Theater der Verrückten

Selbstdarstellung 

Das Berliner Theater-Kollektiv „Theater der Verrückten“ (TDV) wird u.a. von Psychiatrie-Betroffenen Teilnehmer*innen besetzt und gehört zum Netzwerk Stimmenhören e.V. Es verlässt das exklusive Ghetto des sozialpsychiatrischen Versorgungsapparates bei stolzer Behauptung der eigenen Wurzeln und Probleme. Unser Anliegen ist, die Gesellschaft zu öffnen und durch Vielfalt zu beglücken.

Gegenstand

Das TDV befasst sich mit Konflikten eigener Erfahrung und folglich mit Stigmatisierung und realer Benachteiligung von Menschen mit psychischen Problemen oder seelischen Störungen. Das TDV handelt unabhängig von „Diagnosen“. Im Umgang mit „Störungen“ steht der Focus auf Annahme, Emanzipation und Selbsthilfe.

Methode

Wir sind inspiriert vom "Theater der Unterdrückten" des brasilianischen Theatermachers Augusto Boal (1931-2009). Boal begründete in Anlehnung an das Spiel von Bertolt Brecht und Konstantin Stanislawski ein Theater, das, Bezug nehmend auf die Konflikte der Zuschauer*innen, zum Mitmachen bewegt.

Geschichte

Es wurde am 5. Mai 2017 gegründet. Es entstand in Initiative des Ambulanten Betreuungszentrums „Die Umalleskuemmerkaefer“ GmbH, dass die Gruppe durch Freistellung der Leitung und Raumangebote unterstützt. Der fünfte Mai ist der „Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen“ und fiel auf den 2. bundesweiten „Tag der Theaterpädagogik“. Von Beginn an gab es Stimmenhörer*innen in der Gruppe. So ist es folgerichtig, dass das NeSt e.V. die Verantwortung übernimmt und dem TDV ein öffentliches Forum anbietet.

Wer handelt?

Der Kern des Ensembles umfasst zurzeit sieben Expert*innen durch Erfahrung und zwei Expert*innen durch Beruf:

Stephan B. Antczack, Soo Young Ertas, Anne Halfpap, Nicole Hilgers, Matthias Lorenz, Markus Rehfeld, Monika Reschke, Niko Schilke, Chris Winsloe        

„Inklusion“

Wir leisten unseren besonderen Beitrag zur Öffnung und Vielfalt dieser Gesellschaft. Die „Verrückten“, die Andersseienden wurden oft und lange genug ein- und ausgeschlossen. Wir wollen öffnen. Wenn „Inklusion“ inhaltlich „Öffnung und Vielfalt“ bedeutet, sind wir gerne dabei. Sonst nicht. Die Betroffenen entscheiden, wo und wie sie sich beteiligen wollen und können.

TDV und NeSt e.V.

Das TDV trägt die Idee und Selbstverständlichkeit von Angehörigen- und Selbsthilfegruppen, sowie weiterer kreativer Angebote des NeSt e.V. z.B. mit Klangschalen und biografischen Interviews, an ein breiteres Publikum. Das NeSt e.V. freut sich über das erweiterte kreative Spektrum im Rahmen der eigenen Gruppen.

Bisherige Stücke

„Analog, Monolog, Dialog - was ist da die Frage?“

„Das volle Programm - Forumtheater genießen - Genesung probieren“

In Arbeit

„Körper, Kleidung, Konventionen - Ausflug in die Stressgesellschaft“

In Spe

„Die verrückte Welt der Familie“ (Theaterprojekt)

„Festival für Fantasie, Fehler und FairÄnderung“ (Theaterfestival)

„Verrückt bleiben, bitte!“ (Unsichtbares Theater)