchten Sie am Vormittag/Nachmittag am liebsten/zweitliebsten besuchen) bekannt zu geben.
Workshop 1: Reflexive Beratung, Niedrigschwelligkeit und der Pudding
Barbara Bräutigam und Matthias Müller

Der Input thematisiert die gesellschaftstheoretischen Perspektive der reflexiven Moderne (Beck/ Giddens/ Lash 1996, Seel 2014). Dabei geht es vor allem darum, aus einer transdisziplinären Perspektive zu verdeutlichen, wie die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen auf die Beratungssituation wirken und den eigenen Beratungsansatz prägen. Die zu Beratenden und die BeraterInnen sind mit Unsicherheiten konfrontiert, die sich nicht durch die Anwendung passgenauer Beratungsmethoden überwinden lassen, sondern höchstens durch selbstreflexive Vergewisserungen bewältigen lassen.
In dem Workshopteil werden wir anhand von aktiv von den TeilnehmerInnen eingebrachten Fallbeispielen unterschiedliche Strategien der niedrigschwelligen reflexiven Beratung vorstellen, diskutieren und durchspielen. Dabei wollen wir zum einen den Begriff der Reflexivität im Zusammenhang mit weiteren Beratungskompetenzen konkretisieren und zum anderen den Nutzen von Reflexivität an den Praxisbeispielen und in Verbindung zur reflexiven Moderne explizieren

1. Durchgang (11.15-13.00 Uhr)
2. Durchgang (14.15-16.30 Uhr)
Workshop 2: Flexibles Wissen, Prozessressourcen und angeregte Selbstorganisation – was können wir von Tänzerinnen lernen?
Michael Kimmel, Mariella Greil, Sabina Holzer und maRia Probst

Ziel des Workshops ist es, anzuregen, dass Konzepte der Komplexitätsforschung ein nützliches Denkwerkzeug für PraktikerInnen bieten können, um mit Komplexität, Mehrdeutigkeit und Ungewissheit in sozialen Dynamiken gut umzugehen. Als praktisches Forschungsfeld dafür untersuchen der Kognitionswissenschaftler Michael Kimmel und die langjährigen Tänzerinnen und Performerinnen Mariella Greil, Sabina Holzer und maRia Probst Tanz- und Bewegungsimprovisation. Sie werden gemeinsam zu erfassen versuchen, wie sie sich in einer offenen Improvisation – d. h. ohne vorherige Absprachen - ihre Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit sichern.
Michael Kimmel wird zuerst einige Kernthesen der aktuellen Komplexitätsforschung vorstellen, im Anschluss werden kurze Tanz- und Bewegungsimprovisationen Reflexions- und Gesprächsstoff für alle Anwesenden liefern. Die TeilnehmerInnen der Fachkonferenz sind eingeladen, in den Diskurs einzusteigen und Strategien der Improvisationsperformance und Denkmodelle der Kognitionswissenschaft auf ihre Übertragbarkeit in ihre eigene Berufspraxis zu befragen.
Grundlage dieses Zusammentreffens ist die Forschung, die Michael Kimmel mit TänzerInnen, KörperarbeiterInnen und KampfsportlerInnen seit Jahren durchführt. Aus dieser Forschung können mehrere Ressourcen, benannt und – obwohl Ergebnis langjähriger Praxiserfahrung – durch gezieltes Improvisationstraining gefördert werden: (1) Um in einem dynamischen Umfeld zu bestehen, braucht es eine flexibel strukturierte Wissensbasis, die von Routinen unabhängig macht und zur Improvisation befähigt. ExpertInnen strukturieren ihr Gedächtnis daher als „Werkzeugkasten“ variabel verknüpfbarer Elemente; sie erfühlen, was hiervon zur Situation und zueinander passt. (2) ExpertInnen leiten gekonnt ihre Wahrnehmung und können so den Gehalt auch neuartiger Situationen auf den „Kern“ reduzieren. (3) ExpertInnen lernen vorgängige Dynamiken im eigenen Sinne zu nutzen, statt gegen sie zu arbeiten. Sie können das Prozessumfeld so „kalibrieren“, dass Gratisboni abfallen, können aber auch Prozesse kritisch und machtvoll lenken, basierend auf Prozessverlaufswissen. (4) ExpertInnen verstehen, wie Teilprozesse gesamtheitliche Wirkungen entfalten und wechselseitige Stützung ihnen Robustheit verleiht (Synergien). All dies deckt sich mit Ideen der Komplexitätsforschung, wonach Interaktionen sich aus vielen wechselwirkenden Teilen der Persönlichkeits- und Sozialsysteme heraus entspinnen, die in ihrer Summe oft überraschende Verläufe aufweisen können (Verzögerung, Sprünge, plötzliche Verstärkung oder neue Qualitäten) und spontan zu Attraktormustern zurückkehren – im Guten wie im Schlechten (Selbstorganisation).

1. Durchgang (11.15-13.00 Uhr)
2. Durchgang (14.15-16.30 Uhr)
Workshop 3: Ziele stören - Denkwerkzeuge für Ungewissheit und Komplexität
Helfried Faschingbauer

Wie können wir unsere KundInnen am besten in eine Zukunft begleiten, die durch Ungewissheit und Komplexität gekennzeichnet ist? Linear kausales Denken (Analysieren, Ziele setzen, Planen und Umsetzen) braucht unter Bedingungen der Ungewissheit und Komplexität eine Alternative. Saras Sarasvathy, eine Kognitionswissenschaftlerin, hat sehr erfolgreichen UnternehmerInnen beim Denken zugehört und festgestellt, dass deren Denkweisen dem linear kausalen Denken diametral entgegengesetzt sind. Das Denkwerkzeug, das sie daraus entwickelt hat, nannte sie Effectuation.
Die Steuerung des Denkens und Handelns erfolgt nach diesem Modell durch vier Prinzipien. Mittelorientierung statt Zielorientierung: Am Beginn des Weges steht nicht die brillante Idee, sondern alles, was uns jetzt schon zur Verfügung steht (Wer bin ich? Was weiß/kann ich? Wen kenne ich?). Entscheiden nach dem Prinzip des leistbaren Verlustes und nicht dem erwarteten Gewinn: Was macht Sinn, auch wenn die erwarteten Ergebnisse nicht eintreten? Nutzen von Umständen und Zufällen statt sich dagegen abzugrenzen: Wie können wir mit unerwarteten Ereignissen (Begegnungen, Informationen) umgehen, damit sie uns weiterhelfen und können wir Glück und Zufall auch etwas nachhelfen? Vereinbarungen und Partnerschaften mit denen, die etwas beitragen wollen, statt nach den „richtigen“ Partnern zu suchen: Was kann Neues entstehen im Austausch und der Kooperation mit anderen?

1. Durchgang (11.15-13.00 Uhr)
2. Durchgang (14.15-16.30 Uhr)
Workshop 4: WegweiserInnen zur Verwertbarkeit? Oder: Wie wir PädagogInnen dazu beitragen, Menschen für die kapitalistischen Anforderungen zurechtzubiegen
Daniela Holzer

Lebenslanges Lernen und lebenslange Beratung werden weitgehend unhinterfragt als nützlich angesehen. Versprochen wird, sie seien ein Weg, um mit den beruflichen und gesellschaftlichen Anforderungen zurechtzukommen und sie seien vor allem im Interesse der jeweils einzelnen Menschen. Kritische Perspektiven verweisen aber seit jeher auf die Schattenseiten und unausgesprochenen Funktionen: Bildung und Weiterbildung haben in hohem Ausmaß die Aufgabe, Menschen im Dienste von Herrschaftsinteressen zu formen, zu disziplinieren und anzupassen. Beratung hilft dabei, diese Funktionen zu perfektionieren. Und als WeiterbildnerInnen und BeraterInnen tragen wir – selbst wenn wir es anders versuchen – notwendigerweise zur Aufrechterhaltung dieser Funktionen bei.
In diesem Workshop werden wir uns auf die Suche nach diesen versteckten Funktionen von Weiterbildung und Beratung machen. Zunächst werden in einem Vortrag von ca. 45 Minuten einige Grundlagen und gesellschaftskritische Diagnosen entfaltet. Der Anspruch ist, kritisch hinter die Fassaden aktueller Entwicklungen zu blicken und widersprüchliche Interessen zu erkunden, aber auch Widerstandspotenziale zu beleuchten. Daran anschließend wird viel Raum für Diskussionen in kleineren Gruppen und im Plenum sein. Die Diskussionsthemen können am Vortrag anschließen, orientieren sich aber in erster Linie an den Interessen der Teilnehmenden.

1. Durchgang (11.15-13.00 Uhr)
2. Durchgang (14.15-16.30 Uhr)
Workshop 5: Achtsamkeit – Mode oder Methode in der Beratung?
Sibylle Obersteiner

Ist das aus dem Buddhismus abgeleitete Konzept der Achtsamkeit, sind achtsamkeitsbasierte Methoden und Übungen hilfreiche Tools in der Bildungs- und Berufsberatung? In diesem Workshop haben Sie nach einer theoretischen Einführung Gelegenheit, ausgewählte Achtsamkeitsübungen gemeinsam auszuprobieren und zu besprechen.
Die Arbeitshypothese ist, dass Achtsamkeitselemente in der Beratung nicht nur für KlientInnen, sondern auch für BeraterInnen ohne großen Zeitaufwand wertvolle Hinweise liefern können: Achtsamkeit erlaubt unter fachkundiger Anleitung und mit ein wenig Übung auch in Eigenregie ein bewusstes Beobachten dessen, was im Inneren automatisch und unbewusst im gegenwärtigen Augenblick abläuft: Gedankenmuster, Gefühle, körperliche Veränderungen etc. Die Perspektive der neutralen BeobachterIn der eigenen Innenwelt eröffnet den KlientInnen im besten Fall die nötige Distanz und Klarheit für neue Handlungs- und Entscheidungsspielräume. Den BeraterInnen ermöglichen Achtsamkeitstechniken in ihrem meist dicht getakteten Arbeitsalltag Momente des Ganz-bei-sich-Seins, die Transparenz und Reflexion ermöglichen und bestenfalls zur Entspannung und Entlastung beitragen.
Reflexion, Erfahrungsaustausch und Diskussion in der Gruppe sind ausdrücklich erwünscht und werden genügend Zeit und Raum erhalten!

1. Durchgang (11.15-13.00 Uhr)
2. Durchgang (14.15-16.30 Uhr)
Zur Anmeldung...
Sollten Sie nach getätigter Anmeldung innerhalb von 14 Tagen keine Bestätigung Ihrer Anmeldung inkl. Zuweisung zu den Workshops per E-Mail erhalten, kontaktieren Sie uns bitte: konferenz@bildungsberatung-wien.at.

Bitte beachten Sie!

* Die Angaben zu Name, Institution und E-Mail wird bei der Anmeldung in die offizielle Teilnahmeliste aufgenommen.
* Mit Ihrer Anmeldung erteilen Sie uns die Berechtigung, Sie in unsere MailingList zur Fachkonferenz aufnehmen zu dürfen. Sie erhalten wichtige Updates rund um die Fachkonferenz per E-Mail.
* Während der Veranstaltung werden zur Dokumentation Foto- und Filmaufnahmen gemacht, die zur Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden. Mit Ihrer Anmeldung erteilen Sie uns Ihre Freigabe.

Weitere Informationen...
erhalten Sie hier: www.bildungsberatung-wien.at
Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen haben, schreiben Sie uns bitte eine Nachricht via konferenz@bildungsberatung-wien.at.
Ich möchte den Newsletter der Bildungsberatung in Wien erhalten (Frequenz: alle 2-4 Monate)
Submit
Never submit passwords through Google Forms.
This content is neither created nor endorsed by Google. Report Abuse - Terms of Service - Additional Terms