Kritik 

Zwischen Hysterie und Apathie

Wohin man auch blickt - wer in dieses Ensemble kommt wird gezwungen sich mit den offensichtlichen Verirrungen und Verfehlungen der divergierenden communi opinii über ein Stück, wenn man überhaupt eines lokalisieren kann, auseinanderzusetzen. Dennoch sollte man sich davor hüten, hierin nur eine schmähliche Folge von Niederlagen zu sehen.

Ganz gleich worauf sich die sogenannten Schauspieler auch berufen: Den Positivismus, die Geistesgeschichte, die sozialliterarische Betrachtungsweise, die Kulturmorphologie, die Problem- und Ideengeschichte, die Psychoanalyse, den Marxismus, die Kunst der Interpretation, den Alkohol - alle können einen gewissen Wahrheitsanspruch für sich beanspruchen, vor allem dann, wenn sie nicht ins Absurde tendieren, sondern sich mit einem fest umrissenen Aspekt begnügen. Doch eine solche Konzession soll selbstverständlich keinem totalitären Eklektizismus das Wort reden. Vielmehr sollte man beachten, wie im abgelaufenen Semester trotz aller Umstände eine Inszenierung glückte.

Man darf gespannt sein, ob die Proben zum nächsten Projekt wieder in einer hypochondrischen Katastase kulminieren oder lediglich in eine neuerliche Aufführung Marke "gute Unterhaltung" - was auch sein mag - verfallen.