Dokumentation Fachtagung Open Space”Stadt der Zukunft: bunt, lebendig, partizipativ”, am 28. März 2015, 10-17 Uhr im Podewil (Klosterstraße 68, 10179 Berlin)

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Workshop „Langsame Demokratie“ (nur WS-Schiene 1):

1. Demokratie und soziales Kapital: eine Frage der Zeit:

 

„Wirkliche“ demokratische Entscheidungen benötigen einen intensiven Austausch und gelebte Beziehungen zwischen den Individuen einer Gemeinschaft. Beziehungsaufbau braucht Zeit. - Beispiele für solche längerfristige Kennenlern-Methoden zum Zwecke besserer demokratischer Entscheidungen:  „Zuhör-Prozess“, Community Organizing.

 

Politische Kultur-Forschung zu Stabilität und Leistungsfähigkeit von Demokratien: als wichtigster Gelingensfaktor von Demokratien wird immer wieder soziales Kapital, Vertrauen, Solidarität genannt.

 

 

      2. „Zeit ist Krieg“ (Paul Verilio):

 

Wer zuerst ein Thema besetzt, hat Macht. Deshalb arbeiten Politik und Medien unter Zeitdruck. Dieser Zeitdruck führt zu zu schnellen Entscheidungen und Schwarz-Weiß-Kategorisierungen, Opfer-Täter-Typisierungen.

 

 

      3. Beispiele für langfristige demokratische Meinungsbildungsprozesse:

 

Haus der Kulturen der Welt: „Anthropozän-Projekt“

CiviCon Bürgerkonferenzen Bremen zum Thema Steuerpolitik

Teilnehmer u.a.: marcus.roessner@fo-co.info

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Workshop Aktivierung für politische Beteiligung: Wie lassen sich politikferne Milieus mobilisieren? (nur 1. WS-Schiene)

 

Aus dem Schatzkästchen praktischer Erfahrungen:

 

      Menschen engagieren sich, wenn sie entweder ein persönliches Interesse an einer Sache haben oder Leute dabei sind, mit denen sie gerne etwas gemeinsam machen wollen.

      Arbeit mit Obdachlosen: wichtig ist, Stabilität in Raum und Zeit zu bieten: immer der gleiche Treffpunkt, immer der gleiche Termin in der Woche…

       Alltagsnahe, praktische Themen statt abstrakter Themen auf die Agenda setzen.

 

 

These: Man müsste erst etwas an den Lebensumständen armer Leute ändern, ehe sie Zeit und Muße finden, um sich politisch zu engagieren.

Gegenthese 1: Bewusstsein von Einflussmöglichkeiten ist wichtiger als der Kontostand.

Gegenthese 2: Be-TEIL-igung weist auf Teilen, d.h. Solidarität als Basis von politischer Aktion hin. Das ist nicht unbedingt etwas, was Arme schlechter können als Bessergestellte, eher andersherum.

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Kontaktdaten

Julia Lehmann, Citizens For Europe, lehmann@citizensforeurope.org