$Ultimaker Original Bedienungsanleitung
Drucktisch mit Klebeband beziehen
Software installieren und Ultimaker anschliessen
Varianten ein Objekt auszudrucken
Materialeigenschaften ermitteln
Haftung auf dem Drucktisch verbessern
Deutsch, Version 2.0
30.12.2018, https://3drucken.ch
Ein 3D-Drucker, der aus einem quadratischen Kasten besteht. In ihm befindet sich ein horizontal beweglicher Druckkopf (X-,Y-Achse), und ein vertikal beweglicher Drucktisch (Z-Achse). Der erhitzte Druckkopf hinterlässt zunächst eine erste dünne Schicht geschmolzenen Plastiks (PLA oder ABS) auf dem Drucktisch. Danach fährt der Drucktisch um den Bruchteil eines Millimeters runter, und die nächste Schicht wird auf die soeben gedruckte Schicht gedruckt. Dies geschieht so lange, bis das gesamte Objekt Schicht für Schicht fertig gedruckt wurde. So können maximal 21x21x20cm grosse Objekte in feinen Schichten hergestellt werden.
Vorne
Rechts
Links
Hinten
Oben
Unten
Der Ultimaker Original sollte auf einer flachen und stabilen Unterlage aufgestellt werden. Zudem ist es von Vorteil, wenn alle Seiten des Geräts gut zugänglich sind, und der Drucker frei gedreht werden kann. Die Umgebung sollte staubfrei und trocken sein.
Der Drucker wird mit dem Hauptschalter, einem schwarzen Kippschalter auf der rechten Seite des Geräts ein- und ausgeschaltet.
Am besten eignet sich das blaue Scotch 3M 2090, erhältlich in verschiedenen Breiten. Wir verwenden 50mm Breite, da reichen vier Bahnen davon. Es ist darauf zu achten, dass die Bahnen genau aneinander anschliessen, sich aber auch nicht überlappen.
Für die Inbetriebnahme und Steuerung des Ultimaker Original ist ein Windows, Apple oder Linux PC mit USB-Anschluss erforderlich.
Für den ersten Druck eignet sich das automatisch in Cura geladene Modell des Ultimaker-Roboters.
Quelle: http://daid.github.com/Cura/?page=Quickprint
Weitere Infos zu Cura und dem Drucken von eigenen, oder aus dem Web heruntergeladenen Modellen finden sich unter https://ultimaker.com/en/products/ultimaker-cura-software, oder im nächsten Kapitel für Fortgeschrittene.
Am besten lässt sich das fertig gedruckte Objekt mit Malerspachtel oder Messer vom blauen Klebeband lösen.
3D-Modelle können einfach online mit Tinkercad https://tinkercad.com erstellt werden. Diese und weitere Möglichkeiten finden sich auf unserer Webseite unter https://3drucken.ch/software.
Tinkercad
Als Bezugsquelle von druckfähigen Modellen eignet sich zur Zeit Thingiverse https://thingiverse.com am besten. Weitere Bezugsquellen, wie etwa die Trimble 3d-galerie, finden sich auf unserer Webseite unter https://3drucken.ch/software.
Grundsätzlich können alle möglichen Bezugsquellen für 3mm-Durchmesser Filament berücksichtigt werden. Es ist jedoch Vorsicht geboten, da die Qualität betreffend Material und Abweichung beim Durchmesser stark variieren kann. Bezugsquellen finden sich auf unserer Webseite unter https://3drucken.ch/druckmaterial/.
Da beim vom Ultimaker angewendeten Druckverfahren jeweils nur die darunter liegende Schicht für die nächste Schicht als Unterlage dient, sind Überhänge von mehr als 45° ein Problem. Um an diesen Stellen trotzdem eine nächste Schicht drucken zu können, benötigt man dafür Stützmaterial (Support). Dieser kann durch Slicing-Software wir Cura automatisch generiert werden. In Cura gibt es dazu zwei Einstellungen. Exterior Only meint, es wird nur Support generiert, der sich ausserhalb der konvexen Hülle des Objekts befindet. Everywhere meint, es wird auch bei Überhängen in der konvexen Hülle des Objekts drin Support generiert. Da dieser Support aus dem selben Material gedruckt wird, lässt er sich aber oft nur schlecht entfernen. Wir empfehlen, wenn immer auf Support zu verzichten.
- Horsch, Florian. 3D-Druck für alle – Der Do-It-Yourself-Guide. Carl Hanser Verlag, München 2014, ISBN 3-446-44261-8
- Chris Anderson: Makers: The New Industrial Revolution. New York 2012, ISBN 0-307-72095-0
- Neil Gershenfeld: FAB: The Coming Revolution on Your Desktop. Cambridge 2005, ISBN 0-465-02745-8
- The Editors MAKE of: Make: Ultimate Guide to 3D Printing. 2012. ISBN 1-449-35737-7
Eine gute Beschreibung der verschiedensten Kalibriervorgänge auf Englisch findet sich im Internet Archiv des Ultimaker-Wiki unter https://web.archive.org/web/20160408192319/http://wiki.ultimaker.com/Calibrate
Die Software Cura bietet im Menü unter [Expert].[Run bed leveling wizard...] eine einfache Möglichkeit, nach Anleitung den Drucktisch exakt auszurichten. Dazu legt man am besten ein A4-Blatt Papier auf den Drucktisch, bewegt den Druckkopf in die Home-Position (linke vordere Ecke) und folgt den Anweisungen von Cura. Nacheinander werden die 4 Ecken des Drucktischs abgefahren, und man wird aufgefordert, die betreffende Schraube von Hand so zu drehen, dass die Spitze der Druckdüse gerade eben den Drucktisch berührt. Dabei sollte das Blatt Papier gerade noch unter der Druckdüse bewegt werden können.
Mit der genauen Ausrichtung der X/Y-Achsen wird eine reibungslose Bewegung des Druckkopfs erzielt, und dadurch gute Druckergebnisse ermöglicht.
Falls das Druckmaterial hinten am Extruder stecken bleibt, oder kein Vorschub erkennbar ist, die Schraube in der Feder anziehen, bis deutlich mehr Widerstand beim Drehen spürbar ist. Diese Schraube nie ganz anziehen, aber auch nicht zu locker lassen.
Für ein optimales Druckresultat ist es wichtig, die Materialeigenschaften möglichst genau zu ermitteln.
Hier sind häufige Störungen, mögliche Ursachen und das Vorgehen zur Behebung aufgelistet.
Beobachtung
Während des Drucks kommen nur noch Kleckse aus der Düse und der Vorschub bricht ab.
Mögliche Ursache
Feeder leistet keinen Vorschub mehr. Extruder hat wahrscheinlich Filament gefressen und das Filament wird nicht mehr vorgeschoben.
Bild von angefressenem Filament
Behebung
Extruder öffnen und Filament rausziehen, unterhalb kaputter Stelle abschneiden, Vorschubschraube säubern und Filament wieder einführen. Danach nur durch Drehen am Extruderrad von Hand Vorschub generieren, nicht via Software oder Ulticontroller.
Beobachtung
Mögliche Ursache
Behebung