Rostschutz, Unterbodenschutz und Hohlraumversiegelung

Bevor wir über technische Details sprechen, würde ich in jedem Fall eine Analyse machen und auch eine Strategie entwerfen, welche folgende Fragen beinhaltet.

Dies betrifft auch Neuwagen! Auch für einen Neuwagen sollten einige präventive Schritte durchgeführt werden, damit dieser so lange wie möglich erhalten werden kann. Im Falle eines Gebrauchten müssen alle Stellen gesäubert und behandelt werden. Je nachdem wo sich der Rost befindet, gibt es unterschiedliche Behandlungsmethoden, hilfreich ist hier die Seite https://www.korrosionsschutz-depot.de/ - es würden den Rahmen sprengen, hier auf alle Details des Rostes einzugehen.

Idealerweise verschafft man sich ein Bild über die Rost Situation, entwirft eine Strategie,  plant dann seine Schritte,  kauft die Produkte und geht ans Werk. Um sich bei einem gebrauchten Fahrzeug eine Übersicht zu schaffen, befreit man die Unterseite des Fahrzeuges idealerweise mit Trockeneis vom Schmutz und öligen  Resten. Es ist nicht empfehlenswert, das Auto auf der Unterseite mit Wasser aus Hochdruck abzusprühen, denn die Trocknungszeit in den Ritzen kann selbst im Hochsommer mehr zwei Wochen betragen. Im Grunde schadet man dem Unterboden mehr, als es helfen würde. Hat man nicht die Möglichkeit von Trockeneis, dann würde ich versuchen so sorgfältig wie möglich mit Druckluft zu arbeiten. Zusatzinformation: Bei der TÜV Prüfung muss der Prüfer den Unterboden und alle Teile beurteilen können. Früher gab es Fahrzeuge, bei denen wurde der Unterboden einfach mit einer schwarzen Bitumenpaste zugekleistert. Das ist kontraproduktiv und keine geeignete Maßnahme, sondern lässt den Rost nur noch mehr gammeln. Und eben auch nicht zulässig, weil der Prüfer nicht einfach auf das Material sieht!

Wichtig: Auch bei einem neuen Fahrzeug ist auf Rostschutz zu achten. Folgende Punkte sind zu beachten:

  1. Jede Stelle, wo Blech ausgeschnitten wird (zb bei Fenster, Dachluke, Wassereinfüllstutzen,         Elektroeinspeisung..) ist mit einem Rostschutzlack zu behandeln
            
  2. Ein Unterbodenschutz ist nötig, wenn das Fahrzeug lange erhalten werden soll.
            
  3. Die Hohlraumversiegelung macht Sinn, bevor das Fahrzeug bei Regen und Schmutz bewegt wird. Hohlräume sollten auch im Innenraum nicht verschlossen werden, das eventuell auftretende Wasser soll jederzeit und ungehindert ablaufen können. Meist wird dies bei PKWs gemacht, um die außen liegenden tragenden Holme und Karosserie über Jahrzehnte zu erhalten. Bei wird der Hohlraum möglichst von Staub und Schmutz gereinigt (mittels Luftdruck) und dann mit einem Heißwachs versiegelt. Dabei wird das entsprechende Wachs (oder Fette, Öle, Mike Sanders) erhitzt und mittels Luftdruck und Hohlraumsonden in die Hohlräume satt verteilt.

Benötigte Produkte werden auf der Seite www.tinyandvan.com/selbstbau gelistet.

Zusatzinformationen

Je nach Rostbefall müssen wir vor dem Kauf entscheiden, ob tragende Teile zu stark betroffen sind. Ersetzen und tauschen kann man vieles, ob es Sinn macht, muss im Einzelfall entschieden werden.

Rost kann generell nicht ewig aufgehalten werden, er kann höchstens verzögert werden. Eine Rostbehandlung wird bei allen älteren Modellen nötig sein, ich würde aber keinen kaufen, der schon von alleine in sich zusammenfällt. Eine Rostbehandlung ist ansich schon aufwendig genug, aber wenn ich dazu noch Teile austauschen müsste, zahlt sich der Kauf kaum aus. Zudem ist dies ein Bereich, den wir als Selbstbauer kaum selber machen können – zb das Tauschen von Achsen, Bremsen und Federn.

Jede Rostbehandlung erfordert eine Art Strategie. Dafür wird es nötig sein, sich Zeit für die Analyse zu nehmen.

Nach der Reinigung des Fahrzeuges kann man sich einen Überblick verschaffen und dann die Strategie planen. 2K-Epoxy-Grundierung ist generell einer der TOP Methoden, oft auch 2K-Epoxy-Zinkstaub-Grundierung, um Rost beizukommen. Und darauf Eisenglimmer-Lack, der sehr strapazierfähig ist, bzw bei den Radkästen auch sowas wie Sahara Lack.

Für die jeweiligen Details siehe https://www.korrosionsschutz-depot.de/

Für das Beispiel eines LKW Anhänger Unterbodens (hier ist es unmöglich alle Stellen blitzblank zu schleifen) möchte ich eine Anleitung für dessen Rostbehandlung zur Verfügung stellen.

  1. Abkratzen und abstrahlen betroffener Stellen: Mit einer Handdrahtbürste den groben Rost entfernen, eventuell auch mit Schraubenzieher an unzugänglichen Stellen.         
            
  2. Bei entsprechenden Verschmutzungen wie Fett empfiehlt sich zusätzlich ein Silikonentferner. Silikonentferner werden für die Lackiervorbereitung, zur Reinigung von leichten Verschmutzungen, vor allem aber zum Entfernen von Fett, Öl und Silikon (Reste aus Poliermitteln) eingesetzt.         
            
  3. Owatrol. Owatrol ist ein Öl, welches eine leichte, aber feste Rostschicht braucht um diese gegenüber Sauerstoff und Feuchtigkeit versiegeln zu können. Es darf für diese Art der Behandlung nicht perfekt rostfrei vorbereitet werden. Ich habe Owatrol dann satt mittels Luftdruck und entsprechendem         Werkzeug aufgebraucht. Vergleichbar ist dies mit Lackieren. Achtung: Jegliche Kunststoffteile (zb auch Luftfederung) und Bremsen müssen entweder vorher abgedeckt oder dann umgangen werden. Das Öl sollte, wenn möglich, nur auf die betroffenen Roststellen aufgetragen werden. Details zu Owatrol siehe Anhang bzw         http://www.korrosionsschutz-depot.de/media/pdf/owatrol.pdf                  
  1. Lackieren mit einem hochwertigem         Einkomponentenlack. Hier ist die Auswahl sehr groß. Ich habe einen schwarzen Lack aus dem Baumarkt gewählt, der mir für dieses Projekt empfohlen wurde. Es gibt im Korrosionsschutz Forum diverse         empfehlenswerte Decklacke. Ähnlich wie das Owatrol verwende ich dafür eine Sprühdose, die mit Luftdruck funktioniert. Dieses Werkzeug hat eine andere Düse als für das Owatrol, daher habe ich zwei verschiedene Sprühdosen. Der Lack wird in den Behälter gegossen, der Kompressor gestartet, der Sprühnebel entsprechend eingestellt und es kann losgehen. Achtung (wie beim Öl) sollten bestimmte Stellen ausgelassen werden, wie das Innenleben von Bremsen und Kunststoffteile.