Das GENDER Buch

von Mel Reiff Hill und Jay Mays

Dies ist die deutsche Version des GENDER Buches, aus dem Englischen übersetzt von Alina Görke und Myriam.

Die illustrierte Originialversion steht hier zum Download zur Verfügung: www.thegenderbook.com 


Wichtige Hinweise

Marshall House Press, 1301 Marshall St. Houston 2013

Creative Commons 2013 der GENDER Buch Urheber. Manche Rechte vorbehalten.

Alle Seiten dürfen zur nichtkommerziellen Aufklärung/Bildung benutzt werden, solange damit kein Geld verdient wird und die Quelle angegeben wird. Fragen? Kontaktiere creators@thegenderbook.com

Buchdeckel von Rowdy Ferret Design

Für Bibliothekar_innen

ISBN: 978-0-9913380-0-9

Library of Congress Control

Nummer: 2013923520  

Suchbegriffe: Transgender, Gender Identität, Intersexuell, Transsexuell, Sexualität, Geschlecht

Vorwort

Legende

“Blah” oder -Name = bedeutet, dass ein Umfrageteilnehmer direkt zitiert wird

facts3 = Für mehr Informationen siehe S. 37

zur Info = Fakten und Tipps die dir dabei helfen, ein guter Unterstützer zu sein

* = finde das dazugehörige * für mehr Informationen

? = Stell dir selbst eine Frage

[blah] = beschreibt, wie die jeweilige Seite in der illustrierten Version aussieht

Ein Hinweis zu den Seitenzahlen = Die Seitenzahlen am Ende jeder Seite und links vom Inhaltsverzeichnis beziehen sich auf diese reine Textversion. Die Seitenzahlen in den Kapitelüberschriften gehören zu den Seiten im komplett illustrierten GENDER Book.

Hinweise zum Gebrauch dieses Buches

Blättere erst mal durch, um die schönen Bilder zu bewundern. Lies die Kapitel, die für dich am interessantesten sind. Lies das Buch dann von vorne bis hinten durch. Leihe es ein paar Freund_innen*. Stell es irgendwo hin, wo es zum Gesprächsstoff wird. Erzähle der 2. Klasse eines jungen Verwandten von diesem Buch. Benutze es, um deiner Großmutter zu helfen, dein Coming-out zu verstehen. Benutze es, um dich daran zu erinnern, dass du niemals allein bist.

Hinweise zum Gebrauch der deutschen Version dieses Buches

Dies ist eine Begleitversion - gedacht, um dir zu helfen, die illustrierte Version des GENDER Buchs zu verstehen. Bitte kaufe (30$, etwa 26€) oder downloade (freiwillige Spende) die illustrierte Version des GENDER Buchs, um den Text im Zusammenhang einordnen zu können. Ich stelle mir vor, dass du beide Versionen ausdrucken und nebeneinander legen könntest, aber tu, was dir am besten gefällt! Viel Spaß!

*Der Unterstrich:

Da es im Deutschen noch keine weit verbreitete neutrale Form für Pronomen oder Ähnliches gibt, benutzen wir vorerst eine Version von “sie_er” wenn wir über Personen unbestimmten Genders reden. Der Unterstrich steht hierbei als Platzhalter für alle, die sich weder mit den Pronomen “sie” oder “er” identifizieren können. Siehe “Seite Sechzehn: Pronomen” für weitere Möglichkeiten!

Gender: Der Begriff Gender (sprich: Dschänder) kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Geschlechtsidentität (also, welchem Geschlecht man sich selbst zugehörig fühlt). Weil es im Deutschen leider kein Wort gibt, das deutlich macht, dass biologisches Geschlecht und Gender nicht das Gleiche sind, wird meistens der englische Begriff benutzt. Auch sonst fehlen leider noch viele Worte, die einfach aus dem Englischen übernommen werden. Du wirst aber hoffentlich trotzdem alles verstehen, oder vielleicht fallen dir ja selbst Worte ein?


Fülle die Umfrage aus!

[auf liniertem Papier mit Bleistift]

Ich heiße...

Ich würde meine Gender Identität beschreiben als...

Meine Pronomen sind...

Ich denke, dass Gender...

Die Gemeinschaften, zu denen ich gehöre, sind...

Ich erfahre Gender in diesen Gemeinschaften als...

Ich glaube, dass Leute nicht verstehen, dass...

Eine Frage, die ich gerne in der Umfrage gehabt hätte:…

Meine Antwort auf diese Frage ist…

Das sind Fragen, die wir über 200 Leuten gestellt haben. Das hat uns dabei geholfen, dieses Buch zu schreiben.

Was wären deine Antworten?


 

Inhaltsverzeichnis

Wichtige Hinweise

Vorwort

Fülle die Umfrage aus!

Inhaltsverzeichnis

Seite Eins: Einleitung

Seite Zwei: Weitverbreitete Irrglauben

Seite Drei: Gender definieren

Seite Vier: Annahmen über Gender

Seite Fünf: Momentaufnahmen von Gender

Seite Sechs: Gender in verschiedenen Kulturen

Seite Sieben: Das Gehirn - Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Seite Acht: Gender vs. Geschlecht

Seite Neun: Intersexuell

Seite Zehn: Es ist ein Junge! Es ist ein Mädchen!

Seite Elf: Das Gender Binärsystem

Seite Zwölf: Stelle dir Gender als einen Planeten vor

Seite Dreizehn: Gender Identität

Seite Vierzehn: Genderausdruck

Seite Fünfzehn: Genderwahrnehmung

Seite Sechzehn: Pronomen

Seite Siebzehn: Von Bienchen und Blümchen

Seite Achtzehn: Der Transgender Überbegriff

Seite Neunzehn: Maskuline Frauen, androgyne Leute und feminine Männer

Seite Zwanzig: Drag Kings und Drag Queens

Seite Einundzwanzig: Crossdresser

Seite Zweiundzwanzig: Transfrauen

Seite Dreiundzwanzig: Transmänner

Seite Vierundzwanzig: Genderqueer

Seite Fünfundzwanzig: Gender in verschiedenen Gemeinschaften

Seite Sechsundzwanzig: Beispiel Zeitstrahl

Seite Siebenundzwanzig: Versetz’ dich in unsere Lage

Seite Achtundzwanzig: Versetz’ dich in unsere Lage, Teil 2

Seite Neunundzwanzig: Herausforderungen und Fazit

Seite Dreißig: Wie man ein_e gute_r Unterstützer_in sein kann

Seite Einunddreißig: Schreib’ ins Buch!

Seite Zweiunddreißig: Umfrageantworten

Seite Dreiunddreißig: weitere Umfrageantworten

Seite Vierunddreissig:  weitere Umfrageantworten

Seite Fünfunddreißig: Glossar

Seite Sechsunddreißig: Glossar, Teil zwei

Seite Siebenunddreißig: Fußnoten

Weiterführende Lektüre

Seite Achtunddreißig: Danke!

Seite Neununddreißig: Dein extra Flyer

Seite Zweiundvierzig: Über die Autoren

Seite Dreiundvierzig: Nützliche Informationen

Klappentext


Seite Eins: Einleitung

[Eine Szene in einem Wohnzimmer. Bücher liegen herum. Zwei Personen ohne erkennbares Geschlecht, ein Frettchen, ein Labradorretriever und ein Froschkönig]

(in Bostons Sprechblase) Hi, ich bin Boston.

… und dieses Buch wird dich vielleicht umhauen. Wenn es dir wie mir geht, bist du wahrscheinlich mit einigen Vorstellungen darüber aufgewachsen, was es bedeutet, ein Junge oder ein Mädchen zu sein.

Ich erinnere mich daran, dass mir gesagt wurde, in welcher Abteilung von Kaufhäusern ich meine Badesachen kaufen könnte, welche Rollen ich in Fantasiespielen übernehmen sollte, und dass, warum auch immer, in Märchen der Held immer der Prinz war.

Als ich älter wurde, habe ich gemerkt, dass nicht alle Menschen in diese Mädchen/Jungen-Kisten passen. Meine Mutter kann die Brötchenverdienerin sein, mein Bruder kann sensibel sein und auch meine Interessen stimmen vielleicht nicht mit dem überein, was ich mögen ‘soll’.

Also habe ich mich aufgemacht, alles über diese Sache namens ‘Gender’ herauszufinden. Meine Freund_innen und ich haben unzählige Interviews geführt, viele Stunden in der Bibliothek verbracht und haben uns auch selbst Fragen gestellt. Ich habe viele tolle Menschen auf diesem Weg getroffen, deren Geschichten ich hier mit euch teilen werde.

(Textkasten) Das Gender Buch ist das Ergebnis unserer Arbeit.

(in Bostons Denkblase) Ich wette, du weißt schon eine ganze Menge über Gender, und mit diesem Wissen werden wir anfangen.

Du hast wahrscheinlich eine ungefähre Idee, dass Gender irgendwas mit deiner DNA zu tun hat, oder vielleicht mit deiner Sexualität. Du hast vielleicht schon von intersexuellen Menschen gehört, und bestimmt kennst du Erwartungen, die jeweils nur an Frauen oder Männer gestellt werden (Charakter, Aussehen, Verhalten, Beruf…). Das nennt man Geschlechterrollen. (Sie können anders sein als die, die ich kenne, außer du bist auch in den 1980ern in Texas aufgewachsen!) Du weißt vielleicht auch, dass nicht alle Menschen in diese Rollen passen, und dass es Möglichkeiten gibt, denen zu helfen, die sich in ihrem Körper sehr unwohl fühlen. Wenn du Fernsehen schaust, hast du vielleicht schon mal von Conchita Wurst gehört, oder dem Mann, der schwanger war, oder von schönen Frauen, die ‘ein Geheimnis’ haben. Du weißt, dass es auf offiziellen Dokumenten nur zwei Optionen für Gender gibt (außer, du wohnst in Nepal), und dass sogar Ärzte keinen Unterschied zwischen biologischem Geschlecht und Geschlechtsidentität machen. Du weißt wahrscheinlich auch, dass Mobbing oft ein Problem für Jungen ist, die ‘zu feminin’ sind, oder für andere Kinder, die nicht in traditionelle Geschlechterrollen passen.

Puh! Das ist schon eine ganze Menge an Wissen, die du da hast! Auf der nächsten Seite werden wir herausfinden, was davon wahr ist und was weit verbreitete Irrtümer sind.

(in Bostons Sprechblase) Gender zu erkunden kann sehr anstrengend sein, aber auch sehr viel Spaß machen. Es lohnt sich auf jeden Fall -  du bekommst die Freiheit, dich selbst auszudrücken, und eine ganz neue Sichtweise auf die Welt. Fertig? Dann los!


Seite Zwei: Weitverbreitete Irrglauben

(und warum sie nicht wahr sind)

[in einem grünen Raum: Boston (mit Baseballmütze) kramt in einer Kiste herum, auf der “überlieferte Vorstellungen von Gender” steht. Er holt verschiedene Denkblasen aus der Kiste heraus.]

Eines der ersten Dinge, die wir tun können, bevor wir diese Seite verlassen, ist einige der an uns weitergereichten Vorstellungen über Gender auszupacken und genau unter die Lupe zu nehmen. Bevor wir uns fragen können, was Gender ist, müssen wir schließlich erstmal herausfinden, was Gender nicht ist.

(in Bostons Sprechblase)

Hmm, einige hiervon passen nicht. Auf den Flohmarkt damit!

Randnotiz: Hier, so wie an anderen Stellen in der reinen Textversion, beziehen sich die Seitenzahlen auf die originale, illustrierte Version des GENDER Buchs.

(in Bostons Denkblase) Gender ist offensichtlich

Nein! Der einzige Weg zu erfahren, wie sich jemand identifiziert, ist die Person zu fragen!

(in Bostons Denkblase) schwaches Geschlecht

(in Bostons Denkblase) Gender verändert sich nicht

Dein Verständnis von Gender kann sich genauso weiterentwickeln wie du selbst! Schau dir das Beispiel auf Seite 26 an.

(in Bostons Denkblase) Einige Gender sind besser als andere

(in Bostons Denkblase) Gender ist das gleiche wie biologisches Geschlecht

Gar nicht! Vielleicht stimmt es für dich überein, aber das ist nicht bei allen Leuten so. Die kurze Antwort ist, dass biologisches Geschlecht in deinem Körper und Gender in deinem Kopf ist.

Siehe Gender vs Geschlecht, Seite 8.

(in Bostons Denkblase) Körperteile bestimmen Gender

Nur weil die meisten Frauen Brüste haben, heißt das nicht, dass alle Menschen mit Brüsten Frauen sind, oder dass eine Frau ohne Brüste in irgendeiner Weise weniger eine Frau ist. Das gleiche gilt für alle Körperteile.

(in Bostons Denkblase) Gender-Bending* macht dich schwul

Sicher, ich kenne einige gendernonkonforme Leute, die schwul oder bisexuell sind. Aber ich kenne auch viele, die hetero sind! Und: nicht alle, die schwul sind, sind Gender Minderheiten.

Siehe Bienchen und Blümchen, Seite 17.

*Gender-Bending: Übersetzt heißt das Gender-Verbiegen. Es bedeutet, nicht nach den Geschlechterrollen der Gesellschaft zu leben, nach denen man leben “sollte”, sie also zu verbiegen.

(in Bostons Denkblase) Gender ist Rosa und Blau

Dein Gender ist mehr als die Farbe deiner Babyschühchen - vor 100 Jahren haben alle Babies weiß getragen und blau war eine weibliche Farbe1. Das ist nur ein Beispiel von vielen dafür, wie sich eine Kultur verändern kann.

(in Bostons Denkblase) Es gibt nur zwei Gender

Dieser Irrglaube ist so häufig, dass er sogar einen eigenen Namen hat: Das Gender Binärsystem. Aber tatsächlich gibt es mindestens so viele Gender wie Kulturen und viel hilfreichere Arten sie sich vorzustellen als nur männlich und weiblich.

Siehe Das Gender Binärsystem, Seite 11

Siehe Gender in verschiedenen Kulturen, Seite 6

(Textkasten) Lass uns die Annahmen, die nicht mit unseren neuen Informationen übereinstimmen, überprüfen und sehen, was übrig bleibt. Es scheint mir klar, dass Gender nicht einfach Biologie ist, und auch nicht das Gleiche wie deine Sexualtität. Es ist egal, wie du erzogen wurdest, oder welche Operationen du dir leisten kannst, oder wie du dich anziehst. Gender ist nicht unveränderlich und es geht nicht darum, wie andere dich sehen. Gender kann sehr komplex sein, aber das wichtigste für dein Gender ist, wie du dich selbst siehst.

 


Seite Drei: Gender definieren

[in einem orangefarbenem Raum, die vier Autoren des Buches sitzen an einem Tisch und recherchieren]

(Sprechblase) Vorhin haben wir gesagt, dass Gender ist, wie wir uns selbst wahrnehmen. Aber das ist noch nicht die ganze Geschichte. Wie unterscheidet sich Gender von anderen Teilen deiner Identität? Lass es uns herausfinden.

(Sprechblase) Kannst du dich noch daran erinnern, was du als Kind über ‘Jungensachen’ und ‘Mädchensachen’ gelernt hast? Blau und Pink, Autos und Puppen, Krawatten und Tutus? Das ist, was deine Kultur unter Gender versteht. Es gibt Erwartungen was dein Aussehen, Verhalten und deine Interessen angeht. Als ich Kind war, gab es zum Beispiel Regeln darüber, was ein ‘Jungenhaarschnitt’ oder eine ‘Mädchenfarbe’ war. Diese Regeln können sich je nach Ort und Zeit ändern. Kannst du dich an eine Situation erinnern, in der du dich durch diese Regeln eingeschränkt gefühlt hast?

Deine Gender Identität ist, wo du dich in diesem System wiederfindest. Vielleicht hast du einen Körper, der wie der Körper von anderen Jungen ist, siehst dich selbst als Junge und verhältst dich auch so wie andere Jungen - das ist dann deine Gender Identität. Es gibt aber auch ganz viele andere Arten, ein Junge oder ein Mädchen oder etwas ganz anderes zu sein. Deine Gender Identität kann sich mit der Zeit auch verändern. Sie kann zum Beispiel dein Körpergefühl beinhalten oder wie du deine Identität nach außen hin ausdrückst. Das sind alles Facetten deiner Gender Identität!

[Wörterwolke] Gender ist...

Konventionen

Spaß!

eine Schublade, in die man gesteckt wird

ein Teil unserer Vorstellungskraft

wunderschön

ein Balanceakt

ein Werkzeug der Kommunikation

eine Barriere und sonst nichts

ein Abenteuer

eine Reise der Selbstentdeckung

gleichzeitig befreiend und einschränkend

eine niemals endende Aufführung

eine Einstellung

ein soziales Konstrukt

ein Teil einer Identität

(dies sind alles Zitate aus Umfrageantworten)


Seite Vier: Annahmen über Gender

[Boston ist in einem Museum mit drei Statuen, die Männlichkeit, Weiblichkeit und femme Genderideale durch Originale der westlichen Kunst darstellen: Michelangelos David, Die Geburt der Venus und Jessica Rabbit.]

Ein guter Ansatz, Gender weiter zu erkunden, war in meiner eigenen Kultur und bei meinen eigenen Vorstellungen darüber, was es heißt, männlich oder weiblich zu sein.

(Wörter von rechts nach links auf der Seite verteilt)

Versorger

stattlich

Anführer

stark

mutig

bestimmend

aggressiv

kompetent

hart im Nehmen

Macho

butch (sehr “maskuline” Lesbe)

androgyn

schön

leidenschaftlich

fürsorglich

einfühlsam

sensibel

geheimnisvoll

elegant

(In Bostons Sprachblase) Das sind die Worte und Bilder, die mir in den Sinn kommen, wenn ich an Männlichkeit und Weiblichkeit denke.

Woher kommen diese Vorstellungen?

Stimme ich diesen Begriffen zu? Und was ist mit dir?

Einige Menschen denken, dass diese Eigenschaften erlernt sind, während andere glauben, dass sie ein fester Bestandteil davon sind, wer wir sind. Was sind deine Erfahrungen?

(femme (“feminine” Lesbe) Statue) verführerisch, listig, extravagant, mächtig


Seite Fünf: Momentaufnahmen von Gender

Verschiedene Zeiten, Orte und Kulturen

[Zeitstrahl]

Tora

Und der Mensch sprach: “Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Frau soll sie heißen, denn vom Mann ist sie genommen.” Genesis 2:231 c. 1312 B.C.E.

“Die Beziehung zwischen Mann und Frau ist von Natur aus derartig, daß der Mann über der Frau steht, daß der Mann herrscht und die Frau beherrscht wird.” - Politik Buch 1 Teil 2

Aristoteles 384-322 B.C.E.

Joan hatte sich dafür gerechtfertigt, wieder Männerkleidung anzuziehen; sagte öffentlich aus, dass sie schlecht behandelt wurde, wenn sie Frauenkleidung trug…”2

Joan D’Arc

1412-1431 C.E.

Wir haben sehr starke Energien, männliche und weibliche. Traditionell waren Two-Spirit Menschen sehr wichtig und verehrt, und sie wurden als Boten einer höheren Macht angesehen.”3 -Denise Cole

“Ein männliches Kind entsteht, wenn es viel Sperma gibt, ein weibliches wenn die Frau dominanter ist; wenn beides auf der selben Ebene ist, gibt es ein Kind dritten Geschlechts oder Zwillinge: einen Jungen und ein Mädchen…”4

Manusmriti 3.49 circa 100 n.Chr.        

Zum Höhepunkt der klassischen Zeit präsentierten sich Maya Herrscher als ganz viele Gender - männlich, weiblich, und viele andere Möglichkeiten. Bei Zeremonien trugen sie Frauen- oder Männerkleider und nahmen männliche und weibliche Rollen ein.”5

-Rosemary A. Joyce, über die mesoamerikanische Zivilisation von 250-900 C.E.

(in Geraldine Hoffs Sprechblase) Das können wir schaffen!

Nepal fügt in Volkszählung 2011 Option für drittes Geschlecht hinzu

“Indem Nepal Bürger des dritten Geschlechts anerkennt, sendet die Regierung eine eindeutige Botschaft darüber, dass das Land es mit Integration und Toleranz ernst meint.”6

Trans-Frau ins polnische Parlament gewählt

Am Dienstag wurden zum ersten Mal eine transsexuelle Frau und ein offen schwuler Mann ins polnische Parlament aufgenommen: Anna Grodzka und Robert Briendon. Beide sind Mitglieder einer fortschrittlichen Partei, Palikot-Bewegung, und bekamen ihren Sitz im Parlament nach der Wahl am 9. Oktober 2011.”7


Seite Sechs: Gender in verschiedenen Kulturen

[Boston schaut sich die Welt vom Nordpol aus an]

(in Bostons Sprechblase) Also, wir haben darüber geredet, wie sich Gender in einer Kultur, von Person zu Person und von einer Gesellschaft zu anderen verändert, aber es gibt noch eine viel größere Genderwelt zu entdecken. Die meisten Kulturen haben Geschlechterrollen, die mehr oder weniger unseren westlichen Vorstellungen von Mann und Frau entsprechen. Aber wusstest du, dass es damit noch nicht getan ist?

(Textkasten) Viele Gesellschaften in verschiedenen Epochen und verschiedenen Regionen der Welt haben neben ihren Versionen von Männlichkeit und Weiblichkeit noch zusätzliche Geschlechterrollen . Hier sind einige davon… Was kannst du über sie lernen? Kannst du noch weitere finden?8

Mittlerer Osten: Xanith oder Khanith aus Oman.

Asien-Pazifik: F’afafine (Samoa), Fakaleiti (Tonga), Mahu Wahine (Hawaii), Mahu Vahine (Tahiti), Whakawaine (Neu Seeland Māori) und Akava’ine (Cook Inseln Māori) aus Polynesien.

Asien-Pazifik:Kathoeys (oder “Ladyboys”) aus Thailand.

Asien-Pazifik: Waria und Bugis Kulturen aus Sulawesi aus Indonesien.

Asien-Pazifik: Bakla (Tagalog), Bayot (Cebuano), Agi (Ilonggo), Bantut (Tausug), Binanae, Bading [kann als beleidigend gesehen werden] und Lakin-On von den Philippinen.

Europa: Schwurjungfrauen vom Balkan.

Europa: Mollies aus dem 18. Jahrhundert in England.

Europa: Uranier aus dem 19. Jahrhundert in England.

Europa: Femminiello aus der Neapolitanischen Kultur.

Afrika: Ashtime aus Sütdäthiopien.

Afrika: Mashoga aus Kenia.

Afrika: Mangaiko aus der Demokratischen Republik Kongo.

Lateinamerika & Karibik: Muxe aus Südmexiko.

Lateinamerika & Karibik: Biza’ah aus Teotilán.

Lateinamerika & Karibik: Travestis aus Lateinamerika.

Lateinamerika & Karibik: Guevedoche aus der Dominikanischen Republik. In der “Sambia” Gemeinschaft im östlichen Hochland Papuas, auch Kwolu-Aatmwol genannt.

...und viele mehr!

Einige dieser Geschlechterrollen sind sehr hoch angesehen und haben einen besonderen Status in religiösen Ritualen oder sozialen Funktionen, während andere als Menschen zweiter Klasse gesehen werden und die Worte, die sie beschreiben, sehr negativ benutzt werden können. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Führe dir vor Augen, wie unterschiedlich männliche und weibliche Rollen je nach Ort und Zeit sein können! Das ist eine große Vielfalt von Gendern, und jedes wird durch die entsprechende Kultur beeinflusst .

 


Seite Sieben: Das Gehirn - Unterschiede zwischen den Geschlechtern

[Boston schaut sich in einem Buch Zeichnungen von einem Gehirn, Gehirnsubstanz und einem Neuron an]

Wenn man die Gender Identität einer Person nicht an ihrem Äußeren erkennen kann, kann man sie erkennen, indem man sich das Gehirn anschaut?

Ich habe etwas nachgeforscht und herausgefunden, dass Gehirne ziemlich gleich funktionieren, egal welches Geschlecht oder welche Gender Identität jemand hat. Bei Menschen, die dasselbe Geschlecht oder dieselbe Gender Identität haben, gibt es schon Gemeinsamkeiten: die Größe des Gehirns zum Beispiel oder die Form der Gehirnsubstanz. Aber diese Eigenschaften haben keine Auswirkungen auf die Intelligenz, welche Interessen man entwickelt oder welche Lieblingsfarbe man hat.

Aber wo im Gehirn versteckt sich unser Selbstbild, und was macht uns einzigartig? Das ist eine Frage über die sich Neurologen, Philosophen und Psychologen heute noch streiten.

Früher dachten wir, dass wir eine Antwort gefunden hätten - Gehirne von Frauen sind kleiner, also nahmen wir an, dass sie weniger intelligent seien. Aber jetzt wissen wir, dass alle Gehirne das gleiche Potenzial haben. Frauen können Astronautinnen sein, Männer können Bäcker sein und wir alle können in unserem Beruf tolle Dinge erreichen.

 


Seite Acht: Gender vs. Geschlecht

“Das sind verschiedene Dinge!”

[Boston im Stil des vitruvianischen Menschen, auf der linken Seite ist Gender und auf der rechten Geschlecht dargestellt. Auf der linken Seite ist ein Gehirn, auf der rechten ein DNA-Strang]

(auf der Genderseite)

Kultur

Gefühle

Gedanken

Vorlieben

Kleidung

Selbstgefühl

Soziales

Identität

Manchmal bringen Leute Gender und Geschlecht durcheinander. Gender bezeichnet die eigene Identität und wie man diese ausdrückt (was auch dein Verhältnis zu deinem Körper beinhalten kann); Geschlecht meint nur den Körper: Reproduktive Organe, DNA wie Chromosomen und hormonabhängige Eigenschaften wie Körperhaare und Brustgewebe.

Wenn man zu einem neuen Arzt geht, wird sie_er fragen, ob man männlich oder weiblich ist und dementsprechend wird ein Kästchen angekreuzt. Das sieht man zum Beispiel auf Führerscheinen und Geburtsurkunden. Die Körper der meisten Leute stimmen mit dieser Angabe überein, aber nicht alle.

(auf der Geschlechtsseite)

Körper

Physiologie

Hormone

Genitalien

Chromosomen

Genetik

DNA

Es gibt Körperteile, die gebraucht werden, um Nachwuchs zu erzeugen. Diese nennt man auch primäre Geschlechtsorgane.

Dann gibt es auch noch die sekundären Geschlechtsorgane. Das sind alle Merkmale, die sich während der Pubertät entwickeln.

Es gibt zwischen den Geschlechtern ganz natürliche Unterschiede. Denk zum Beispiel an die Mähne des männlichen Löwen, die Hörner des Bocks oder die Schwanzfedern des männlichen Pfaus.

Aber wir vergessen manchmal, dass diese Unterschiede uns Menschen nicht definieren. Würde deine Identität sich ändern, wenn du morgen mit einem anderen Geschlecht aufwachen würdest?


Seite Neun: Intersexuell

Körper, die nicht 100%ig mit dem männlichen oder weiblichen biologischen Geschlecht übereinstimmen

1 in 100 Geburten9

[Koomah ist in einem Garten und hat eine Schnecke bei sich (Schnecken können sich mit jedem ausgewachsenen Exemplar ihrer Spezies paaren, egal welches Geschlecht)]

(in Koomahs Sprechblase) “Hi, ich heiße Koomah! Ich bin Künstler und Aufklärer. Ich möchte euch erzählen, dass intersexuelle Menschen einfach normale Menschen sind. Wir sind nicht deformiert oder kaputt. Unsere Körper sind nichts, wofür wir uns schämen müssen. Diese Körper verdienen den gleichen Respekt wie alle anderen auch. Sie sind nicht gruselig, nur anders, und das ist okay.”

(in papayaförmiger Box) Die leckersten Papayas kommen von Bäumen, deren Blüten hermaphroditisch sind. Das bedeutet, dass jede Blüte sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane hat und diese auch beide funktionieren.

(in Intersexuell Definitionskasten) Eine Person, die intersexuell ist, kann Geschlechtsorgane von beiden biologischen Geschlechtern, anders entwickelte Geschlechtsorgane, besondere Geschlechtschromosomen und/oder unerwartete Hormonlevel für jemanden mit ihrem Körperbau haben. Es gibt viele Dinge, auf die Ärzte achten, wenn sie jemanden als intersexuell bezeichnen. Viele Menschen sind auch intersexuell ohne es überhaupt zu wissen. Lass uns mehr darüber lernen.

Gene

zum Beispiel Klinefelter-Syndrom und Turner-Syndrom

Die meisten Leute kennen DNA. Gene (das sind Informationen verpackt in DNA) bestimmen alles von deiner Augenfarbe, darüber ob du Sommersprossen hast, bis zu deinem biologischen Geschlecht. Diese Gene sind auf Molekülen, die Chromosomen heißen. Zwei Sorten von Körpern sind häufig: Die, die mit den berühmten XX und XY Geschlechtschromosomen zusammenfallen, die weiblich und männlich genannt werden. Aber das sind nicht die einzigen Kombinationen, die es gibt. Einige Menschen haben XXY oder XXX Chromosomen, was als intersexuell bezeichnet wird. Und manche Menschen haben mehrere verschiedene Geschlechtschromosomen auf einmal!

Hormone

zum Beispiel Androgenresistenz und Adrenogenitales Syndrom

Alle Menschen haben sowohl Östrogen als auch Testosteron in verschiedenen Mengen in sich und jeder Körper verarbeitet diese Hormone etwas anders.10 Das bedeutet: Hormone sind ganz individuell! Weil sie die sekundären Geschlechtsmerkmale beeinflussen, können Menschen mit Hormonspiegeln, die anders sind als für ihren Körperbau erwartet, oder deren Körper in besonderer Weise auf ihre Hormone reagieren, als intersexuell angesehen werden.

Körperteile

Keine zwei Geschlechtsteile sind exakt gleich groß oder haben die gleiche Form. Einige unterscheiden sich genug vom “Standard”, um intersexuell genannt zu werden. Manchmal ist es medizinisch notwendig, die inneren Organe operativ zu verändern. Allerdings operieren Ärzte auch oft Kleinkinder mit funktionierenden Geschlechtsorganen ohne guten medizinischen Grund - nur, damit ihre Körper “normal” aussehen. Das ist besorgniserregend, denn es verletzt Kinder und sagt ihnen, dass ihre Körper nicht okay sind.

Nebenbei… (in Denkblase einer Schnecke) Echte Hermaphroditen wie mich gibt es außerhalb der Tier- und Pflanzenwelt nur selten. Heute benutzen wir den passenderen Ausdruck “intersexuell” für unsere menschlichen Freunde.

(in Hermaphroditus Kasten) Hermaphroditus war das Kind von Hermes und Aphrodite.

(in grünem Kasten) Die Vereinten Nationen haben am 1. Februar 2013 eine Stellungnahme veröffentlicht, die “alle Staaten dazu aufruft, jedes Gesetz aufzuheben, das intrusive und irreversible Eingriffe, inklusive dem erzwungenen Normieren von Geschlechtsteilen…, die ohne die freie und informierte Zustimmung der betroffenen Person durchgesetzt oder reguliert werden, erlaubt.”11


Seite Zehn: Es ist ein Junge! Es ist ein Mädchen!

[Baby in einem Kinderzimmer mit rosa und blauen Partydekorationen]

Sogar bevor du geboren bist, haben die Leute Erwartungen, wie du sein wirst - basierend auf deinem biologischen Geschlecht. Wenn du da bist, ist das Erste, was passiert, dass du in eine rosa oder blaue Babydecke gewickelt wirst. Das Gender, dass dir zugeschrieben wurde, wird bekräftigt, wann immer du an gegenderten Spielzeugregalen entlanggehst, und so ziemlich immer, wenn deine Familie Kleidung für dich kauft. Sobald du ein Krabbelkind bist, hast du schon eine Ahnung von deiner Genderidentität. Als nächstes entwickelst du eine Neugier an  Körperteilen und fängst an, in deinem Kopf eine Verknüpfung zwischen Anatomie und Geschlechterrollen herzustellen.

Wenn du in die Schule kommst, bist du schon ziemlich gut darin, Entscheidungen über dein Gender zu treffen -  begründet durch Beispiele um dich herum von Freunden, Familie, Fernsehsendungen und Spielen. Kinder und Erwachsene verstärken diese Geschlechterrollen oft, indem sie Kommentare  wie “Du kannst damit nicht spielen, das ist für Jungen” machen. In diesem Entwicklungsstadium können Genderregeln sehr starr und einschränkend sein. Wie können wir Kindern mehr Möglichkeiten bieten, sich auszudrücken, Mobbing verhindern und der nächsten Generation zeigen, dass es genau so viele Möglichkeiten gibt ein Mädchen zu sein, wie es Möglichkeiten gibt ein Mensch zu sein?

Was sind deine ersten Erinnerungen an dein Gender?

Wie hat sich deine Identität seitdem geändert?

 


Seite Elf: Das Gender Binärsystem

Ist das Modell des Glaubens, dass es nur zwei Gender gibt:

[Szene: Boston steht vor drei verschiedenen Toiletten, Männer, Frauen und Unisex]

Öffentliche Toiletten, genau wie Führerscheine und Umfragezettel, stellen uns vor zwei Möglichkeiten: Du bist entweder männlich oder weiblich. In diesem Modell wird angenommen, dass dein Gender und dein biologisches Geschlecht das Gleiche sind. Allerdings stimmt das für Genderminderheiten oder intersexuelle Menschen nicht immer.

(in einer grünen Blase mit rosa Weiblichkeitspfeil und blauem Männlichkeitspfeil) Gendermaßstäbe sind, was die meisten Psychologen benutzen, wenn sie Gender messen. In diesem System sind Männlichkeit und Weiblichkeit unabhängig voneinander. Du kannst sowohl viele maskuline als auch feminine Eigenschaften haben, wenig von beidem oder eine ganz andere Kombination.

...& andere Modelle

[Pfeil in zwei Richtungen mit “M” (male, auf Deutsch: männlich) rechts und “F” (female, auf Deutsch: weiblich) links]

Das Genderspektrum geht von unendlich vielen Gendern aus, die von sehr männlich zu sehr weiblich reichen. Das bedeutet mehr als zwei Möglichkeiten, ist aber immer noch sehr eindimensional.

(3 überlappende Pfeile in jeweils zwei Richtungen, die eine Achse bilden) Andere!

Versuche, Gender als einen dreidimensionalen Raum zu begreifen. Was wären deine Dimensionen?

(Hufeisen mit Männlichkeit auf der rechten und Weiblichkeit auf der linken Seite) Einige sehen Gender als ein Hufeisen, wo die konformierenden (maskulin und feminin) Gender mehr miteinander gemeinsam haben als mit den nonkonformierenden Möglichkeiten.

Andere machen bunte Genderdiagramme. Keine davon sind richtig oder falsch, sondern nur verschiedene Arten, das gleiche Konzept zu betrachten. Achte darauf, wie jedes dieser Modelle Genderminderheiten berücksichtigt.

(in Bostons Sprechblase) Meine Freunde und ich würden uns über ein Modell freuen, das mehr Möglichkeiten als nur männlich und weiblich bietet. Kannst du dir eins vorstellen? Wie würde es aussehen?

  


Seite Zwölf: Stelle dir Gender als einen Planeten vor

[ein Planet mit ein paar bunten Kontinenten und einem Narwal]

Alle Menschen wachsen irgendwo auf dem Planeten auf, die meisten im Damenstaat oder im Mannesland. Viele Leute fühlen sich wohl, wo sie geboren sind und bleiben ihr ganzes Leben dort. Einige Menschen sind Bürger vom Mannesland, wurden aber in Damenstaat geboren. Genau wie im echten Leben kann man jemandem die Staatsbürgerschaft nicht ansehen; es ist etwas Persönliches. Wenn wir älter werden, möchten wir vielleicht irgendwo hinziehen, wo wir uns wohler fühlen.

Cisgender beschreibt dich, wenn du dich mit dem Gender, das dir bei der Geburt zugeschrieben wurde, am wohlsten fühlst.                 

(im Damenstaat)

“Weiblich (bei der Geburt weiblich zugeschrieben).” -Kim C.

femmetopia - “Ich bin eine Cisdame, maskulin weiblich, Lipgloss Femme…” -Tawny

maskuline Frauen - “Ich mag es, Jungenklamotten zu tragen, aber ich will kein Junge sein.” -Mel R.

Butchbucht

Wildfangwald

Feminine Felder

Mädchenhafte Metropole

Frauenfluss

Damendorf

“Ich bin eine Frau, nicht nur eine Transfrau… es tut weh, wenn Freunde immer noch ‘er’ sagen anstatt ‘sie’.” -Janet

“Ich bin keine richtige Südstaatenfrau.” -nataluna

(in lila Kreis)

Jedes Identitätsland hat seine eigene Sprache mit Pronomen und Wörtern, zugeschnitten speziell auf die Bewohner.

(Satellit schwebend außerhalb des Planeten) agender

(in grünem Kreis) Grenzen verändern sich mit der Zeit.

(in dunkelgrünem Kreis mit traurigem Gesicht) Manchmal werden Immigranten als Bürger zweiter Klasse behandelt.

(im Meer der Gendernonkonformität) *konform heißt übereinstimmen, nonkonform heißt hier also: nicht mit dem Gender Binärsystem übereinstimmend

drittes Gender (Insel)

Genderdiverse Insel - “Meine Genderidentität ist genderreich!” -Koomah

(in blauem Kreis) oft werden neue Inseln entdeckt

(Schiff) genderfluid

(Antarktis) genderneutral

(in orangefarbenem Kasten) Einige Identitäten werden komplett von Reisenden bewohnt.

(auf einem Schiff) “Ich bin stolz auf das, was ich tue. Leben wie ich wirklich bin, braucht Mut.” -Janet

(gelber Kasten) Transgender

Jeder, der Grenzen überquert, um außerhalb des erwarteten Genderlandes zu leben, könnte als transgender beschrieben werden.

(in dunkelgrünem Kasten) Einige Genderländer haben mehr Ressourcen und Macht als andere. 

(im Mannesland)

Macho-Minen

Kerlskreis

Typental

(in der Sprechblase einer Strichfigur) Ich habe nie hinterfragt, dass ich ein Mann bin.

“Ich bin maskulin, aber nicht macho.” -Kieran

die MANNgroven

Metrosexuelles Moor

feminine Männer

“Ich bin ein schwuler Mann, der unbewusst eine nonkonformierende Gender Identität entwickelt hat, einfach weil ich das mache, was mich interessiert.” -Brad

Dandy-Land

Knabenhafter Kanton “Nur weil ich nicht der Stärkste bin, heißt das nicht, dass ich kein Mann bin.” -Sydney


Seite Dreizehn: Gender Identität

ist wie du dich selbst siehst, je nachdem, wo auf dem Genderspektrum du dich am wohlsten fühlst.

[Boston sitzt mit einem Glas Eistee und einem Gender Brettspiel auf einer Couch]

(in Bostons Sprechblase) Egal wie du spielst, wenn du dich wohlfühlst, gewinnst du!

(Regelhandbuch)

REGELN

#1 Es gibt keine Regeln.

#2 Spiel so oft wie du willst; manchmal können Identitäten sich verändern.

#3 Du kannst ganz viele Begriffe ausprobieren oder gar keine benutzen - wie du willst!

#4 Dieses Spiel ist zum Spaß haben da! Die richtigen Antworten kannst nur du selbst wissen.

(Fragen, die auf dem Spielbrett stehen)

Start - Der Arzt hat gesagt...

Ich wurde erzogen als…

Beschreibt mich das immer noch gut?

Wie identifizierst du dich?

Es gibt viele cis und trans Möglichkeiten!

(Ziel? Sprechblase)

Ich identifiziere mich als _________________.


Seite Vierzehn: Genderausdruck

[Mel und Boston arbeiten draußen in einem Künstleratelier auf der Terrasse]

(In Bostons Sprechblase) Hey Mel, woran arbeitest du?

(In Mels Sprechblase) Oh hey Boston… Ich war gerade dabei, ein Selbstportrait zu malen. Willst du es sehen? Es ist über Genderausdruck: All die Arten, wie ich mein Gender mit der Welt teile!

(Wörter auf einer Palette)

Farben, die du magst        

Stil & Frisur

Make-Up

Kleidung

Hobbies

Beruf

Wie du läufst

Schuhe

Gesten

Stimmlage

Wortwahl

(in rosa Kasten) Oh cool, ich verstehe. Genderausdruck ist, wie ich mein Gender anderen Leuten mitteile. Das beinhaltet meine kurzen Haare, meine Baseballmütze, dass ich kein Make-Up trage, wie ich über mich selbst rede, wie ich spreche und sogar die Aktivitäten, die mir Spaß machen. Obwohl die Einzelheiten sich verändern, wann immer ich mich anziehe, stelle ich doch fest, dass ich generell eine maskuline Palette verwende. Trotzdem, an jedem Tag präsentiere ich mich auch etwas anders, je nach Laune oder auch Situation - ob ich mit meiner Großmutter zur Kirche gehe oder mit Freunden auf eine Party. Aber das ist nur, wie ich es mache. Wie trägst du dein Gender?

(in lila Kasten) “Ich habe erst kürzlich angefangen, mich so zu präsentieren, wie ich von anderen als Frau wahrgenommen werden möchte und ich bin sehr viel glücklicher und selbstbewusster. Tatsächlich habe ich nicht mehr so viel Angst davor, wie andere mich sehen, denn zum ersten Mal bin ich wirklich, wer ich sein will.” -Brennas Umfrage Antwort

(in gelbem Kasten) “Ich kleide mich mehr wie ein Junge (ich bin biologisch weiblich) und verhalte mich und rede eher wie ein Junge, aber ich kann mich auch in einer femininen Rolle wohlfühlen, wenn es nötig ist.” - Bryces Umfrage Antwort


Seite Fünfzehn: Genderwahrnehmung

Wie wird dein Gender von Anderen gesehen?

Wie siehst du Andere?

(in der Sprechblase von Kassierer Jim) Guten Tag, ähm...

[Boston an einer Supermarktkasse]

(ein Regenbogen von Jims Augen zu Boston)

Frisur & Stil

Gesichtsfarbe, -form, -behaarung

Kleidung & Accessoires

Körpergröße & -form

(auf weißem Kassenzettel)

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass folgende Dinge uns Hinweise auf das Gender einer Person geben:

Stimme

Körpersprache

Wie die Person läuft

Breite der Augenbrauen

Gesichtsbehaarung

Hautfarbe

Farbe um die Augen

Farbe des Mundes

Herr

80% Sicher

Siehe Lesetipps für weitere Informationen!

(in rosa Kasten) Wie nah liegen dein Selbstbild und wie Andere dich sehen zusammen?

Überhaupt nicht nah zusammen, und das tut weh. Innen… bin ich ein süßes Mädchen, ich mag Pink und Märchen und möchte nicht die ganze Zeit stark sein, aber ich werde durch meine Größe und mein Geschlecht ständig falsch eingeschätzt und niemand macht sich die Mühe, mich wirklich kennen zu lernen, wie ich bin.

-Ems Umfrage Antwort

(in lila Kasten) Ich sende ständig Signale, die mein Gender ausdrücken. Manchmal merke ich das gar nicht. Aber das ist nur ein Teil der Geschichte. Wie diese Signale von anderen interpretiert werden (wie von Jim hier) ist deren Wahrnehmung meines Genders.

Ich merke, dass es einfacher ist, in den Supermarkt zu gehen,  wenn mein Gender immer richtig von Fremden gedeutet wird. Ich fühle mich sicherer* und wohler.

Allerdings habe ich es - wie die meisten Leute -  auch schon erlebt, dass gutmeinende Leute mich hin und wieder missgendern*. Obwohl das sehr ärgerlich sein kann (oder frustrierend oder amüsant oder wie auch immer du mit solchen Missverständnissen umgehst), ist es wichtig daran zu denken, dass wie andere dein Gender beurteilen nicht wichtig dafür ist, wie du dich selbst siehst.

*Missgendern bedeutet, das Gender einer anderen Person falsch zu deuten und dadurch die falschen Wörter für sie zu benutzen (Siehe Kapitel Pronomen). Das kann aus Versehen passieren, aber auch, wenn jemand die Gender Identität von anderen nicht respektiert.

(in grünem Kasten) *Viele haben unter Beschimpfungen und Gewalt zu leiden, nur weil sie nicht den typischen Geschlechterrollen entsprechen. Der Mord an Willie Houston, der bedroht wurde, weil er die Handtasche seiner Frau hielt, ist eine tragische Erinnerung daran, wie die Angst vor Gendernonkonformität uns alle betrifft.

(in pfirsichfarbenem Kasten) “Passing” ist Englisch und bedeutet “als etwas durchgehen”. Es beschreibt, wenn Transmenschen so aussehen, dass die meisten Leute ihr Gender richtig deuten.

 


Seite Sechzehn: Pronomen

sind Abkürzungen in einer Sprache um Menschen, Orte oder Dinge zu beschreiben. Wir interessieren uns hier hauptsächlich für die, die für Menschen benutzt werden. Im Deutschen und vielen anderen Sprachen sind Pronomen meistens gegendert (also sie beziehen sich immer auf Menschen eines bestimmten Genders - meistens männlich und weiblich). Aber es wird immer mehr nach genderneutralen Pronomen gesucht, um sperrige Gebilde wie sie_er zu vermeiden, was Menschen außerhalb des Gender Binärsystems sehr zu Gute kommt.

Pronomen in anderen Sprachen:

Im Englischen zum Beispiel kann man den Plural “sie”, “they”, auch als neutrales Pronomen für einzelne Menschen nehmen. Außerdem denken sich Leute immer neue Pronomen aus, die am Besten zu ihnen passen.

In Schweden gibt es neben den männlichen und weiblichen Pronomen “hon” (sie) und “han” (er) ein neutrales Pronomen “hen”, das seit 2014 auch im offiziellen Wörterbuch steht.

Im Finnischen gibt es nur ein einziges Pronomen für alle Menschen, “hän”!

Pronomen im Deutschen:

Im Deutschen sind aber nicht nur die Pronomen gegendert, sondern auch die meisten anderen Worte, die sich auf Menschen beziehen. Zum Beispiel: “ein junger Bäcker” und “eine erfahrene Astronautin”. Im Geschriebenen kann man zum Beispiel einen Unterstrich verwenden “ein_e junge_r Bäcker_in” oder ein Sternchen “ein*e erfahren*e Astronaut*in”. In der gesprochenen Sprache geht das aber nicht so einfach. Es gibt deshalb auch ganz neue Ideen, zum Beispiel “einin jungin Bäckernin” oder “einin erfahrenin Astronautnin”.

Du findest in “Weitere Lektüre” ausführlichere Erklärungen!

[Boston lehnt an einem Würfel mit den Pronomen “er”, “sie” und “they”. Mel, Naomi und eine andere Person sitzen auf einer grünen Kiste mit noch mehr Pronomen]

(auf der grünen Kiste)

Pronomen        Gender        Beispiele

er                männlich        Er hat seinen Hund bei seinem Freund gelassen.

sie                weiblich        Sie nahm sich ihre Werkzeuge.

xier/sier        neutral                Xier putzt gern xiese Zähne.

nin                neutral         Nin hat nimsen Goldfisch Bob genannt.

hän                neutral                Hän beäugte sin skeptisch.

sei                neutral                Sei spült seis Geschirr.

Puh, ganz schön viele neue Worte! An einigen Stellen im Buch haben wir einige dieser Formen verwendet. Kannst du sie finden?

(in Bostons Sprechblase) Ich dachte immer, das hier sind die einzigen Pronomen für Menschen, aber je mehr Leute ich treffe, desto mehr lerne ich. Sich seine eigenen Pronomen auszusuchen kann das Selbstbewusstsein sehr stärken.

(in Mels Sprechblase) Hey Naomi, ich habe nie gefragt: Welche Pronomen soll ich für dich verwenden?

(in Naomis Sprechblase) Ich mag xier. Danke, dass du fragst, Mel!

(in der Sprechblase der Person rechts) Ja, es ist gut zu wissen. Manchmal fühle ich mich beleidigt, wenn andere einfach irgendwelche Pronomen für mich benutzen, ohne zu fragen, weißt du? Es stört mich nicht, höflich darüber gefragt zu werden, welche Worte ich benutze um mich selbst zu beschreiben, solange es freundlich gemeint ist.

Probier es aus!

Das “Pronomenspiel” ist ein Teil des Lebens für viele Transmenschen und ihre Unterstützer_innen. Versuch mal, ob du 24 Stunden lang vermeiden kannst, Leute durch deine Sprache zu gendern (z.B. “Alex brachte Alex’ Hund in den Park.”). Es kann echt schwierig sein! Aber oft ist es die beste Option, wenn du  die Pronomen von jemandem noch nicht kennst.


Seite Siebzehn: Von Bienchen und Blümchen

wo sich Gender mit biologischem Geschlecht und Sexualität überschneidet

[Draußen in den Bäumen und auf einer Leitung, Vögel und Bienen fliegen herum]

Wie identifizierst du dich?

Dein Gender und deine sexuelle Identität (wer du in der Welt der Romantik bist) sind verschiedene Teile von dir, stehen aber im Bezug zueinander. Gender ist eines der vielen Eigenschaften, die dich bei der Wahl deiner Partner beeinflussen können. Daher sind sie verbunden. Aber dort hört es nicht auf! Dein Gender kann hilfreich dabei sein, deine eigene Sexualität zu verstehen. Wenn du dich zum Beispiel als Mann identifizierst (egal, welches Geschlecht dir bei der Geburt zugewiesen wurde), der sich hauptsächlich zu Frauen hingezogen fühlt, dann identifizierst du dich wahrscheinlich als heterosexuell. Wenn diese gleiche Anziehung zu Frauen von einer als weiblich identifizierenden Person kommen würde, würde sie meistens als lesbisch erachtet werden. Aber! Du kannst es nie genau wissen, vielleicht bevorzugt sie auch einen anderen Begriff. Es ist genau wie bei Gender, wir können alle selbst entscheiden, welche Wörter sich für uns am besten anfühlen und uns am besten beschreiben.

Wie funktioniert es?

Egal, wie du dich identifizierst, es gibt viele Möglichkeiten, deine Zuneigung auszudrücken. Du musst dich nicht von deinem Gender oder Körper beschränkt fühlen, denn es gibt viele Wege intim zu sein. Was am besten für dich, deinen Körper und deine Gender Identität funktioniert, ist ganz individuell und manchmal ist es am besten, dies erst mal alleine herauszufinden, bis du sicher bist und dich dabei wohlfühlst, es mit einer anderen Person zu teilen. Sexualität kann weniger Spaß machen, wenn einem Genderklischees im Weg stehen: Wenn wir gesagt bekommen, dass Jungen nicht schwanger werden können oder dass Mädchen nicht die Führung übernehmen können. Also bleibe offen für Neues, frage welche Worte deine Partner für ihre Geschlechtsteile mögen und akzeptiere, dass einige Stellen Tabu sein können. Wie immer, frage um Erlaubnis, rede respektvoll und mache einen “Sicheren-Sex-Plan”, um das Risiko sexuell übertragener Infektionen zu verringern - Sie können zwischen allen möglichen Körpern wandern! Oh, und natürlich: Viel Spaß!

(in einem Vogelnest) Eine Bemerkung zu Möglichkeiten

Jeder von jedem Gender kann sich zu jedem von jedem Gender angezogen fühlen.

Jeder von jedem Gender kann irgendwo zwischen asexuell und sehr sexuell sein.

Jeder von jedem Gender kann keinen oder mehrere Partner haben!

“Geschlecht, Gender und Orientierung sind alles Einheiten, die sich ändern und ihren eigenen Ausdruck haben können.

-Andi

(zwei Vögel auf einem Strommast) Wir sind ein Hetero-Paar. Einer von uns ist nur eben trans.

Woher weiß ich, ob ich schwul bin?

Inwiefern unterscheidet sich sexuelle Identität von sexueller Orientierung?

“Ich bin Menschen-sexuell.” -Christyna

“Ich fange an zu erfahren, dass mein Gender nicht mit meiner sexuellen Orientierung zusammenhängt, obwohl das lange Zeit der Fall war.” -Sean

“Ich bin einin pangender*, pansexuellin* Studentnin.” -Sincerity  

* genauere Erklärung siehe Glossar

“Gender ist nicht so wichtig. Was wichtig ist, ist dass wir jeden Menschen als ein wunderbares Individuum sehen, mit der Fähigkeit zu lieben und geliebt zu werden.” -Kay

“Ich denke die Leute sollten Andere sich selbst identifizieren lassen… und sie nicht einfach in Schubladen stecken.” -Amanda

(in der Sprechblase eines Vogelbeobachters) Wow, solch eine Vielfalt! Jeder ist einzigartig!


Seite Achtzehn: Der Transgender Überbegriff

[Ein lila Regenschirm über einer Menschenmenge. Auf den Regentropfen über dem Schirm steht: weibliche Frauen, cis, maskuline Männer, cisgender]

cisgender: Menschen, die sich mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde

der Überbegriff, manchmal abgekürzt als Trans*

beschreibt viele Identitäten, die eines gemeinsam haben: In irgendeiner Weise Geschlechterrollen, -ausdrücke oder -erwartungen zu überschreiten oder herauszufordern.

Maskuline Frauen

Androgyne Personen

Feminine Männer

Pangender

MTF (männlich zu weiblich)

FTM (weiblich zu männlich)

Genderfluid, gendervariierend, gendernonkonform

Ambigender

Bigender

Drag Kings, Drag Queens

Drittes Gender

Crossdresser

Transvestit

Intergender

Genderqueer (“Queer” (sprich: Quier) kann als Überbegriff für alle gendernonkonformen Identitäten verwendet werden)

Neutrois

Agender

(Siehe Kapitel “Genderqueer” für Erklärungen einiger dieser Begriffe)

(in Sprechblase) Interessant. Ich bin eine maskuline Frau… heißt das, dass ich transgender bin?

(in Sprechblase) Nö! Niemand kann dir sagen, was deine Identität ist. Das entscheidest nur du!

(unterer Bereich der Seite) All diese neuen Wörter sind vielleicht etwas einschüchternd. Also… warum die Begriffe? Ich denke da an ein Mark Twain Zitat: Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen, ist derselbe Unterschied wie zwischen dem Blitz und einem Glühwürmchen. Glücklicherweise müssen wir all diese neuen Worte nicht auswendig lernen - es gibt schließlich keinen Test! Denke einfach daran, auf jede neue Person offen zuzugehen und sie zu respektieren.

 


Seite Neunzehn: Maskuline Frauen, androgyne Leute und feminine Männer

[3 Kisten mit Pat, Pedro und Zach G.]

[Pat hält einen Baseballschläger und hat einen Hund bei sich]

(in Pats Sprechblase) Als Kind wurde ich immer als Tomboy bezeichnet. Das bin ich immer noch: Ich scheue mich nicht davor, dreckig zu werden, ich trage selten Make-Up und ich habe meinen eigenen kleinen Traktor. Aber Vorsicht: das heißt nicht, dass man einfach annehmen sollte, dass ich lesbisch oder trans bin.

Maskuline Frauen: Jemand, die sich als Frau identifiziert, aber deren Ausdruck der Gender Identität männlich ist.

auch: Tomboy, butch

Vielleicht hast du schon einmal was von diesen Personen gehört: …..G.I. Jane, Rachel Maddow, Audre Lorde, George Kirrin (Fünf Freunde).

[Pedro liest ein Buch und hat eine Ratte bei sich]

(in Pedros Sprechblase) Manchmal wissen Leute nicht, ob sie mich “Frau” oder “Herr” nennen sollen, aber das stört mich nicht. Ich habe viele Jahre lang versucht, entweder als das Eine oder das Andere wahrgenommen zu werden, aber mittlerweile fühle ich mich wohl dabei, irgendwo in der Mitte zu landen.

Androgyne Person: Eine Person, deren Ausdruck ihrer Gender Identität zwischen männlich und weiblich liegt, oder genauso weiblich wie männlich ist.

auch: andro, androgyn

Vielleicht hast du schon einmal was von diesen Personen gehört: ….Ellen, Prince, Marilyn Manson, Ruby Rose

[Zach hält ein Baby und hat eine Katze bei sich]

(in Zachs Sprechblase) Ich habe nie verstanden, warum Jungen mit Autos spielen und die Farbe Pink nicht mögen sollten, und warum Mädchen mit Puppen spielen und Blau nicht gut finden sollten. Ich fand das alles ziemlich blöd, weil ich Lila immer gerne mochte und lieber gemalt habe als irgendwas zu bauen. Später habe ich dann realisiert, dass dieses Verhalten nicht in die engen Boxen gepasst hat, die die Gesellschaft den Geschlechtern zugewiesen hat.

Feminine Männer: Jemand, der sich als Mann identifiziert, aber dessen Ausdruck der Gender Identität weiblich ist.

auch: Gent, Dandy, metrosexuell

Vielleicht hast du schon einmal was von diesen Personen gehört: …. Michael Jackson, Elton John, David Bowie, Captain Jack Sparrow


Seite Zwanzig: Drag Kings und Drag Queens

[Boston interviewt eine Drag Queen im Backstagebereich, ein Drag King ist auf der Bühne]

(in der Sprechblase von Rhonda, der Drag Queen) Ich bin Rhonda und benutze das Label Drag Queen. Auf der Bühne komme ich mit meiner weiblichen Seite in Kontakt.

(in Bostons Sprechblase) Wow, das war eine tolle Show! Und tolle Handschuhe hast du da! Danke für dieses Interview.

(In Rhondas Sprechblase) War mir ein Vergnügen, Darling.

Drag ist eine bewusste und oft sexy Aufführung von Gender für ein Publikum. Es ist Tradition, dass Drag Queens klischeehafte Femininität darstellen; Drag Kings führen genauso übertriebene männliche Stereotype auf.

Dass Leute sich als Person mit einer anderen Gender Identität darstellen, ist im Schauspiel jahrhundertelang benutzt worden. Heute ist es in den queeren Gemeinschaften immer noch wichtig. Drag Shows können zu verschiedenen Zwecken veranstaltet weden: um Geld für die Mastektomie (Entfernung der Brüste) eines Freundes einzubringen, um gute Zwecke zu unterstützen oder auch einfach um die Zuschauer zu unterhalten.

(in Clints Sprechblase) Drag ist einfach MAGIE! Es ist fast schon wie ein Rockstar zu sein. UND wir können anderen damit helfen, sich sicher zu fühlen und zeigen, dass Gender sich ändern und Spaß machen kann! -Clint Torres

(grüner Kasten) In der Umkleidekabine fängt alles an. Kleidung, Haare, Make-Up, Stopfen und Abbinden - das alles formt einen Charakter und dessen Eigenschaften. Auf der Bühne können die Drag Kings und Queens dann oft eine Seite ausleben, die sie im Privaten eher für sich behalten müssen. Diese Aufführungen geben uns eine Möglichkeit, uns selbst zu finden - und Geld zu verdienen.

Drag ist nicht nur Spaß und Übertreibungskunst, es kann auch eine Form von Aktivismus sein. Drag Kings und Queens lenken die Aufmerksamkeit auf Themen wie Identität, Macht, Lust und Privileg.

-Pedro Asty AKA Pasty Pamplemousse

(in Kasten) Meine Drag Persona Freddy Prinz Charming ist ein Teil von mir. Freddy hat Preise gewonnen und ist national bekannt. Ich reise und lese viel, kann mich gut ausdrücken. Ich bin im Moment in einer monogamen Beziehung mit einer fantastischen Frau, die zwei Söhne hat, die mich (und Freddy) akzeptieren. Ich bin Künstler, Entertainer und Schauspieler.

-Freddy Prinze Charming oder auch JC

(in der Denkblase eines Zuschauers) Wow, Drag ist umwerfend!


Seite Einundzwanzig: Crossdresser

[Diese Szene findet in einem Kleiderschrank statt]

(neben einem Foto von Jane) “Als Crossdresser habe ich das Glück, mich sowohl in männlichen als auch in weiblichen Welten wohlzufühlen. Deshalb habe ich mir auch meinen Namen ausgesucht; er bedeutet “Geschenk Gottes”.” -Jane

Nebenbei: Der Begriff “Transvestit” bedeutet im Lateinischen “Jemand, dessen Kleidung Grenzen überschreitet”. Das Wort wurde von Dr. Magnus Hirschfeld in Berlin geprägt, wo er in seinem revolutionären Institut für Sexualwissenschaft arbeitete. Die Einrichtung wurde später von Nazis überfallen und seitdem wird das Wort nicht mehr so oft benutzt, da die Bedeutung sich etwas geändert hat. “Travestie” wird aber des öfteren noch verwendet, um Crossdressing zu bezeichnen. Um aber nicht in irgendein Fettnäpfchen zu treten, benutze einfach den Namen und die Pronomen die deine Freund_innen gerade bevorzugen. Wenn du dir nicht sicher bist, frag einfach!

(in Bostons Sprachblase) Hmm… inwiefern unterscheiden sich Crossdresser von den Drag Kings und Queens von der vorherigen Seite? Kann man auch beides sein?

(im Schrank) Es gibt verschiedene Gründe dafür, dass Jemand (manchmal oder immer) Kleidung tragen möchte, die für eine andere Gender Identität bestimmt ist.

Manchen Leuten macht es einfach Spaß. Für andere ist es ein Weg, ansonsten verbotene soziale Rollen auszuprobieren oder andere Identitäten besser kennenzulernen.

Meine Freundin Jane hat mir erkärt, dass Crossdressing für sie ein Weg ist, einen Teil von ihr nach außen hin auszudrücken. Manche Leute ziehen sich nur Zuhause so an, manche gehen damit auch in die Öffentlichkeit. Egal, welche Option dir besser passt, vergiss nicht: Wie du aussiehst, bestimmt nicht wer du bist.


Seite Zweiundzwanzig: Transfrauen

[Diese Szene zeigt Christina - einmal mit der Kleidung, die sie in der Öffentlichkeit trägt, und einmal mit der, die sie zu Hause anzieht. In der Mitte ist ein trans Symbol mit dem Wort “transgender” darin]

Transfrau

auch: MTF (male to female, deutsch: männlich zu weiblich) transgender

...ist eine Identität, die Leute beschreibt, denen bei der Geburt das männliche Geschlecht zugewiesen wurde. Sie haben aber gemerkt, dass sie weiblich sind. Diese Frauen können natürlich ganz unterschiedlich sein: verschiedene sexuelle Orientierungen, Gesellschaftsschichten und Lebensgeschichten. Eines haben sie aber gemeinsam: Sie möchten als Frauen leben, lieben und arbeiten.

(in Christinas Sprechblase) Ich habe schon gewusst, dass ich ein Mädchen bin, als ich noch klein war, aber habe erst vor kurzer Zeit angefangen, auch so zu leben. Unterstützung bekomme ich dabei von meiner Gemeinschaft.

Einer meiner Freunde ist Chorleiter. Er hilft mir mit wöchentlichen Unterrichtsstunden für meine Stimme.

Haarentfernung mit einem Laser kann schmerzhaft, teuer und notwendig sein.

Man könnte sagen, dass ich mich konservativ kleide. Ich gehe zur Kirche, gehe mit meinem Hund Honeybee Gassi und arbeite als Bänkerin. Ich habe drei erwachsene Kinder, die mich stolz machen.

   

(grüner Kasten, der auf Christina zeigt) sie & ihr

(Kasten, der auf Christinas Hund zeigt) keine Vorlieben, wenn es um Pronomen geht

(Familienfoto) Ostern: Familien Portrait - Das in der Mitte bin ich!

Körperliche Transition

Ich nehme jetzt schon seit 7 Jahren Hormone und man kann die Veränderungen, die das mit sich bringt, gut sehen: der Busen wächst, die Haut wird weicher, und die Körperform verändert sich etwas. Ich nehme jeden Tag 2 Pillen.

Es tut weh, wenn Leute Wörter wie “Transe”, “Mannsweib” oder “Es” benutzen, wenn sie über mich reden.

(in Christinas Sprechblase) Ich schätze mich sehr glücklich, dass meine Familie noch zu mir steht. Ich arbeite freiwillig für ein Spritzenaustauschprogramm bei meiner Kirche mit, um meine Transschwestern zu unterstützen, denen nicht vom Staat geholfen wird.

Ich weiß dass die körperliche Transition nicht das Richtige für jeden ist, aber letzten Februar bin ich nach Thailand gereist, um dort eine geschlechtsangleichende Operation durchführen zu lassen. Es war angsteinflößend unter Narkose gestellt zu werden, aber ich war bereit dafür. Der Heilungsprozess war schwierig, aber ich bin mit dem Ergebnis sehr glücklich.

Ich habe darüber nachgedacht, auch andere Eingriffe durchführen zu lassen, zum Beispiel Brustimplantate oder mein Gesicht richten zu lassen, aber für mich gibt es Wichtigeres. Ich möchte mich jetzt erstmal auf meine Familie konzentrieren.

(in Bostons Sprechblase) Danke! Ich bin froh, dass du deine Erfahrungen mit uns geteilt hast!

 


Seite Dreiundzwanzig: Transmänner

[D.J. arbeitet in seinem Zuhause, steht auf einer Spritze und trägt Alltagskleidung]

Transmann

auch: FTM (female to male, deutsch: weiblich zu männlich) transgender

Körperliche Transition

Mastektomie (Brustentfernung) ist etwas, auf das ich mich freue, muss es mir aber erstmal leisten können. Es gibt viele Methoden, das machen zu lassen. Meine Krankenversicherung zahlt das nicht, deswegen warte ich noch, spare und informiere mich soviel es geht.

Vor-OP/Pre-OP bezeichnet den Körper einer Transperson, die noch keine geschlechtsangleichende Operation gehabt hat. Andere haben das vielleicht schon gemacht (nach-OP/post-OP) oder haben nicht vor, diesen Eingriff machen zu lassen (non-OP).

(In D.J.s Sprechblase) Ich bin sehr glücklich, im Zeitalter des Internets aufgewachsen zu sein. Da ich aus einer Kleinstadt komme, war es sehr gut, dadurch andere wie mich zu finden, die ihre Geschichten geteilt haben.

Ich weiß, dass die Leute neugierig sind, daher hoffe ich, dass sie mich nicht persönlich fragen werden, wenn ich hier einige private medizinische Dinge preisgebe.

Eine genitalangleichende Operation habe ich im Moment nicht geplant. Die Möglichkeiten scheinen ziemlich eingeschränkt zu sein, obwohl einige meiner Freunde gute Ergebnisse hatten.

(in weißem Kasten) Testosteron ist ein Hormon, das in einen Muskel gespritzt oder (seltener) als Creme oder Pflaster aufgetragen werden kann. Ich nehme T jetzt seit 8 Monaten und mir ist aufgefallen, dass ich mehr Muskeln bilde, dass meine Stimme tiefer geworden ist und ich sogar ein paar Barthaare bekomme!!!

Früher habe ich zwei Sport-BHs zum Abbinden genommen, heute habe ich eine spezielle Kompressionsweste.

Packing ist, wenn ich meine Unterhosen ausstopfe. Einige Packer sind gut für Sex, andere helfen mir, im Stehen zu pinkeln.

Man sagt “Kleider machen Leute”. Ich kaufe meistens in der Männer- oder Jungenabteilung. Ich habe gelernt zu nähen, weil es schwierig sein kann, Hosen zu finden, die passen.

Ich benutze maskuline Pronomen (er/ihn/sein)

(In D.J.s Sprechblase) Ich arbeite in einem Supermarkt, während ich mich für eine Ausbildung bewerbe. Ich möchte Anwalt werden. Ich weiß aus erster Hand, wie Frauen behandelt werden und möchte etwas verändern.

(neben dem Foto eines Fußballteams) Als Kind war ich ziemlich niedlich mit Zöpfchen! Heute ist es ziemlich schwierig ein Team zu finden, in dem ich mich dazugehörig fühle.

(in grünem Kasten) Transmänner sind Menschen, die meist bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugeschrieben bekommen und als solches großgezogen werden, und dann später feststellen, dass ihre Gender Identität männlich ist und dass sie ständig als Mann leben möchten.

Es gibt eine große Vielfalt an Menschen, die sich in irgendeiner Weise als transmaskulin identifizieren. Die meisten nutzen maskuline Pronomen, maskuline oder androgyne Namen und möchten eventuell ihre Körper angleichen, damit sie besser zu ihrer Gender Identität passen.


Seite Vierundzwanzig: Genderqueer

[Mel und Boston unterhalten sich in einem blauen Wohnzimmer]

Genderqueer

auch: nichtbinär

Genderqueer beschreibt jene, deren Gender Identität außerhalb des generell akzeptierten Gender Binärsystems liegt. Viele der linksstehenden Identitäten könnten auch als genderqueer bezeichnet werden.

Genderqueere Menschen haben viele verschiedene Arten und Weisen sich auszudrücken. Jemand, der sich als genderqueer identifiziert, kann zum Beispiel nur wenige Hinweise auf Gender zeigen oder ganz viele, vielleicht auch widersprüchliche, auf einmal.

Es geht aber nicht darum, wie jemand aussieht. Was genderqueere Menschen gemeinsam haben ist eine nichtkonforme Genderidentität und eine Ablehnung von Gendersystemen, die sie als zu streng oder einschränkend wahrnehmen.

(in Mels Sprechblase) Hey Boston, wie laufen deine Recherchen? Denk daran, während du eine Menge über all diese Genderidentitäten lernst, dass diese nur die Spitze des Eisbergs sind. Es ist okay, sich einfach als transgender zu identifizieren, eine Kombination dieser Identitäten, überhaupt keine, genderqueer wie ich oder etwas ganz Neues zu erfinden, das dir besser passt!

(in Bostons Sprechblase) Danke Mel… Ich mag “transdrogyn genderqueer” für mich selbst!

(links an einer Pinnwand)

Andere transgender Identitäten

Drittes Geschlecht/Gender beschreibt jene, die sich mit einem (meist nicht-westlichen) Gender identifizieren, das weder männlich noch weiblich ist. Siehe auch “Gender in verschiedenen Kulturen” auf Seite 6!

Agender beschreibt jene, die sich als kein oder ein neutrales Gender identifizieren. Manche präsentieren sich androgyn oder möchten ihre Körper geschlechtsneutraler machen, um besser zu ihrer Identität zu passen. Auch manchmal neutrois genannt.

Pangender beschreibt jene, die sich mit allen Gendern identifizieren.

Polygender beschreibt jene, die sich mit vielen (aber nicht allen) Gendern identifizieren.

Genderfluid beschreibt jene, deren Genderverhalten und -ausdruck sich ändert, je nach Situation und Stimmung. “Fluid” bedeutet “flüssig”.

Bigender beschreibt jene, die zwischen zwei bestimmten Geschlechterrollen wechseln. Zum Beispiel Crossdresser und Dragkünstler.

Intergender beschreibt jene, die sich zwischen den traditionellen männlichen und weiblichen Gendern identifizieren.

Ambigender beschreibt jene, die sich zu einem gewissen Grad mit männlichen und weiblichen Gendern identifizieren.

  

(in lila box) Notiz der Herausgeber: Wir versichern, dass Begriffe Ausgangspunkte für weitere Gespräche und Auseinandersetzung mit dem Thema sind. Ein einziges Wort kann niemals eine ganze Person beschreiben. Du selbst hast wahrscheinlich viele sich überschneidende Identitäten, die nur an der Oberfläche von deiner ganzen Persönlichkeit kratzen. Gender ist ein Teil davon - was sind einige andere?

Außerdem: Wir entschuldigen uns vielmals für den geringen Platz auf diesen Seiten. Wenn du keine Worte findest, die deine Identität beschreiben, dann schreibe sie bitte hier hin!

(auf einem abgerissenen Stück Papier) _____________ beschreibt jene, die_____________________________________________________________________________________________________________________________________________________.


Seite Fünfundzwanzig: Gender in verschiedenen Gemeinschaften

Schau dir die kompletten Umfragen auf Seite 31-34 an!

[eine Gruppe von Leuten, alle haben hat ein Schild mit Informationen über sich selbst. Boston stellt das Projekt vor.]

Ich bin Bibliothekar, also hab ich mich zuerst in Büchern informiert und dann in einer Datenbank voller Artikel. Aber Gender existiert nicht auf dem Papier. Gender ist etwas sehr lebendiges, also habe ich mit 250 Leuten über das Thema geredet und ihnen Fragen gestellt.

Ich habe sie gefragt, wie sie Gender in ihren Gemeinschaften erleben.

Die Antworten waren genauso einzigartig wie die Menschen, von denen sie gekommen sind und umfassen verschiedene ethnische, soziale, kulturelle und religiöse Hintergründe. Lies sie dir einfach mal durch!

Q-roc - In der schwarzen queeren Gemeinschaft ist Gender etwas, das endlich mehr verstanden und akzeptiert wird. Meine Gender Identität wird von nichts und niemandem beeinflusst. Aber dafür, wie ich meine Gender Identität ausdrücke, habe ich mittlerweile tolle Vorbilder, die ihre Männlichkeit zum Ausdruck bringen, ohne Andere zu unterdrücken.

Elissa - Meine Kultur (sozial, trans, atheistisch, arabisch, libanesisch) ist ziemlich konservativ, was Gender und Geschlechterrollen angeht. Ich versuche, mich nicht davon runterziehen zu lassen, aber ich liebe die Akzeptanz und das Gemeinschaftsgefühl, das ich bekomme, wenn ich mich den Regeln anpasse. Es ist recht einfach für mich, das zu tun, aber ich würde trotzdem gerne etwas mehr mit meinem Äußeren experimentieren. Meine Gemeinschaft unterstützt mich also, aber nur, solange ich den Erwartungen entspreche und mich anpasse.

fox - Internet Gemeinschaften [Drupal, Tumblr, Reddit] helfen mir dabei zu akzeptieren, dass ich keine klischeehafte FTM Erfahrungen gemacht habe. Dort gibt es andere, denen es genauso geht und das ist in Ordnung.

KOKUMO - Ich bin eine nicht-weiße Trans-/Intersex-Frau. Ich bin Künstlerin und Gechäftsführerin einer Produktionsfirma.

Zu viele Leute glauben, dass Gender und Abstammung nichts gemeinsam haben. Abstammung bestimmt Geschlechterrollen und somit Erwartungen, die an einen gestellt werden.

Emma - Meine Gemeinschaft [Feministen, Aktivisten, Freunde] unterstützt mich dabei, im Ausdruck meiner Gender Identität flexibel zu sein. Ich fühle mich dort sicher und wohl, aber das ändert sich, wenn ich in anderen Kreisen bin.

Jac - Ich bin in einer konservativen Stadt im mittleren Westen der USA aufgewachsen und lebe dort immer noch. Es gibt hier keine unterstützende Gemeinschaft und keine Hilfe. Genau deswegen und weil ich weiß, wie es ist, von einem so mächtigen System unterdrückt zu werden, will ich unbedingt etwas für die kommenden Generationen verändern.

Alanna - Auch wenn ich mir wünsche, dass es nicht so wäre, stelle ich fest, dass ich in jeder Situation mit mir selbst verhandle. Je nachdem, wo und mit wem ich zusammen bin, zeige ich eine andere Seite meines Genders.

Janet - Als Texanerin weiß ich, dass Frauen generell als weniger wertvoll angesehen werden. Als Heidin ist es genau anders herum. Als Transfrau habe ich beides erlebt.

Mason - Wie ich Gender in meinen Gemeinschaften [Trans, LGBT (lesbisch, schwul, bisexuell, transgender), jüdisch, Recht/Jura] erlebe, verändert sich ständig.

Jane - Medizin: Nur manchmal tolerant. Sogar Psychologen können sich nicht einigen. Christentum: Verschieden. Immer noch viel Verurteilung. Politik: Konservative müssen von Konservativen aufgeklärt werden. Wir werden da gar nichts erreichen, egal was wir versuchen.

Bridge (das Spiel): Größtenteils akzeptierend.

bast - Ich bin eher ein Einzelgänger. Meine Gemeinschaften (asexuell, afroamerikanisch, polyamorös) beeinflussen nicht, wie ich mich identifiziere, aber besonders der asexuelle Teil scheint ganz gut damit zu harmonieren.

Krista - Sogar in Gemeinschaften, in denen man es nicht erwarten würde, erlebe ich Diskriminierung. In der lesbischen Gemeinde zum Beispiel fühlen ich und meine Lieben uns nicht immer sicher, weil manche Leute ausgeschlossen werden und es viel Body Policing* gibt.

*Body Policing bedeutet, dass andere Leuten versuchen dir vorzuschreiben, wie dein Körper auszusehen hat.

Dez - Manchmal muss ich mich hinter den Begriffen ‘männlich’ oder ‘weiblich’ verstecken, um zu überleben und einigermaßen sicher durchs Leben zu kommen. Aber selbst hinter so einer Maske bin ich immer noch ich selbst und das soll auch so bleiben.

Aud - Im Buddhismus gibt es kein Gender als Grundlage für alles andere.

indie - Die Gemeinschaften, zu denen ich gehöre, sind: Queer, obdachlos, Bildung, Kunst, Photographie, Chicano_a, Feminismus… etc.

Ich erlebe Gender in diesen Gemeinschaften als: manchmal schwierig, weil Leute nicht damit klar kommen, dass ich keine Gender Identität habe.

Zuri - Meine Gemeinschaft beeinflusst meine Gender Identität nur insofern, dass meine Identität gefeiert und nicht als Manko angesehen wird.

Senorita Cranky Pants - Ich lebe in einer armenischen Gemeinschaft. Anscheinend zwinge ich die Menschen oft, ihre Erwartungen darüber, wie eine gute Frau sein sollte, zu überdenken und sie machen mir das auch sehr deutlich. Das hilft mir dabei zu verstehen, wie schwierig es ist, in einer Gemeinschaft anders zu sein, ob es jetzt um Gender geht oder um etwas Anderes.


Seite Sechsundzwanzig: Beispiel Zeitstrahl

Eine wahre Geschichte!

[ein Fotoalbum mit Fotos von Alexis. Unten unterhalten sich Alexis und Boston.]

Dein Name: Alexis (zumindest im Moment… es war auch schon Debbie, Art, Jasper, Monique und Shenoa. Manchmal kann es auch immer noch einer von denen sein).

Deine Gender Identität(en): Genderfluid oder vielleicht bigender beschreibt meine Identität am besten, aber das hat sich mit der Zeit auch verändert…. Ich habe mich nicht verändert, nur die Begriffe, die wir benutzen. Bis es das Wort “genderfluid” gab, hat kein Begriff so richtig gepasst.

(ein Babyfoto unter dem “1948” steht)

Ich wurde 1948 in einer kleinen Stadt in Süd Illinois geboren. In den 50ern (besonders als wir 1955 unseren ersten Fernseher bekamen) waren Geschlechterrollen ganz klar definiert. Jungen haben bestimme Sachen gemacht, Mädchen haben bestimmte Sachen gemacht. Jungen zogen Hosen und Anzüge an; Mädchen trugen Röcke, hohe Schuhe und Jeans. (Mädchen durften Jeans tragen, aber keine anderen Hosen. Stell dir das mal vor… die Art der Herstellung hat bestimmt, ob die Kleidung für Mädchen akzeptabel war oder nicht.) Manchmal habe ich mich wie ein Mädchen gefühlt, manchmal wie ein Junge. Das ist auch heute noch so.

1962: Die jungen Jahre

Ich war 14 und Mobbing hat mich dazu gebracht, zu versuchen jemand anders zu sein. Das hat zu meinem einmaligen großen Ausmisten geführt (ich warf alle meine “Mädchensachen” weg). Aber das zu machen, mich selbst zu verleugnen, war schlimmer als das Mobbing. Als ich in der nächsten Woche zurück zur Schule ging, war mir egal was mit mir passieren würde. Wenn ich angegriffen wurde, habe ich mich gewehrt.

Ich bin zu einem Pflichtttreffen mit einem Therapeuten gegangen und habe ihm erklärt, wie ich mich fühlte, so weit von Zuhause weg… Ich habe ihm erklärt, dass ich mich manchmal wie ein Mädchen fühlte und mich dann auch so anzog. Er sagte, “Das ist völlig okay. Sei so wie du bist. Wenn es anfängt dich zu stören, komm nochmal zu mir und wir können darüber reden.” Er hat mir dann erklärt, dass ich ein Transvestit wäre… Die ganze Sache war weniger traumatisch, als ich es mir vorgestellt hätte, und für die folgenden 4 Jahre gab es keine Probleme.

(Zeichnung von Alexis mit Mütze und Kleid, 1966, Purdue)

(Foto von Alexis, 1980)

(in Alexis Sprechblase) Ich glaube die Zeiten, an die ich mich am besten und am liebsten erinnere, sind die Zeiten in denen ich voll und ganz so akzeptiert wurde, wie ich bin. Es passiert oft, dass ich auf einer Party oder beim Shoppen oder bei irgendeiner Veranstaltung bin, und dann realisiere ich, dass ich vollkommen als weibliche Person akzeptiert werde.

Über die Zukunft nachzudenken macht Angst, ist aber auch aufregend. Ich werde wohl einfach versuchen Spaß zu haben!

(in Bostons Sprechblase) Wow, Alexis, danke für deine Antworten.


Seite Siebenundzwanzig: Versetz’ dich in unsere Lage

[ein lila Brettspiel auf dem einige häufig vorkommende Lebenserfahrungen dargestellt sind]

Stell dir vor, du wärst ein Gender, das du nicht bist. Wenn du ein Junge bist, wie wäre es, ein Mädchen zu sein? Wenn du ein Transmann bist, wie wäre es, eine Drag Queen zu sein? Nimm dir einen Moment Zeit, um zu überlegen, wie diese Bereiche deines Lebens beeinflusst würden.

Lass uns ein Gedankenexperiment machen!

Start!

(auf Transparenten über der Wiege) Es ist ein Junge! Es ist ein Mädchen!

Selbsterkenntnis

Wann hast du dein Gender gefunden? Gab es irgendwelche Hürden, die du überwinden musstest, um dich selbst zu finden?

(in einem Haus) Familie

Wird dich deine Familie wegen deines neuen Genders anders behandeln? Wie beeinflusst es eure Beziehung?

Rechtliche Angelegenheiten

Stimmen alle deine Papiere mit deinem Gender überein? Wie könntest du sie angleichen (wenn nötig)?

Coming-out

Möchtest du anderen Leuten dein Gender mitteilen? Wie würdest du das tun?

Schule/Universität

In welchen Wohnheimen würdest du leben? Würdest du dich in einer reinen Mädchen- (oder Jungen-) schule wohlfühlen?

Wilde Vermutungen

Was würden Leute aufgrund deines Genderausdrucks denken? Stimmt das?

Jobs

Öffnet dein anderes Gender Türen zu Arbeitsplätzen? Sind einige Stellen mit deinem neuen Gender nun schwerer zu bekommen?

Religion

Kannst du verschiedene Aufgaben in deiner Glaubensgemeinschaft übernehmen? Wirst du dich gut aufgenommen fühlen?

Beziehungen

Müsstest du neuen Partnern irgendetwas offenbaren? Ändert dein neues Gender deine sexuelle Orientierung?

Gefängnis

Könnte dein neues Gender dir Probleme mit dem Gesetz bringen?

Psychologie

Wie fühlst du dich mit deinem neuen Gender? Wie könntest du die Veränderungen verarbeiten?

Ärzt_innen

Wäre ein Coming-out gegenüber deinen Ärzt_innen nötig? Bräuchtest du Veränderungen, um dich in deinem Körper wohlzufühlen?

Der Verstorbenen gedenken...

Hast du Freunde, die wegen ihres ähnlichen Genders gestorben sind? Wirst du wegen deines neuen Genders Teil einer anderen Risikogruppe für Krankheiten, Gewalt oder Suizid? Warum oder warum nicht?

Öffentlichkeit

Hat dein neues Gender Einfluss darauf, wie du dich in der Öffentlichkeit bewegst? Fühlst du dich sicherer oder weniger sicher?

Selbstwertgefühl

Hast du wegen deines neuen Genders mehr oder weniger Selbstwertgefühl?

Gesellschaftliche Akzeptanz

Wie oft erfährst du Belästigungen, Gewalt oder Diskriminierung wegen deines neuen Genders?

Selbstverwirklichung

Welche Hürden musst du überwinden, um mit diesem Gender wirklich du selbst zu sein?


Seite Achtundzwanzig: Versetz’ dich in unsere Lage, Teil 2

[grünes Brettspiel, ist genauso aufgebaut wie das auf der vorherigen Seite]

Hier sind ein paar interessante Fakten und Umfrageantworten, um dir mit deinem Gender-Gedankenexperiment zu helfen.

Start!

(auf Transparenten über der Wiege) Es ist ein Junge! Es ist ein Mädchen!

Selbst-Entdeckung

Kinder drücken ihre Gender-Identität aus, sobald sie anfangen zu reden.12

Familie

Gender-nonkonforme Kinder mit Eltern, die sie akzeptieren, sind 53% seltener von Suizid betroffen und haben 52% seltener Depressionen.18

Rechtliches

Es kann für Transleute teuer und zeitintensiv sein, ihren richtigen Namen und die richtige Gender-Identität auf allen wichtigen Dokumenten vermerken zu lassen. In Deutschland muss man zum Beispiel 2 Gutachten von Spezialisten vorlegen, die bestätigen, dass man tatsächlich transgender ist, bevor man seine Dokumente anpassen lassen kann.

Coming-out

Ein Coming-out kann eine Beziehung und das Vertrauen stärken, aber es kann sie auch gefährden.

Schule

Wenn Kinder gemobbt werden ist das oft, weil sie nicht den typischen Gendernormen der Gesellschaft entsprechen.

Wilde Vermutungen

“Wenn ich Leuten sage, dass ich eine Transfrau bin, nehmen sie oft an, dass ich so bin wie die Drag Queens, die sie im Fernsehen sehen.” -Umfrage

Jobs

In einer Studie kam heraus, dass das Einkommen von Transmenschen 4 mal wahrscheinlicher auf oder unter der Armutsgrenze liegt als das von Cismenschen, obwohl die Qualifikationen der Transmenschen sehr viel besser waren als die der anderen Leute in der Studie.17

Religion

Manche Glaubensrichtungen haben sehr strenge Richtlinien was Geschlechterrollen angeht. Gendernonkonforme Menschen können sich in manchen Gemeinden sicher fühlen, in anderen nicht. Aber einige Religionen machen es mittlerweile zu ihrer Mission, alle Menschen zu akzeptieren.

(Romantische) Beziehungen

Ich habe wirklich Glück, eine Wohnung und eine wunderbare Beziehung mit meinim besten Freundnin, treuestim Unterstützernin und feurigstim Liebhabernin zu teilen. Zusammen definieren wir Leben, Lieben und Gemeinschaft für uns und alle um uns herum neu.” -Krista

Gefängnis

In manchen Orten in Nordamerika ist Crossdressing immer noch illegal12.

Psychologie

“Ich musste Medikamente nehmen, weil ich wegen meines Transseins Angst hatte und mich geschämt habe.” -Umfrage

Ärzt_innen

Je nachdem, wo du wohnst, kann es schwierig sein, Zugang zu ärztlichen Leistungen zu bekommen. Mehr als die Hälfte der transgender Bevölkerung in Nordamerika lebt mit unzureichender medizinischer Versorgung. 13

Der Verstorbenen gedenken...

Suizidquoten sind bei Transmenschen höher als bei der Durchschnittsbevölkerung. (41% vs. 1,6%). In 2010 gab es mindestens 6 bestätigte Suizide in den USA, die passierten,  weil Teenager wegen ihrer Gender-Identität in der Schule gemobbt wurden. Das war für uns einer der wichtigsten Gründe dafür, dieses Buch zu schreiben. Informiere dich im Internet über den “Transgender-Tag der Erinnerung”. Vielleicht findet ja ein Gedenkgottesdienst in deiner Nähe statt.

Öffentlichkeit

“Ich benutze immer Familien- oder Unisex-Toiletten, damit ich mich nicht zwischen gegenderten Toiletten entscheiden muss. In manchen Staaten hilft das auch dabei, nicht gegen das Gesetz zu verstoßen.”

Selbstwertgefühl

“Es hat mich viel Kraft gekostet, meine Transition durchzuziehen und mich selbst zu lieben...

Gesellschaftliche Akzeptanz

...aber manchmal wird es zu viel, anderen Leuten alles immer wieder und wieder zu erklären, und ich möchte gar nicht mehr das Haus verlassen.” -Kokomo

Selbstverwirklichung

“An jeden der transgender ist… Ich würde mit dir befreundet sein wollen, weil Transmenschen mit so viel zu kämpfen haben und es ihnen echt schwer gemacht wird. Wenn man so etwas durchmacht, ändert das mit der Zeit die Denkweise.” Scott


Seite Neunundzwanzig: Herausforderungen und Fazit

[Die Gender Buch Autoren sagen einige ermutigende Worte]

(in Sprechblasen) Die Welt wird langsam aber sicher aufgeschlossener, aber es scheint, als ob man trotzdem noch in verschiedene Rollen schlüpfen muss. um akzeptiert und integriert zu werden.

Egal wie du dich identifiziert, du bist WUNDERVOLL!

Höre nie auf zu lernen und hab keine Angst eine Welt zu erschaffen, in der du gerne leben möchtest! Akzeptanz, Toleranz und ein Grund, Menschen so zu nehmen, wie sie sind, sind das, was Gender so toll macht.

(in Kästen, über die ganze Seite verteilt)

Gender ist keine Linie mit einem Mann an einem, einer Frau am anderen Ende und Transmenschen in der Mitte. Es ist keine Linie und auch kein Spektrum, es ist ein Ozean und jede Person fängt einen anderen Fisch oder überhaupt keinen. -Ari

Gender Identität sollte keine große Sache für Außenstehende sein. Wir sind alle hier, menschlich und gleich viel wert. -Dezmond

Geschlechterrollen sind genauso schlecht für Männer wie für Frauen. Gender sollte ein Büffet sein, wo sich jeder das aussucht, was sie_er möchte. Und man kann immer noch mehr aussuchen und kombinieren, wie man es mag. -Elizabeth

Es ist ein Thema über das mehr gesprochen werden sollte! -Cait

Behandle Leute so, wie du gerne behandelt werden möchtest! -Johanna

Es ist schwierig für mich in Worte zu fassen, was Gender für mich bedeutet. Es gibt mir die Möglichkeit, zu sein wer ich bin, aber es ist nur eine der vielen Herausforderungen, die ich im Laufe eines Tages meistern muss. Es ist quasi die Basis und darauf kann ich mein Traumhaus bauen. -Josie Katt

Sei du selbst und lass alles raus, sei es maskulin oder feminin oder keines von beidem oder beides! Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, wirst du feststellen, wer du wirklich bist und wie du dich am wohlsten fühlst.

Carlos


Seite Dreißig: Wie man ein_e gute_r Unterstützer_in sein kann

Für die Transgender Gemeinschaft

Unterstützer_in oder Ally: Jemand, der die Rechte anderer Gruppen und Menschen unterstützt.

(Ally (Englisch, sprich Ällei) bedeutet “Verbündete_r”)

[Das Transsymbol in der Mitte und geöffnete Notizbücher an der Seite]

“Als Erstes, richte keinen Schaden an.”

Niemand verletzt gern ungewollt anderer Leute Gefühle. Hier sind ein paar einfache Dinge, die du tun kannst, um sicher zu gehen, dass du die Leute um dich herum respektvoll behandelst. Prüfe deine Vorurteile & achte auf die folgenden Punkte.

Benutze passende Sprache für jemanden nach dem Gender, das sie_er gerade ausdrückt oder benutze genderneutrale Sprache und den Namen der Person, bis du dich höflich vergewissern kannst, welche gegenderte (oder ungegenderte) Sprache die Person bevorzugt.

Es ist okay, höflich nach Pronomen zu fragen, aber...

es ist nicht in Ordnung, Fremde nach ihren Genitalien, Medikamenten oder Operationen zu fragen, weil…

einige Dinge einfach privat sind, und das ist okay. Respektiere das und denke daran…

nicht Jeder steht dir als wandelndes Lexikon zur Befriedigung deiner Neugier zur Verfügung. Frag erst nach. Und…

wenn du falsche Vermutungen angestellt hast, entschuldige dich und mach es in Zukunft besser. Mach es dir zur Aufgabe, ganz besonders darauf zu achten, dass du die Gender Identität der Person akzeptierst und respektierst.

Danke!

Sei ein Gendergerechtigkeitssuperheld!

Verändere die Welt zum Positiven, wenn andere Dinge dir leicht fallen oder du in einer privilegierten Position bist. So wirst du ein richtig guter Unterstützer:

Sei ganz normal, rücksichtsvoll und freundlich.

Hör niemals auf zu lernen. Teile dein Wissen.

Toleriere keine diskriminierenden Witze oder diskriminierende Äußerungen.

Unterstütze politische Bewegungen, die auf Gender aufmerksam machen und sich für die Sicherheit und Rechte von Gender Minderheiten einsetzen.

“Ich lerne mit der Zeit mehr über die Leute um mich herum - frage immer nach, wenn es nötig ist. Es ist nicht immer einfach, daran zu denken, die richtigen Pronomen zu benutzen, aber ich glaube, dass es ganz wichtig und notwendig ist.” - Helen R.


Seite Einunddreißig: Schreib’ ins Buch!

[rote Seite mit einigen Spielen und Platz zum Malen]

(im Notizbuch) Mach’ deine eigenen Genderidentitätsspiele

Trage einen Hut, der für eine Person mit einer anderen Gender-Identität als deiner eigenen gemacht wurde.

Schreibe ein Gedicht über deine Gender-Identität.

Zeichne dich selbst als Gendersuperheld_in.

Übe xier/nin/sei/hän Pronomen an deiner Katze.

Schreibe eine Geschichte über jemanden, der eine andere Gender Identität hat als du.

Kleide dich für einen Tag mädchenhaft!

(Malbereich) Schreibe auf, wie Gendergerechtigkeit für dich idealerweise aussehen sollte.

(in Wolke) Ich wünsche mir…

Mal den Regenbogen an!

(Labyrinth) Hilfe! Unser Freund Boston kann die geschlechtsneutrale Toilette im Museum nicht finden. Kannst du helfen?

Warum könnte es sein, dass manche gender-nonkonforme Menschen gerne geschlechtsneutrale oder Einzeltoiletten hätten?

(Bei dem Damentoilettenzeichen) Bin ich hier falsch?

(auf einem Blatt Papier)

Anleitung zur weiteren Gender-Erkundung

1. Wie würdest du deine Gender-Identität beschreiben, nachdem du dieses Buch gelesen hast?

Ich identifiziere mich als…

So drücke ich es aus:

2.Was hat dich dazu motiviert dieses Buch zu lesen?

3. Male ein Bild, das dein Verstehen von der Beziehung zwischen Gender Identität, Gender Ausdruck und Wahrnehmung von Gender zeigt.

4. War etwas in diesem Buch überraschend oder neu?

5. Mit welcher Person in diesem Buch konntest du dich am besten identifizieren?

6. Inwiefern sind Sexualität und Gender Identität unterschiedlich?

Inwiefern sind sie miteinander verbunden?

7. Welche Fragen hast du noch, nachdem du dieses Buch gelesen hast?

Wie kannst du sie beantworten und mehr über die Themen herausfinden, die dich interessieren?

8. Erstelle eine Liste von 5 Leuten, für die es hilfreich sein könnte, dieses Buch zu lesen.

9. Wenn du ein Gender Superheld wärst, was wäre deine Superkraft? Was deine Schwäche? Wer ist dein Erzfeind?

10. Was würdest du zu diesem Buch hinzufügen?

Nutze diese Fragen für deinen Bücherklub, deine Gemeinde oder einfach deine eigene Horizonterweiterung!


Seite Zweiunddreißig: Umfrageantworten

[Umfragebögen auf Notizpapier]

Zur Info: Diese Umfragen sind nur einige von vielen, die wir gesammelt haben. Schau mal auf www.thegenderbook.com/survey-results um alle zu sehen!

Ich heiße… Mel Reiff Hill

Ich beschreibe meine Gender Identität als… genderqueer, transmaskulin, Drag King, Junge

Meine Pronomen sind… er oder they, bitte

Ich glaube, dass Gender… interessant ist. Ein Puzzle, das sich dauernd verändert.

Die Gemeinschaften zu denen ich gehöre sind… hauptsächlich Queer, Drag und die Bay Area Gemeinschaften

Ich erfahre Gender in meinen Gemeinschaften als… Queers sind nicht perfekt, aber offen für jede Erweiterung ihres Horizonts. Drag ist super und verständnisvoll und die Bay Area im Allgemeinen ist sowieso ganz anders, als mein Zuhause in Texas!

Ich glaube, dass Leute nicht verstehen, dass… es männlich, weiblich und auch ganz viel dazwischen gibt. Und dieses Dazwischen interessiert mich: zwischen männlich und weiblich (und darüber hinaus) Platz zu machen, sodass Leute so sein können, wie sie sich am besten fühlen.

Eine Frage, die ich gerne in der Umfrage gehabt hätte, ist… was ist deine liebste Eiscremegarnierung?

Meine Antwort auf diese Frage ist… M&Ms, weil die hübsche Regenbogenmuster machen wenn man daran leckt.

Ich heiße… Carroll

Ich beschreibe meine Gender Identität als… feminin

Meine Pronomen sind… sie/ihr

Ich glaube, dass Gender… sehr persönlich ist und nur deshalb Label hat, damit andere uns besser verstehen können.

Die Gemeinschaften zu denen ich gehöre sind… The Body of Christ (eine Kirche), meine Familie (nahe und entfernte Verwandte), einige sehr verständnisvolle Freunde, die Community der psychischen Gesundheit

Ich erfahre Gender in meinen Gemeinschaften als… etwas, das sehr von denen beeinflusst wird, die um mich herum sind. Je offener und verständnisvoller die Leute sind, desto wohler fühle ich mich dabei, wirklich ich selbst zu sein. Ich erfahre meine Gender Identität oft auf dem ganzen wundervollen Spektrum, aber es ist schwierig, Leute zu finden, die für diese Idee vom Genderspektrum offen sind, zumindest da, wo ich wohne.

Ich glaube, dass Leute nicht verstehen, dass… selbst Leute, die cisgender sind (so wie ich), durch einen Entdeckungsprozess mit sich selbst gehen müssen. Ich habe jahrelang damit gekämpft herauszufinden, was meine Gender Identität für mich bedeutet und habe erst vor Kurzem angefangen, mich mit dem, was ich bin, wohlzufühlen. Ich habe mich unter Druck gesetzt gefühlt, ein Tomboy zu sein, habe mich unwohl damit gefühlt, ein Mädchen zu sein. Es ist ein schwerer und einsamer Weg, auch wenn ich mich letztendlich nicht als Queer identifiziere. Ich denke, es gibt zu viele Erwartungen darüber, wer welche Probleme im Leben haben wird. Mit der eigenen Gender Identität zu kämpfen, kann jedem passieren.

Eine Frage, die ich gerne in der Umfrage gehabt hätte, ist… wann und wo hast du vom Genderspektrum erfahren?

Meine Antwort auf diese Frage ist… dass ich von der Idee des Genderspektrums (im Gegensatz zum Gender Binärsystem) vor ein paar Monaten von einim Freundnin erfahren habe, die_er androgyn ist. Xier hat mir das Leben in der Queer Community erklärt, wie wichtig es ist die richtigen Pronomen zu verwenden, und die Basics des Genderspektrums. Es ist super xien als Freund und Informationsquelle über die LGBTQIA* Community zu haben.


Seite Dreiunddreißig: weitere Umfrageantworten

Ich heiße… Jac

Ich beschreibe meine Gender Identität als… butch

Meine Pronomen sind… sie, ihr

Ich glaube, dass Gender… blöd ist.

Die Gemeinschaften zu denen ich gehöre sind… Leute die Anime schauen, Videospiele spielen, Webcomics lesen und zu viel Zeit im Internet verbringen

Ich erfahre Gender in meinen Gemeinschaften als… Eine Form des Protests

Ich glaube, dass Leute nicht verstehen, dass… jemandes Ausdruck nicht unbedingt deren Gender repräsentiert, aus welchen Gründen auch immer.

Eine Frage, die ich gerne in der Umfrage gehabt hätte, ist.. Das Geschlecht, das mir bei der Geburt zugewiesen wurde ist...

Meine Antwort auf diese Frage ist… männlich

Ich heiße… Mom

Ich beschreibe meine Gender Identität als… weiblich

Meine Pronomen sind… ihr/sie/Boss

Die Gemeinschaften zu denen ich gehöre sind… Baptistin/Lehrerin/Ehefrau/Juwelierin, Mutter eines gendernonkonformen Menschen

Ich erfahre Gender in meinen Gemeinschaften als… “Ich bin wer ich bin. Ich akzeptiere die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von anderen. Mein Kind beschreibt mich als offene, liberale Konservative.”

Ich glaube, dass Leute nicht verstehen, dass… Gott jeden von uns so gemacht hat, wie er uns haben will.

Eine Frage, die ich gerne in der Umfrage gehabt hätte, ist... Wie baue ich eine Beziehung zu meiner Tochter auf, die es in Erwägung zieht, eine Transition zu einem Sohn zu durchlaufen? Wie nenne ich jetzt mein Kind, das ich bis jetzt immer stolz meine Tochter genannt habe? Ich bin keineswegs weniger stolz - nur etwas verwirrt.

Meine Antwort auf diese Frage ist... Das A und O ist - es ist immer noch mein Kind, das ich liebe. Wie ich den Rest akzeptiere und damit klarkomme, werde ich schon noch herausfinden.


Seite Vierunddreissig:  weitere Umfrageantworten

Ich heiße… Nicole

Ich beschreibe meine Gender Identität als… femme Transfrau

Meine Pronomen sind… sie und ihr

Ich glaube, dass Gender… und damit zu spielen Spaß machen kann!

Die Gemeinschaften zu denen ich gehöre sind… weiß, amerikanisch, lesbisch, trans, athlethisch, geeky

Ich erfahre Gender in meinen Gemeinschaften als… etwas, das ich bewusst und unbewusst ändern kann, je nachdem wo ich bin und wie ich mich fühle. Manchmal bin ich gerne butch und sportlich, manchmal lieber femme und stylish.

Ich glaube, dass Leute nicht verstehen, dass…man sein Gender sein und ausdrücken kann, wie man will.

Eine Frage, die ich gerne in der Umfrage gehabt hätte, ist… Gibt es etwas, von dem du denkst, dass es deine Gender Identität gut repräsentiert? Was ist es? (Kleidung, Geschichte, Lied, oder Ähnliches)

Meine Antwort auf diese Frage ist… Mein Fahrrad. Es ist sportlich und butch, aber auch stylish und femme. Und Teile davon können so verändert werden, wie ich es möchte.

Ich heiße… Col

Ich beschreibe meine Gender Identität als… soft butch oder AG (aggressiv) Femme.

Meine Pronomen sind… sie, ihr

Ich glaube, dass Gender… das ist, wie man sich im Inneren fühlt und wie man es nach außen hin ausdrückt.

Die Gemeinschaften zu denen ich gehöre sind… Kunst und Kultur, alternative Musik, die lesbische Community und manchmal die schwarze Community.

Ich erfahre Gender in meinen Gemeinschaften als... etwas, wovon viel Druck ausgeht, eine sehr erfolgreiche und wohlhabende Frau zu werden, um in einer Männerwelt wahrgenommen zu werden. Ich denke aber nicht, dass ich reich werden muss, um wahrgenommen zu werden. Ich muss einfach nur ich selbst sein.

Ich glaube, dass Leute nicht verstehen, dass… nur man selbst entscheiden kann, wer oder was man ist. Und das kann noch so viel Hass und Ignoranz nicht ändern.

Eine Frage, die ich gerne in der Umfrage gehabt hätte, ist… Wann hast du dich entschieden, dich selbst zu akzeptieren?

Meine Antwort auf diese Frage ist… Als ich keine Lust mehr darauf hatte, mir von anderen meine Identität vorschreiben zu lassen.

 


Seite Fünfunddreißig: Glossar

Wohlgemerkt: Alle Seitenzahlen beziehen sich auf die Seiten im illustrierten GENDER Buch.

[Die Seite besteht aus Definitionen auf Ordnern und Karteikarten]

Unterstützer - Eine Person, die ihren sozialen Einfluss und ihre Privilegien dazu benutzt, Teile der Gesellschaft zu unterstützen, zu denen sie selbst nicht gehört. Schau auf Seite 30, um zu lernen, wie du selbst eine_r sein kannst!

Biologisches Geschlecht - Die Beschreibung der biologischen Merkmale einer Person. Dazu gehören Reproduktionsorgane, Hormone und Chromosomen. Siehe Seite 8.

Drag King oder Drag Queen - Ein_e Performancekünstler_in die_r Gender als Medium der Kunst und Entertainment nutzt. Manchmal sogar gut für Aufklärungsarbeit! Schau dir die Drag Show auf Seite 20 an.

Cisgender meint einen Menschen, dessen Gender Identität zu dem Geschlecht passt, was ihm bei der Geburt zugewiesen wurde. Schau auf Seite 12, um ein Beispiel zu sehen.

Crossdresser - Eine Person, die Kleidung trägt, die für eine andere Gender Identität gemacht wurde, ohne sich immer mit dieser Gender Identität zu identifizieren. Zum Spaß, um sich selbst auszudrücken oder einfach weil es sich gut anfühlt. Siehe Seite 21.

Gender - Ein soziales System das Leuten, Farben, Jobs, Hobbies und sogar Frisuren männliche und weibliche Eigenschaften zuteilt. Diese Eigenschaften können sich mit der Zeit verändern und unterscheiden sich in verschiedenen Kulturen.

Gender-Audruck - Wie man seine Gender Identität ausdrückt, besonders anderen gegenüber. Dies kann durch Verhalten, Kleidung, Haarschnitt, Stimmlage oder andere Formen des Ausdrucks passieren. Schau auf Seite 14 um mehr zu erfahren.

Gender Binärsystem - Die Idee, dass es nur 2 Gender Identitäten gibt: männlich und weiblich. Siehe Seite 11 um über Kritik an diesem System und über Alternativen zu lesen.

Gender-Dysphorie - Ein diagnostischer Begriff, der das Unwohlsein meint, das eine Person wegen ihrer Gender Identität fühlen kann. Dies kann auch dadurch hervorgerufen werden, wie andere Menschen ihre Gender Identität wahrnehmen.

Gender Identität - Wie eine Person ihre eigene Identität wahrnimmt. Man könnte sich zum Beispiel so beschreiben: Ich bin… maskulin, androgyn, butch, agender, femme, macho und so weiter. Siehe Seite 13 für ein tolles Spiel über verschiedene Identitäten.

Geschlechterrollen - Erwartungen gegenüber einem Gender, beeinflusst von Eltern, Gleichaltrigen, Kultur und Gesellschaft. Finde auf Seite 4 etwas über deine eigenen Erwartungen heraus.

(Pfeil)  weiter auf der nächsten Seite


Seite Sechsunddreißig: Glossar, Teil zwei

[aufgebaut wie die vorherige Seite]

Gender-nonkonform - Genderqueer, gender-variierend, Genderbender, geschlechtsneutral und genderfluid beschreiben Menschen, die mit dem binären System Probleme haben. Sie können sich mit maskulinen und femininen Gendern, weder maskulinen noch femininen Gendern, einer Kombination der beiden oder etwas ganz anderem identifizieren. Siehe auch Seite 24 für mehr Informationen über diese und ähnliche Gender Identitäten.

Genderspektrum - Ein Spektrum, das von sehr männlich zu sehr feminin reicht. Dazu gehören auch alle Identitäten, die dazwischen liegen. Inklusiver als das Gender Binärsystem, aber es schließt auch nicht alle existierenden Geschlechtsidentitäten mit ein. Siehe Seite 11 für dieses und andere Systeme.

Intersexuell - Eine Person, deren biologische Geschlechtsmerkmale (Chromosomen, Hormone, Genitalien, etc.) nicht ausschließlich männlich oder weiblich sind. Manche intersexuelle Leute identifizieren sich als transgender, andere nicht. Siehe Seite 9.

Passing - Wenn Fremde den äußerlichen Ausdruck deines Geschlechts richtig deuten. Siehe Seite 15.

Sexuelle Orientierung - Unsere romantische und/oder sexuelle Anziehung zu Menschen einer oder mehrerer Gender Identitäten. Sexuelle Orientierung und Gender Identität sind zwei verschiedene, aber miteinander verwandte Bestandteile unserer Identität.

Transgender meint einen Menschen, dessen Gender Identität größtenteils nicht mit dem Geschlecht übereinstimmt, das ihm bei der Geburt zugeschrieben wurde. Transmenschen können ihr Transsein in verschiedenen Facetten erleben: Gesellschaftliche Transition, hormonelle Transition, operative Transition oder eine Kombination dieser Möglichkeiten.

Transfrau oder auch MTF (male to female, im Deutschen: männlich zu weiblich) - Eine Person, der bei der Geburt das männliche Geschlecht zugewiesen wurde, die sich aber als weiblich identifiziert. Triff Christina auf Seite 22.

Transmann oder FTM (female to male, im Deutschen: weiblich zu männlich) - Eine Person, der bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde, die sich aber als männlich identifiziert. Triff DJ auf Seite 23.

Transition - Der Prozess, den manche Leute durchlaufen, um den äußerlichen Ausdruck ihrer Gender Identität mehr an das anzupassen, als das sie sich identifizieren. Eine Transition kann viele verschiedene Formen haben und ist oft sehr persönlich und privat. Siehe Seite 22-23.

Transphobie - Angst, Wut, Unwohlsein oder Ekel gegenüber Leuten, die nicht den Erwartungen entsprechen, die die Gesellschaft aufgrund ihres Geschlechts an sie stellt. Das kann Belästigung, Diskriminierung und Gewalt beinhalten. Siehe Seite 15 und 28.


Seite Siebenunddreißig: Fußnoten

[auf einer Seite, die aus der GENDER Buch Schreibmaschine kommt]

1. American Standard Version. Bible Gateway. Web. 25 Oct. 2011

2. Williamson, Allen. Primary Sources and Context Concerning Joan of Arc’s Male Clothing. Historical Association for Joan of Arc Studies, 2006. Joan of Arc Primary Sources Series (Online Edition), no. PSS021806. Web. 10 Nov. 2011.

3. “Two Spirited Gathering.” CBC.ca. CBC Radio-Canada. 1 Sept. 2011. Web. 21 Oct. 2011.

4. Wilhelm, Amara Das. Tritiya-Prakriti: People of the Third Sex: Understanding Homosexuality, Transgender Identity, and Intersex Conditions Through Hinduism. Philadelphia: Xlibris Corporation, 2008. Digital file. 18 Aug. 2013.

5. Hardman, Amanda. “Classic Maya Women Rulers in Monumental Art,” Totem: The University of Western Ontario Journal of Anthropology: Vol. 14: Iss. 1, Article 3. 2006. Web. 21 Oct. 2011

6. Knight, Kyle. “What We Can Learn From Nepal’s Inclusion of ‘Third Gender’ on Its 2011 Census.” NewRepublic.com. The New Republic. 18 July 2011. Web. 30 Oct. 2011.

7. Tovrov, Daniel. “Poland: Transsexual and Openly Gay MPs Sworn into Parliament for First Time.” International Business Times. IBT Media Inc. 8 Nov. 2011. Web. 28 Nov. 2011.

8. “Third gender.” Wikipedia: The Free Encyclopedia. Wikimedia Foundation, Inc., 17 Oct. 2010. Web. 20 Oct. 2010.

9. “How Common Is Intersex?” isna.com. Intersex Society of North America. 2008. Web. 19 Jan. 2012. (See also Accord Alliance) <http://www.isna.org/faq/frequency>

10. Winfield, Cynthia L. Gender Identity: The Ultimate Teen Guide. Maryland: Scarecrow. 2006. Print.

11. Human Rights Council. Report of the Special Rapporteur on torture and other cruel, inhuman or degrading treatment or punishment, Juan E. Méndez. United Nations A/HRC/22/53. 1 Feb. 2013. Web. 12 February 2013.

12. Brill, Stephanie and Rachel Pepper. the Transgender Child: A Handbook for Families and Professionals. Berkeley: Cleis, 2008. Print.

13. Massarella, Carys. “Transgender Care and a Positive Trans Identity.” Tedx McMaster University. 5 June 2012. Web. 30 Aug. 2013.

14. “Know Your Rights - Transgender People and the Law.” ACLU.org. American Civil Liberties Union. 24 April 2013. Web. 29 Aug. 2013.

15. Grant, J. M. et al. Injustice at Every Turn: A Report of the National Transgender Discrimination Survey. Washington: National Center for Transgender Equality and National Gay and Lesbian Task Force. 2011. Web. 12 Jan. 2012.

16. “Two more gay teen suicide victims - Raymond Chase, Cody Barker mark 6 deaths in September.” LGBTQnation.com. LGBTQ Nation. 1 Oct. 2010. Web. 3 Oct. 2010.

17. Grant, J. M. et al. Injustice at Every Turn: A Report of the National Transgender Discrimination Survey. Washington: National Center for Transgender Equality and National Gay and Lesbian Task Force. 2011. Web. 12 Jan. 2012.

18. Travers R, Bauer G, Pyne J, Bradley K, for the Trans PULSE Project; Gale L, Papadimitriou M. Impacts of Strong Parental Support for Trans Youth: A Report Prepared for Children’s Aid Society of Toronto and Delisle Youth Services. 2 October, 2012. Web. 2 Sept. 2013.

19. “Hannah Snell” Wikipedia: The Free Encyclopedia. Wikimedia Foundation, Inc., 27 May 2011. Web. 27 May 2011.


Weiterführende Lektüre

[Weitere Informationsquellen in einem Bücherregal]

Denke daran, dass dieses Buch nur der Anfang deines Wissens über Gender ist! Schau dir ein paar dieser Bücher, Gruppen, Artikel und Websites an, um noch mehr zu lernen.

Auf Deutsch:

http://transgenialefantifa.blogsport.de/images/Maedchen_Junge_Pony_Erste_Auflage.pdf

Mädchen? Junge? Pony? Eine Broschüre über Trans* und Gender (nicht nur) für junge Leute

http://nonbinarytransgermany.tumblr.com/about

Nonbinary Trans Germany, ein Blog mit allen möglichen Informationen von und für nichtbinäre und binäre Transmenschen hauptsächlich im deutschsprachigen Raum

https://www.youtube.com/channel/UCIGKcYN2EcVHqfJ9vvDBibg

Tariks Genderkrise: Ein YouTube-Kanal über Gender und Sexualität

https://annaheger.wordpress.com/2013/09/16/comiczine-xier/

“Xier” erklärt

http://www.liminalis.de/2008_02/Liminalis-2008-Sylvain-Balzer.pdf

“Nin” erlärt

https://highoncliches.wordpress.com/2011/12/11/glossar/

“Hän” erklärt

http://keimform.de/2013/freie-quellen-1/

“Sei” erklärt

Gruppen:

http://www.transsexuell.de/adr-shg.shtml

Liste mit Transselbsthilfegruppen in Deutschland

http://www.ratundtat-bremen.de/CafeKweer/

Bremen: Cafe Kweer

https://glizzerglizzer.wordpress.com/about/ 

Hamburg: Glizzer

http://az-koeln.org/gruppen-projekte/cafe-queeria/

Köln: Cafe Queeria

http://az-muelheim.de/tlfkneipe/

Mühlheim: Trans*Lesben*Frauen*-Kneipe

https://www.diversity-muenchen.de/

München: FrienTS/diversity

Auf Englisch:

Genderpedia - a resource wiki, a space where community can list what they know about gender diversity & learn lots! www.genderpedia.net

Groups

PFLAG

Trans Parentcy

open closets coming out help

Transgender Foundation of America

Books

Excluded

Gender Trouble

The Letter Q

Sex Changes: Transgender Politics

The Riddle of Gender

Transgender Warriors

Gender Outlaws

Female Masculinity

Transgender 101

Imagining Transgender

True Selves (Understanding Transsexualism - For Families, Friends, Coworkers, and Helping Professionals by Mildred L. Brown)

Butch is a Noun

Between XX and XY

My Husband Betty

GenderQueer

My Gender Workbook (Amazing if you’re just starting your gender self expression.)

Transgender Child

Transgender Rights

Delusions of Gender

Nobody Passes

Gender Identity

Trans/Love

Whipping Girl (Julia Serano is great for thinking about the social justice effects of gender. See also her book Excluded.)

Normal Life

Guidelines for Transgender Care

Transgender History

Transparent

The Lives of Transgender People

Art Books

Becoming a Visible Man

the Drag King book

Online Resources

www.thegenderbook.com/coming-out-resources

a collection of coming-out guides

www.thegenderbook.com/survey-results/

A listing of all 200+ survey responses you can read!

http://transequality.org/resources/index.html

resources for social justice work

http://transgenderlawcenter.org/

if you need help navigating legal systems

http://www.gladd.org/transgender

an excellent list of resources

http://www.huffingtonpost.com/news/transgender

www.transadvocate.com

transgender news articles

TV Shows and video

More into movies?

Taboo: Transgender

Venus Boyz

XXY

Southern Comfort

Middle Sexes

Screaming Queens

the Brandon Teena Story

She’s a Boy I Knew

Paris is Burning

Becoming Chaz

TransGeneration

20/20 - My Secret Self

personal transition vlogs on YouTube

Articles

Dean Spade

International Journal of Transgenderism


Seite Achtunddreißig: Danke!

Dieses Buch war eine Gemeinschaftsarbeit. Ohne euch wäre es nicht möglich gewesen!

Der echte Boston Davis Bostian

Gründungsmitglied, ursprünglicher Autor und immer noch Unterstützer. Er hat sich für uns eingesetzt und einen super Job gemacht, was das Projekt angeht - und tut es auch heute noch. Er hatte unglaublich großen Einfluss auf das Schreiben dieses Buches. Ohne ihn würde es nicht existieren.

Wir lieben dich, B!

Koomah fürs Videos erstellen auch mit begrenztem Budget und für das elegante Einhalten von last-minute Deadlines.

 Ressourcen

der IDEA Fond

die Houston Arts Alliance

und alle unseren einzelnen Spendern:

(Liste der einzelnen Spender hier)

Danke!!

Unsere Gender Helden!

Leslie Feinberg

Kate Bornstein

S. Bear Bergman  

Und alle unsere fantastischen GENDER Scouts, die uns geholfen haben, die Informationen zu teilen! Und alle die vor uns kamen und mit ihrem Mut und Engagement unseren Weg geebnet haben.

über 200 Umfrageteilnehmer

(Namen der Umfrageteilnehmer hier)

und mehr!

David und Christel und Eryn

Und viele andere auf Tumblr, die uns geholfen haben, dieses Skript zu verbessern und ganz viele Rechtschreibfehler zu finden. Danke!

Und alle tollen Menschen, die die übersetzte Version Korrektur gelesen haben!

Darren Arquero

unser fabelhafter Praktikant, der Genderpedia ausgearbeitet und für uns Nachforschungen angestellt hat!

Unsere Partner, Familien, & Freunde! xo

Moralische Unterstützung [mit Tierpfotenabdrücken]

Jack, Noah, Juniper & Kavi, Jasper

Und natürlich… Du!


Seite Neununddreißig: Dein extra Flyer

Schritt 1

Schneide die nächsten 3 Seiten vorsichtig aus

Mach so viele Kopien wie du willst!

Schritt 2

In der Mitte falten. Du kannst es auch in der Mitte zusammennähen oder tackern, für extra schicke Bonuspunkte.

Schritt 3

Teile es mit Freunden und Familie!

Teile es!

[Hier kommt das GENDER Booklet hin. Es ist eine Sechsseitige Version mit den wichtigsten Inhalten des Buches. Du kannst es hier herunterladen: www.thegenderbook.com/booklet]

 


Seite Zweiundvierzig: Über die Autoren

[Skizzen von Mel, Jay und Robin]

Alle Autoren sind auch talentierte Redner und würden sich freuen, mit eurer Klasse, euren Kollegen oder einer anderen Gruppe über Gender zu sprechen! Schickt uns eine E-Mail, um mehr über Details und Kosten zu erfahren! creators@thegenderbook.com 

Mel Reiff Hill

Künstler & Co-Autor

Mel macht Bilder (und andere Dinge), hat einen Abschluss der Künste von der Rice Universität und erstellt Web Designs, Graphics und Kunst für das GENDER-Buch-Projekt, wenn zwischen freiberuflichen und Grafikdesign Jobs noch Zeit bleibt. Mel arbeitet auch an Inhalt, Worten und Vision des Buches mit. Mehr über seine Arbeit hier: www.rowdyferret.com

Jay Mays

Mitverfasserin & Chefredakteurin

Jay Mays hat 2002 an der Universität von Houston einen Bachelor of Arts in kreativem Schreiben absolviert und engagiert sich dort weiter beim Organisieren von gemeinschaftlichen Aktivitäten der Studierenden. Sie steckt normalerweise bis zu den Ellenbogen in der Entwicklung von mindestens einem Projekt, inklusive Schreiben, Aufführen und Produzieren von Gemeinschaftsradio, Aufklären über gesunde Sexualität, Eintreten für Zugang zu medizinischer Versorgung und ins Leben rufen von Gruppen, die LGBTQ-Räume unterstützen. Als Mitverfasserin und Chefredakteurin kann Jay es kaum erwarten, dieses neue Werkzeug mit allen möglichen Gruppen zu nutzen!

Robin Mack

Öffentlichkeitsarbeit

Robin Mack managed viele bunte Hüte in diesem Projekt, wie zum Beispiel: Marketing, Zusammenarbeit mit der Community, Wellnesscoach und Drag Künstlerin. Sie ist außerdem Vollzeit Massagetherapeutin und Yogalehrerin für alle Gemeinschaften.

Die Übersetzer der deutschen Version:

Alina Görke ist Studentin an der Universität Duisburg-Essen und beschäftigt sich in ihrer freien Zeit vor allem mit Feminismus, Gender und allem, was mit LGBTQIAP+ zu tun hat.

Myriam verbringt die meiste Zeit im Internet und ansonsten an der Uni oder in der Nähe eines Kühlschranks, wenn möglich dabei irgendwie die Umwelt schützend oder soziale Gerechtigkeit fördernd.

 


Seite Dreiundvierzig: Nützliche Informationen

Der gesamte Inhalt dieses Buches ist als Creative Commons durch die Urheber des GENDER Buches lizensiert. Das Ziel: die Welt  verbessern. Alle Seiten dürfen zu Bildungszwecken genutzt werden, solange damit kein Profit gemacht wird. Bitte einfach die Quelle erwähnen und eventuell etwas spenden. Wir würden uns freuen, davon zu hören!

Historisches Portrait

Hannah Snell (1723-1792) war eine britische Frau, die sich als Mann verkleidete und Soldat wurde.

Hannah Snell wurde am 23. April 1723 in Worcester in England geboren.

Einwohner dort behaupten, dass sie sogar als Kind schon Soldat gespielt hat.

zur Übersicht...

Symbol mit Figur die Kleid trägt = weiblich

Symbol mit Figur die Hosen trägt = männlich

Symbol mit Figur die Hosen und Kleid trägt = Geschlechtsneutral oder unisex

(Venus) = weiblich

(Mars) = männlich

(Symbol) = intersexuell

(Symbol) = transgender  

         

sie - feminin

er - maskulin

es - Objekte        

sie_r - neutral

xier - neutral

nin - neutral

hän - neutral

sei - neutral

Kontaktiere uns! creators@thegenderbook.com

Schicke uns eine Freundschaftsanfrage! www.fb.com/theGENDERbook

Reblogge uns! thegenderbook.tumblr.com

Folge uns! www.twitter.com/thegenderbook

Erfahre mehr! www.theGENDERbook.com

“Gender ist nicht das, was zwischen unseren Beinen ist, sondern vielmehr das, was wir zwischen den Ohren haben.” - anyonymer Umfrageteilnehmer

Die Schöpfer des GENDER Buches wollen Informationen richtig und respektvoll präsentieren. Dieses Buch reflektiert zwar eine Übereinstimmung von vielen Leuten in der Gemeinschaft, aber jede_r Leser_in kann Begriffe für sich definieren und sich so identifizieren wie sie_er es möchte. Gender ist wunderbar vielfältig, genau wie Du!

(Auf einem Lineal) Das Genderspektrum

Maskulin ---------------------------- Androgyn -------------------------------- Feminin

Themenindex 

(Alles über “Gender”)

Gendergeschichte - Seite 5

Biologie, Physiologie, bzw. biologisches Geschlecht - Seite 8

Psychologie - Seite 7

Kultur - Seite 4, 6

Bei Kindern - Seite 10

Cisgender - Seite 12

Transgender - Seite 12, 18-24

Ausdruck - Seite 14

Wahrnehmung - Seite 15

Identität - Seite 13

Definitionen - Seite 3, 35-36

Systeme - Seite 11

Wege - Seite 26-18

(Bostons Sprechblase) Danke für’s Lesen! Teile dein Wissen und bleibe du selbst.


Klappentext

Mit extra (Mini-)Flyer zum Rausnehmen und teilen (mit Freunden)!

Behandelte Themen...

Was ist Gender?

Gender vs. biologisches Geschlecht

Gender und Kinder

Gender im Laufe der Geschichte

Gender in verschiedenen Kulturen

Das Gender Binärsystem

Identität und Ausdruck

Genderwahrnehmung

Der Transgender Überbegriff  

Drag Queens & Kings

Transmenschen

Genderqueer

Crossdresser

Tipps für Unterstützer

…und mehr!

Ein unterhaltsames und farbenfrohes Buch, das die wundervolle Vielfalt von Gender illustriert.

“Ich habe euer GENDER Buch durch eine Twitter Nachricht gefunden und bin total verliebt.Ich liebe es, dass ihr etwas so Bildliches und leicht Verständliches, nicht Verurteilendes und (in meinen eigenen Augen) absolut Notwendiges erschaffen habt.”

-Katy Redd,

MPH, MSW, CHES

Fragen? Kommentare? Anregungen?

creators @thegenderbook.com

www.thegenderbook.com