N.A. Eichler

UNSER PERIPETISCHER ALLTAG


Daß Okkultismus sich gern hinter hübschen Masken versteckt, ist nicht nur Taktik, sondern Existenzbedingung: Wer würde sich schon vom unmaskierten "Teufel" führen und (ver-)führen lassen. Das weiß man nicht erst seit/von Tom Cruise und seiner Scientology-Sekte. Und daß alle "Weiß" sind, außer den stets unsichtbaren, anonymen, unbekannten "anderen", "Schwarzen" (und vice versa), um sich die Leute des eigenen Umfelds, flucht- und schutzsuchend vor diesen "anderen", vertrauensseelig und -süchtig in die eigenen Arme treiben und unterordnen zu lassen, ist ein ebenso einfacher wie universell wirksamer Trick, jeden Widerstand nicht nur zu brechen, sondern schon im Vorfeld zu umgehen, garnicht erst entstehen zu lassen. Denn nichts ist dem Möchtegern-"Herrscher" über andere lästiger und problematischer als ein widerspenstiges Opfer.

Für Landwirte zum hundertsten Mal: Es gibt keinen "weißen" Okkultismus. Es gibt nur  e i n e n  Okkultismus, und die Schwarz-Weiß-Dialektik ist das taktische Mittel, ihn gegen alle Widerstände und Bedenken durchzusetzen: Der Durchsetzer ist immer der "Gute", "Weiße", die "Zuflucht"  -  die "Gefahr", das "Schwarze",
"Bedrohliche" sind immer die jeweils anonymen "anderen"! Das ist die einfache wie verlogene Erfolgstechnik des "Teufels", sich und seine Absichten gegen "Gott", die Wahrheit, das wahre Licht, die wirkliche Erleuchtung, etc. durch-  und Ihn selbst abzusetzen: im Bewußtsein der Menschen von seinem "Thron" zu stoßen.

Und der "Teufel" ist in der Regel gut gekleidet, umgänglich,
vertraut -  und stets so breit und harmlos grinsend ob des einfachen Erfolgs wie ein Köhler im Amt. Hätte er sonst, eine andere Chance auf, Erfolg ?

Eine, die sich dieses Fassaden-Gesellschaftsspiels ebenfalls schon angenommen, es analysiert hat, ist die Psychologin und Künstlerin Cady Noland. Ihr erster Versuch in diese Richtung wurde 1989 in der spanischen Zeitschrift BALCON abgedruckt. Trotz gewisser Schwächen und Lücken lohnt es sich, ihn aufmerksam zur Kenntnis zu nehmen - und auf das eigene Leben und Lebensumfeld zu übertragen, was ganz sicher nicht allzu schwer fällt.

Hier die
von mir stark gekürzte Fassung des Essays, der im Original den Titel "Zu einer Metasprache des Bösen" trug.



 


Der ganz normale Wahnsinn




In der, vor allem westlichen, Welt kann seit einiger Zeit ein Meta-Spiel gespielt werden.  Aber die Spielregeln oder sogar die Tatsache, daß überhaupt ein Spiel gespielt wird, sind vielen unbekannt.  Die Uneingeweihten nennt man naiv oder provinziell, Lügner oder Idioten. Jenen, die nichts von einer Verschwörung hinter verschlossenen Türen wissen (wollen), bleibt eine ganze Welt von Betrügereien verborgen.  Die im Dunkeln tappen, können noch ausgebeutet werden.

 

Das Spiel ist eine Synthese aus verschiedenen Taktiken und wird in allen Arenen der Gesellschaft gespielt, in denen man sich mit krummen Touren Vorteile verschaffen kann. Die Regenbogenpresse bedient sich bereits so mancher Taktiken des Spiels, indem sie Berühmtheiten entwirft und züchtet, sie aufbläst und sie, im Falle von Fernsehwerbespots, auf Foto-Objekte reduziert und diese dann animiert.  Diese Zeitungen veröffentlichen regelmäßig kleine Häppchen der Spielregeln aus populärpsychologischen Büchern, in denen man erfährt, wie man Leute manipuliert (FOCUS, 11.2.2007: "Die Spielregeln der Karriere", etc.).  Diese Bücher haben ihren Ursprung in dem alten Schlachtroß "How to Win Friends and Influence People" von Dale Carnegie, dessen Vorläufer "Der Prinz" von Machiavelli ist.  In ihrem herausragenden Essay "Manipulativeness in Entrepreneurs and Psychopaths" weist Ethel Spector Person darauf hin, daß der Adept die gleichen Eigenschaften wie der gesellschaftlich sanktionierte Unternehmer aufweist.  Ihre Manöver werden nur nach Dezibel unterschieden, wobei die des Adepten "lauter" sind.

 

Diese Machenschaften stehen jedem Adepten (oder Okkultisten) als ein Sammelsurium von Werkzeugen zur Verfügung, die ohne weiteres von jedem benutzt und gegen irgendjemand eingesetzt werden können.  Aufgrund des apokryphen Charakters dieser Vorrichtungen gibt es keine Gruppen, die das natürliche Opfer dieser Machenschaften wäre.  Es sind mechanistische Vorrichtungen, die nichts mit "Natur" zu tun haben...


Das Spiel ist ein Helden-System, in dem der Organismus versucht, sich auf Kosten eines realen oder fiktiven Antagonisten aufzublasen und in Szene zu setzen.  Der klinische Adept hat das Spiel in seiner spartanischsten Form total verinnerlicht, unbeeinflußt von einem verinnerlichten anderen, mit dem er verhandeln müßte. Dieses Sich-Aufblasen dient der Abwehr von Endlichkeit und Tod. Virtuell oder wörtlich kann so echte narzistische Befriedigung erlangt werden, um über die eigene Geringwertigkeit und die Unvermeidbarkeit des eigenen, unbedeutenden Verfalls zu triumphieren, wie Ernst Becker in seinen Büchern "Das Leugnen des Todes" und "Die Struktur des Bösen" ausführt.

 

Obwohl der Adept eine fast beängstigende Begeisterung für das Spiel zeigt und sich ihm völlig verschreibt, geht er nicht so weit, sich auf das ruhmreiche Werben des Todes einzulassen, es sei denn durch einen Stellvertreter.  Hier weicht seine Internalisierung des Spiels von dessen Regeln ab. Mit Fair Play hat der Adept einfach nichts zu tun.  Der Adept als Maschine, die er ist, kann sich nicht vorstellen, daß er einmal aufhört zu funktionieren: indem er sie jedoch mit seiner Obsession zu steuern in Gang hält, wird sie sich im letzten Moment selbst kurzschließen, bevor sie endgültig "abgeschaltet" werden soll.  Die Maschine selbst betrachtet dies jedoch nicht als heldenhaft; es ist lediglich eine letzte kleine Geste.

 

Beim wahren Heldentum ist ein persönlicher Tod mit Glanz und Glamour der ruhmreiche Höhepunkt eines risikoreichen und aberwitzigen Energieaufwands und der Furchtlosigkeit des Helden.  Der Adept ist in den seltensten Fällen ein Selbstmörder. Obwohl er vorgibt, das Spiel bis zum äußersten zu spielen und einen Stellvetreter mit den teuflischsten Mitteln dazu zwingen würde, sich in wahrhaft lebensgefährliche Situationen zu begeben, rettet er doch immer seine eigene Haut.  Der Adept mag den Tod umwerben, aber es ist der Tod eines anderen.  Der Weg des Adepten ist so übersät von zerschundenen und zerrissenen Körpern und von Leben der anderen, er wirft sie weg, läßt sie als verbrauchtes Material auf dem Weg zu seinem nächsten Opfer zurück.  Während er den Eindruck erweckt, er sei tief betroffen von den Lebens- und Todeskämpfen, die er seinem letzten Opfer bereitet hat, war er tatsächlich immer leer und unbeteiligt. Der Adept wird oft fälschlicherweise asozial genannt, in Wirklichkeit ist er jedoch als übersozialisiert zu betrachten, und was tatsächlich zu beobachten ist, ist die Leier einer gelangweilten und launischen Maschine mit einem Faible für Boshaftigkeiten.

 

Das Modell des Adepten ist ein verfaultes Ei oder ein wurmstichiger Apfel, dessen Schale intakt zu sein scheint, ähnlich einer semantischen Aphasie, die auf ein traumatisches Erlebnis oder eine Verletzung des Bereichs des Gehirns zurückgeht, in dem Bedeutung hergestellt wird, ohne daß der Sprechapparat aus Mund und Zunge eine erkennbare Beschädigung aufweist.  Der Adept äußert perfekt gebildete Wörter und Sätze, ist jedoch nicht in der Lage, innerhalb eines potentiell erweiterten Kontexts die Bedeutung seiner Worte zu erfassen.  Die Störung des Adepten ist derart verborgen, daß klinische Untersuchungen oder die Vernehmung in einem Gerichtssaal nichts ergeben werden und lediglich ein gesundes, liebenswertes und intaktes menschliches Wesen vorführen. Nur durch die Handlungen des Adepten, welche im Gegensatz zu seinen unverbindlichen und wohlgesetzten Worten stehen, durch den gähnenden Abgrund zwischen dem, was er sagt und dem, was er tut, kann man das Ausmaß seiner Störung und seiner Täuschung ermessen.

 

Nach psychiatrischem Paradigma ist der Adept in seiner epistemologischen Phase, in der sich ein Kind zwischen seinem 6. und 14. Lebensjahr befindet, steckengeblieben. Diese Phase geht jener voraus, in der die Bedürfnisse der anderen positiv in die eigene Welt integriert werden. Der Kampf, der später zu einem Hadern und Streiten mit dem Gewissen werden wird, wird beim Zwölfjährigen und beim Adepten weder internalisiert noch abstrahiert. Die Welt teilt sich in zwei Lager: auf der einen Seite die, die seine Bedürfnisse befriedigen, auf der anderen die, die ihm einen Strich durch die Rechnung machen.  Geht man davon aus, daß Bedürfnisse, wie von einem Zehnjährigen, als absolut und global erlebt werden, so besitzt der unermüdliche und beharrliche Kampf um die Durchsetzung der eigenen Interessen eine gewisse Logik.

 

Wenn es dem Adepten gelungen ist, Haltungen und Handlungsweisen potentieller Opfer herauszufiltern und zu erkennen, kristallisiert sich sein schematischer Plan, seine klaustrophobische Logik  -  seine Entschlossenheit, die Menschen, die das Pech haben, seinen Weg zu kreuzen, nach einem genauen Plan zu dirigieren und zu beherrschen. Dies zeigt ungeschminkt, wie armselig und beschränkt er ist.

 

Wenn der Adept und sein Opfer ein vertrautes Verhältnis haben, so kann es vorkommen, daß er in seiner Nachahmung eines menschlichen Wesens ein wenig danebenliegt.  Wenn er mit Worten und Gesten ein bestimmtes Gefühl zum Ausdruck bringen will, wirkt er oft hölzern und gekünstelt.  Wenn man eine Gefühlsregung erwarten würde, wie beispielsweise bei der Nachricht vom Tode eines Freundes oder Verwandten, kann er unvermittelt abwesend und cool erscheinen. In anderen Fällen, wenn der Adept vorgibt, sein Herz auszuschütten, kann es sein, daß er "zu dick aufträgt" und die Vorstellung so zu einem wenig überzeugenden und heuchlerischen Rührstück gerät.

 

Der Adept hat große Angst, seinen Auftritt zu verpatzen, wenn er feststellen muß, daß es ihm nicht gelungen ist, die Erfordernisse der Situation genau zu erfassen. Wenn er dabei erwischt wird, wie er unglaubwürdige Gefühle zur Schau stellt, und (s)ein Opfer oder Zeuge  "ihn zur Rede stellt", kann es bei ihm zu einem abrupten Wandel kommen, und er zeigt sein "wahres Gesicht": er "schäumt vor Wut", wenn auch nur für einen kurzen, verräterischen Moment.  Der Adept trägt stets eine Maske, außer wenn er offen aggressiv ist.  In einer psychologischen Projektion überträgt er seltsamerweise seine Wut auf sein Opfer und macht es dafür verantwortlich, daß er seine wahren Gefühle unterdrücken muß  -  schließlich wird von ihm erwartet, daß er "mitspielt".  In diesem Fall nimmt die Wut einen selbstgerechten Affekt an.

 

Der Adept kann sich ein Artefakt namens "Spiegelvorrichtung" schaffen, um sein Opfer zu manipulieren. Mit Hilfe dieser Vorrichtung schneidet er seine Neigungen und Ansichten auf die des Opfers zu und gewinnt so dessen Vertrauen und Zustimmung.  Eine Übereinstimmung unter Vorspiegelung falscherTatsachen wird hergestellt, vorausgesetzt, das Opfer läßt sich hinters Licht führen.  Selbst wenn der Adept tatsächlich "Ich auch, Bruder..." sagt, fließen seine wahren Gefühle nicht in die Interaktion ein.  Er muß sein Opfer aber nicht immer spiegeln, er kann auch eine Rolle spielen, die das Opfer akzeptiert.  Ein gutes Beispiel dafür ist der Wolf in "Rotkäppchen".

 

Betrügereien sind Werkzeuge. Das Ausmaß des Schadens, den sie anrichten können, hängt vom Zweck ihres Einsatzes ab. Die "Spiegelvorrichtung" ist für den Adepten ein Werkzeug, um sein Opfer weichzuklopfen und es für seine Manipulationen empfänglich zu machen.  Der gezielte Gebrauch von "Spiegelvorrichtungen" war in Deutschland zur Nazizeit gang und gäbe.  Um nur ein Beispiel zu nennen: es wurde eine perfekte Imitation des Bahnhofs von Treblinka gebaut, mit der ausdrücklichen Absicht, die Gefangenen glauben zu machen, sie seien an einem harmlosen, freundlichen Ort angekommen.  Dieser sogenannte Bahnhof war ein Konzentrationslager.

 

Als Vorspiel der Errichtung und Animation einer "Spiegelvorrichtung" muß sich der Adept erst auf Informationsjagd begeben.  Empirische Daten dienen seinem Zweck in diesem Fall am besten.  Diese Informationen herauszubekommen und zu manipulieren, erfordert äußerste Wachsamkeit und Dissoziiertheit.

 

Soll eine "Spiegelvorrichtung" aufgebaut werden, so sind eine Menge Hausaufgaben zu machen.  Die Person, die der Adept errichten muß, sollte ein Artefakt auf der Grundlage der über sein Opfer gesammelten Informationen sein.  Diese Informationen kann er sich aus Berichten, Aufzeichnungen, von Freunden und Nachbarn oder durch Beschattung des Opfers beschaffen.  Falls er durch offene Befragung zu den Informationen gelangen muß, kann er sich dazu wiederum einer Spiegelvorrichtung bedienen.  Er kann sich z.B. irgendeine Uniform anziehen und amtliche Befugnis vortäuschen.  Er kann sich als Krankenschwester oder Polizeibeamter verkleiden.  Er kann sein Opfer oder dessen Freunde betrunken oder "stoned" machen, indem er so tut, als wolle er sich ganz zwanglos in Gesellschaft eines guten Freundes entspannen.  In der heutigen Zeit der Abstinenz kann ein Treffen der Anonymen Alkoholiker ein ebenso guter Ort zur Informationsbeschaffung sein wie es in früheren Zeiten die Bar war.  Das Gebot, sich zu bekennen, herrscht hier gleichermaßen, und es ist in beiden Fällen äußerst wahrscheinlich, daß der Betreffende sich entspannt und "sich öffnet".  Im Geschäftsleben nennt man die Jagd nach Informationen Marktforschung.

 

Während einer Informationsjagd tut der Adept gut daran, die polaren Leidenschaften seines Opfers herauszufinden; das, was es am meisten liebt und was es am meisten haßt, seine größten Hoffnungen, seine größten Ängste.  Wenn er mit diesen Informationen ausgerüstet ist, kann er im Spiel um Belohnung und Bestrafung für die entscheidende Wendung sorgen, indem er über sein Opfer wegen einer tatsächlichen oder vermeintlichen Schwäche herfällt.

 

Manchmal arbeitet der Adept auf mehreren Ebenen gleichzeitig.  Ein klasssisches, wenn auch arg strapaziertes Beispiel ist das des geschäftstüchtigen Künstlers, der einen reichen, weiblichen Gönner einlädt, "meine Radierungen zu sehen".  So kann er ihr, während er versucht, ein Werk zu verkaufen, gleichzeitig vermitteln, wie anziehend er sie findet, indem er beispielsweise ihr Knie tätschelt.  Dadurch, daß er mehrere Köder gleichzeitig auslegt und darauf wartet, bei welchem sie anbeißt, kann er seine Taktik variieren, falls das Spiel anders ablaufen soll.  Wenn die von ihm offiziell verfolgte Taktik vom Opfer nicht ausdrücklich oder stillschweigend akzeptiert wird, kann er von ihr abrücken und behaupten, es sei alles "nur Spaß" gewesen.  Er wird versuchen zu leugnen, daß irgendetwas wirklich passiert ist, und auf die Instabilität und Beliebigkeit der menschlichen Wahrnehmung von Wirklichkeit hinweisen.  In diesem Fall wird er zuweilen "ausweichend" genannt, weil er ständig von einer Taktik abweicht und eine neue anwendet, je nachdem, welche gerade vorteilhafter ist. Er wird auch hinterhältig und schäbig genannt, unaufrichtig und opportunistisch, korrupt und mies.  Seine Art zu reden könnte man als doppelzüngig und ausweichend oder, freundlicher ausgedrückt, als indirekt oder sich in Andeutungen ergehend bezeichnen.  Ebenso wie in Amerika bei Studentinnenversammlungen potentielle neue Mitglieder "angeheizt" werden, kann der Adept versuchen, sein Opfer übermäßig zu stimulieren, indem er eine fiebrige Atmosphäre erzeugt und eine Krise vortäuscht, um es dazu zu veranlassen, seine Entscheidungen unvorsichtig und überstürzt zu treffen. Er kann sein Opfer "abwürgen", genauso wie ein Politiker versuchen kann, einen Gesetzesentwurf durch Obstruktion zu verhindern.

 

Dinge, die wie harmlose Zufälle erscheinen, durch die der Adept jedoch einen entscheidenden Vorteil erlangt, können das Ergebnis seiner unablässigen Ränke sein.  Er kann sich einer Reihe von Mitteln bedienen, um zu verhindern, daß sich sein Opfer und eine dritte Person oder eine Gruppe treffen, und es mit prosaischen Ausreden wie der, seinen Schlüssel verloren zu haben, krank zu sein, kein Benzin mehr zu haben oder durch andere unvorhergesehene Widrigkeiten ablenken.

 

Der Adept kann feststellen, daß die Anordnung der Elemente seines Spiels, seien es Personen, Objekte oder Ereignisse, seine Pläne vereiteln könnte; er kann die Situation bereinigen oder er kann warten, bis sich eine Veränderung ergibt, welche günstigere Bedingungen für die Realisierung seines Plans schafft.  Eine Veränderung, die einem Außenstehenden völlig belanglos erscheinen mag, kann den Adepten zum Handeln veranlassen.


Die Strategie des Wartens auf eine neue Anordnung hat Ähnlichkeit mit der Entscheidung, bei einem Geisteskranken eine Schocktherapie anzuwenden. Hier hoffte man früher, daß die Rekonfiguration im Gehirn durch Elektroschock therapeutischen Erfolg hat. Der Arzt und gewiß auch der Patient hatten nur wenig Einfluß auf die Art der Rekonfiguration; bei dieser Strategie rechnete man einfach mit einem glücklichen Ausgang.


Beim Adepten ist lediglich sicher, daß seine relativ passive Strategie, auf eine neue Anordnung zu warten, nur dann zu Anwendung kommt, wenn sie das letzte Spiel ist, das noch gespielt werden kann.


 

 Cady Noland


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(Nachtrag: Cady Noland sprach in ihrem Essay vom "Psychopathen". Der Begriff wurde von mir durchgängig durch "Adept" ersetzt.)