Meerschweinchen

Die Meerschweinchen (Caviidae) sind eine Familie aus der Ordnung der Nagetiere. Sie setzten sich aus drei äußerlich stark unterschiedlichen Unterfamilien zusammen: den Eigentlichen Meerschweinchen (Caviinae) mit dem in Mitteleuropa bekannten Hausmeerschweinchen (Cavia porcellus), den Pampashasen (Dolichotinae) und den Hydrochoerinae, zu denen mit dem Capybara (Wasserschwein) das größte lebende Nagetier der Welt zählt.

Haltung

Viele verbreitete und falsche Ansichten halten sich hartnäckig in den Köpfen der Leute: "Meerschweinchen sind anspruchslos und pflegeleicht. Ideale Haustiere für Kinder. Ihr kleiner Käfig braucht nicht viel Platz und als Einzeltiere gehalten, schliessen sie sich besonders dem Menschen an."

Viele Meerschweinchen werden abgegeben, weil sie für Kinder angeschafft werden, die dann schnell das Interesse daran verlieren. Ein Meerschweinchen zu betreuen, kann für das Kind ein Gewinn sein. Dies darf aber nicht auf Kosten des Tieres geschehen. Wäre es nicht sinnvoll, Kindern wieder vermehrt zum Beobachten anzuregen? Auf diese Weise in Tierhaltung pädagogisch wertvoll und für alle Beteiligten eine Freude. In einem kleinen Käfig ist artgerechte Haltung nicht möglich!!!

Artgerecht meint die Annäherung der Haltungsbedingungen an die ursprüngliche Lebensweise der Tiere. Wenn wir für unsere Neerschweinchen ein Stück naturnahen Lebensraum nachgestalten wollen, müssen wir uns an der Lebensweise Ihrer Artgenossen in der Wildnis orientieren. Dieses Leben im rauen Klima der Hochebene Südamerikas vom Meer bis hinauf in eine Höhe von 4000Metern - was bereits ein Hinweis auf die grosse Anpassungsfähigkeit dieser Tiere ist. Diese Anpassungsfähigkeit ist es auch, die uns ermöglicht, sowohl im Haus (Innenhaltung) als auch im Freien (Aussenhaltung) artgerechte Lebensbedingungen für Meerschweinchen zu schaffen.

Ernährung

Korrekterweise wird nur getrocknetes Gras vom ersten Schnitt des Jahres als HEU bezeichnet, der zweite und der dritte Schnitt werden in der Schweiz EMD genannt, in Süddeutschland teilweise EMMER.

Heu vom ersten Schnitt enthält wesentlich weniger Nährstoffe und auch weniger Calcium als Heu vom zweiten oder dritten Schnitt - je länger das Gras vor dem Schnitt auf der Wiese gestanden ist, umso höher ist der Anteil an verholzten Stängelteilen, umso faserreicher ist das Heu. Sogenanntes ÖKO-Heu darf von Gesetzes wegen erst nach dem 15. Juni gemäht werden und enthält auch viele Fruchtstände und Blüten, je nachdem auch wesentlich mehr verschiedene Kräuter und Grasarten.